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Zu Fuß durch die Solinger Stadtgeschichte

Solingen. Dass Solingen viel mehr ist als Klingenstadt und gesellschafts- wie industriegeschichtlich auf eine lange, interessante Historie zurückblickt, zeigen die Veranstaltungen der IG Stadtführungen.

Beeindruckende Villen, traditionsreiche Unternehmen, wunderschöne Natur, aber auch Erinnerungen an die dunkelsten Stunden der Stadt – die Stadtführer zeigen Solingen, wie es viele bestimmt noch nicht kannten. Hier ein kleiner Auszug des  Programms der IG Stadtführungen.

Ohligs, Stadt der Villen

Am 16. März geht es zu den historischen Plätzen der einst selbständigen Industriestadt Ohligs mit ihren vielen Villen der Gründerzeit. Kirchen und Schulen, Bürgermeister und Ohligser Originale kommen ebenfalls nicht zu kurz.Stadtführer

Was ist das Geheimnis von Haus Nummer13? Friedhelm Funk lüftet es am 24. März.

Während eines Rundganges in der Umgebung des Solinger Rathauses, stellt er die »gute Adresse« der Innenstadt vor. Das Viertel bildet ein Ensemble mit Gebäuden des gehobenen Wohnwerts für Fabrikanten, Ärzte, Kaufleute, Beamte und leitende Angestellte. Gleichzeitig bietet es Menschen mit geringem Einkommen bezahlbare Mieten.

Solingen, Deine Natur

Auf einen Osterspaziergang rund um die Krahenhöhe kann man sich am Samstag, 20. April begeben. Die Krahenhöhe war in der ehemaligen Stadt Dorp ein lebendiges Zentrum. Kirchen, Villen, denkmalgeschützte Häuser und Firmen stellt der Stadtführer bei diesem Rundgang vor. Die Lindenbaumstraße mit schönen Wohnhäusern oder die Schaberger Straße mit der dort vorhandenen Industrie, den historischen Gebäuden und Villen sind Höhepunkte dieser Führung. Schulen und der Volksgarten liegen ebenfalls am Wegesrand.

Über die Stadtgrenzen hinaus, in die Blütenstadt Leichlingen, geht es am 27. April. Wo Solingen und Leichlingen sich berühren, im idyllischen Rupelrath, ist der Ausgangspunkt der rund zehn Kilomter langen Wanderung. Vor 200 Jahren gehörte Leichlingen zum Kreis Solingen. Was wissen wir heute über die Stadt? Das erfahren die Teilnehmer auf dem Weg, der durch blühende Streuobstwiesen und idyllische Ecken von Leichlingen führt. Eine Verkostung regionaler Spezialitäten darf nicht fehlen.

Durch das schöne Weinsberger Bachtal führt eine Wanderung am 26. Mai. Von Widdert aus geht die Gruppe – mit Ausblicken ins Rheintal – vorbei an der Schule »Eintracht« ins Weinsberger Bachtal. Sie erfahren, wo in früheren Zeiten Kotten und Mühlen standen und was aus ihnen geworden ist. Daneben hören sie Geschichten rund um die Schleifer und Reider am fleißigen Bach. Über Enderskotten und Struppsmühle geht es zur Hofschaft Wippe und dem Wipperkotten.

Geschichte gestern und heute

Während einer Kostümführung kehrt Frau de Leuw am Pfingstmontag, 10. Juni an die Wirkungsstätten ihres Mannes, Dr. Friedrich Hermann de Leuw, zurück. Dieser prägte als weltbekannter Augenarzt maßgeblich das Bild Gräfraths zwischen 1815 und 1861. Menschen aus allen Ständen, aus europäischen und überseeischen Ländern, kamen hierher, um ihre Augenleiden behandeln zu lassen.     

Bergisch Pepita im Fürstentum – Warum präsentiert sich Merscheid als Fürstentum? Warum denkt der typische Solinger gelegentlich in ganz kleinen Karos? Das und mehr klärt Stadtführer Friedhelm Funk am 16. Juni.

Mit der BBB vom Mühlenplatz nach Kohlfurt – Eine fiktive Reise in die Vergangenheit erwartet die Teilnehmer einer Führung am 6. Juli. Über Jahrzehnte fuhr die Straßenbahn Linie 5 von Solingen nach Wuppertal. Das Verkehrsmittel war vor allen Dingen für die zahlreichen Beschäftigten der Firma Rasspe im Stöcken lebensnotwendig. Die Bahn wurde wenige Tage vor Beginn des 1. Weltkrieges eröffnet und fuhr bis 1969. Die spannenden Geschichten, die sehenswerten baulichen Zeugnisse und zahlreiche Dönnekes sind Inhalt dieser Führung

Eine weitere Führung am 24. August soll Anregungen geben, sich mit der aktuellen politischen Entwicklung auseinander zu setzen: Auf dem Rundgang werden einige Stolpersteine besucht und über das Schicksal der Opfer sowie die Lebensumstände und die Zusammenhänge von Verfolgung und Widerstand in Solingen in der Zeit von 1933 bis 1945 berichtet.

Vor 75 Jahren: 4. November 1944, »Der Angriff auf die Südstadt« lautet der Titel einer Führung am 2. November.

Innerhalb weniger Minuten zerstörten britische Lancaster-Bomber Häuser, Straßen, Plätze und Betriebe rund um den alten Solinger Bahnhof. Der britische Rundfunk meldete nach den Angriffen, »Solingen, das Herz der deutschen Stahlwarenindustrie, ist eine zerstörte, tote, Stadt«.

Der Stadtführer führt zu den Orten der Zerstörung und erläutert den Zustand der heute wieder aufgebauten Gebäude.

 

Das Programm

  • Weitere Informationen zu den einzelnen Führungen und das komplette Programm, gibt es bei der IG Stadtführungen, Horst Rosenstock, Telefon 0212 / 7 64 64, E-Mail: horst.rosenstock@t-online.de

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