Julia Lippert

Theater Solingen: »Wir müssen zukunftsfähig werden«

Solingen. Für das Theater und Konzerthaus soll ein neues Gesamtkonzept entwickelt werden. Doch finanzielle Mittel dafür fehlen noch.

Tausende von Shows wurden hier aufgeführt und wohl auch mit den Besucherzahlen konnte es glänzen: Das Theater und Konzerthaus ist schon lange zum unbestrittenen kulturellen Herz der Stadt geworden. Doch trotzdem ist man sich sicher: Um für die Zukunft gewappnet zu sein, muss noch deutlich mehr getan werden.
»Fakt ist, dass das Theater und Konzerthaus an seine Grenzen gestoßen ist und Gefahr läuft, in seinen aktuellen Strukturen mittel- und langfristig nicht mehr den Anforderungen gerecht zu werden«, sagt Lutz Peters, Pressesprecher der Stadt Solingen.

Gebäude auf den neusten Stand bringen

Hierzu nennt er ein paar Beispiele: Das Haus bietet kein flächendeckendes WLAN. Durch den Bau des Aufzugs, der anders nicht möglich gewesen wäre, könne die Lounge nicht mehr als Veranstaltungsraum genutzt werden. Auch der »Tagungsraum 3« sei von der Zeit überholt, ließe sich aber zusammen mit der Lagerfläche dahinter zu einem Veranstaltungsraum für mehr als 100 Personen herrichten. Das sei für die Zukunft sehr wichtig, weil sich bereits in den vergangenen Jahren der Inhalt und die Formate von Veranstaltungen verändert hätten. Es würden auch adäquate Büros für die Verwaltung und akzeptable Arbeitsplätze für die Techniker gebraucht. »All das wird benötigt, damit das Theater und Konzerthaus in seinen Angeboten flexibel und modern bleiben kann«, meint Peters. Außerdem ginge die Tendenz zu niederschwelligen Angeboten. So solle es auch ein Kulturangebot für Publikum geben, dessen Muttersprache nicht Deutsch ist. »Die Mitmach-Kultur wird wichtiger. Und man muss schauen, wie die Kultur-Kooperation im Städtedreieck vorangetrieben werden kann«, so Peters. Zwar verzeichnet Solingen erfreuliche Besucherzahlen, die in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen sind: von 149.000 im Jahr 2015 auf voraussichtlich knapp 155.000 im Jahr 2018.

Für junges Publikum attraktiv werden

Jedoch zeige sich auch, dass das Publikum eher älter sei und dass noch mehr getan werden müsse, um jüngere Besucher anzulocken. »Es soll ein Haus der Bevölkerung werden, also für Menschen aus allen Milieus. Vor allem für junge Leute muss es attraktiver werden«, sagt Dagmar Becker, Kulturdezernentin der Stadt Solingen. Deshalb soll jetzt ein neues Entwicklungskonzept erarbeitet werden, das den modernen Ansprüchen der Gesellschaft entspricht. Das Vorhaben ist ein Resultat einer Begehung, die Verantwortliche der Stadt zusammen mit den Solinger Mitgliedern der Landschaftsversammlung beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) unternommen hatten. Gemeinsam wollen sie überlegen, welche Veränderungen nötig sind. »Wir brauchen die Hilfe von externen Experten, die sich mit der modernen Einrichtung von Theatern auskennen«, so Becker. Aufgrund des knappen Haushalts hat die Stadt Solingen öffentliche Zuschüsse aus einem Fördertopf des LVR für Regionale Kulturförderung beantragt. Es wird davon ausgegangen, dass etwa 80.000 Euro benötigt werden. Am 28. November soll im Kulturausschuss darüber gesprochen werden. Mit einer Entscheidung werde Anfang 2019 gerechnet. Bereits in der Vergangenheit wurden einige Sanierungsmaßnahmen durchgeführt, um das 55 Jahre alte Gebäude an den modernen Standard anzupassen. Doch je nachdem, welche Ergebnisse ein neues Nutzungskonzept liefert, werde es vermutlich auch notwendig sein, im Gebäude weitere Veränderungen vorzunehmen.
Hans Knopper, Leiter des Kulturmanagements im Theater und Konzerthaus Solingen, hat viele Verbesserungsvorschläge: »Meiner Meinung nach muss der Zugang zu den Stücken einfacher werden, vielleicht in Form von Einführungen zu den Thematiken und Hintergründen. Denn eine Oper muss in der heutigen Zeit auch erklärt werden. Dafür wäre ein extra Raum passend.«

Leichterer Zugang zu den Stücken nötig

Er könne sich auch vorstellen, dass es Sinn machen würde, ein  Jugendcafé oder einen anderen Treffpunkt zu integrieren, um das Theater auch für die Jugend attraktiv zu machen.
Als weiteres Beispiel für den Erneuerungsbedarf nennt er den gesonderten Platz der Theaterkasse, außerhalb des Gebäudekomplexes. Damals hätte diese Lage den Zweck gehabt, den Besucherstrom an der Kasse von dem vor den Veranstaltungsräumen zu trennen. Doch das sei jetzt aufgrund der vermehrten Online-Buchungen nicht mehr erforderlich. »Jetzt würde ich es praktischer finden, sie näher am Geschehen zu haben, damit die Besucher auch in den Pausen Karten für weitere Stücke kaufen können«, so Knopper. Er erhofft sich von einem neuen Konzept, dass das Theater und Konzerthaus mehr an die aktuellen Bedürfnisse der Bevölkerung angepasst wird: »Wir wollen unser Haus zukunftsfähiger machen.«

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