Olaf Pieper

Seit fast 70 Jahren im Einsatz für den sozialen Frieden

Solingen. Anfangs führten die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder des VdK Beratungen noch im eigenen Wohnzimmer durch.Heute hat der Verein bundesweit 1,8 Millionen Mitglieder.

»Als ich zum VdK kam, fanden die Beratungen auch auf der Konrad-Adenauer-Straße statt. Ein altes Fachwerkhaus und absolut entgegen aller Vorstellungen von Barrierefreiheit«, erzählt Heike Herrig vom Sozialverband VdK - Ortsverband Solingen/Remscheid. »Ausgetretene Treppen - und im Beratungsbereich ging es steil aufwärts« erinnert sie sich.
Dann zog der VdK für fast zehn Jahre in die evangelische Stadtkirche. »Unsere Mitglieder saßen, dem Durchzug ausgesetzt, in einem langen Flur«, so Herrig. Von der Außenwelt abgeschnitten, saß die damalige Sachbearbeiterin, Frau Schulz, verloren in einem großen Saal. »So kam es auch vor, dass die Beratungen vor der Kirchentür erfolgten, weil wir vergessen wurden« so Herrig. Endlich, nach langer Zeit und vielen Diskussionen, konnte der VdK vor rund sieben Jahren in die Augustastraße ausweichen und dort Räumlichkeiten anmieten.

Beratung in der Garage

Dort fanden dann zweimal im Monat für vier Stunden Sprechstunden in einem Büro statt, das nicht größer als eine Garage war – ohne Wasseranschluss und Toilette. »Hier begann die Karriere unserer ehrenamtlichen »Bauherren« und Damen, die neben ihren beruflichen Hauptbeschäftigungen sehr viel Zeit zur Durchführung ihres Ehrenamtes aufbrachten«, so Herrig.
Handwerkliches Geschick, Ideenreichtum und sehr viel Lebensfreude brachten den Erfolg. Schon nach kurzer Zeit mussten die Ehrenamtler feststellen, dass das Büro den Bedürfnissen der immer größer anwachsenden Mitgliederzahlen nicht mehr gerecht wurde. So musste eine neue, eine größere Beratungsstelle her. Es ergab sich, dass eine Türe weiter ein größeres Büro frei wurde. Die Ehrenamtler legten wieder Hand an. Es wurde gehämmert, gesägt, gestrichen und entrümpelt.

Endlich gibt es große Büros

Voller Stolz konnte der Verband dann vor zwei Jahren den Mitgliedern ein neues und größeres Büro zur Verfügung stellen, in dem jeden Donnerstag im Monat Sprechzeiten abgehalten wurden. Jetzt hat man mit der Kraft der Jungen und der Erfahrung der Älteren sein Ziel erreicht. »Wir sind uns alle darüber einig, dass die jungen Menschen die Zukunft des Sozialverbandes VdK sind und so werden wir in diesem Sinne am Erfolg des VdK Kreisverbandes Bergisch Land, der mehr als 9.300 Mitglieder aufweist, weiterarbeiten.« Vor 70 Jahren lag Wuppertal nicht allein in Schutt und Asche, das gleiche Schicksal traf auch die Städte Solingen und Remscheid.

Kriegsversehrte und Hinterbliebene

Auch dort gab es viele Kriegsversehrte, Hinterbliebene und Waisen in Not. Um für ihre Rechte zu kämpfen, schlossen sie sich 1947 zu Gemeinschaften zusammen. Das war die Geburtsstunde des VdK.
Damals wurde der Verein gegründet, um nach dem Zweiten Weltkrieg für eine ausreichende Versorgung der Bedürftigen einzutreten. Heute steht die Sozialberatung im Vordergrund.
Ende 2016 hatte der VdK Kreisverband Bergisch Land fast 8.700 Mitglieder und im Jahr 2017 wurden es schon über 9.000. »Die meisten kommen zu uns, weil sie Probleme mit den Sozialversicherungen haben. Es geht um Bescheide, mit denen die Betroffenen nicht einverstanden sind wie um das Schwerbehindertenrecht oder um Probleme bei der Pflege. Erste Anlaufstelle sind meist die Vorsitzenden der Ortsverbände. Sie machen keine juristische Beratung, sondern verweisen an die Kreisgeschäftsstelle«, erklärt Herrig. Die juristische Beratung können allerdings nur VdK-Mitglieder in Anspuch nehmen.

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