Julia Lippert

Pflegeschüler übernehmen Station

Solingen. Die angehenden Krankenpfleger zeigten in der St. Lukas Klinik, was sie bereits können

In der St. Lukas Klinik übernahmen die Pflegeschüler im Rahmen eines Projektes des Katholischen Bildungszentrums Haan im Zeitraum vom 2. bis 9. März selbstständig eine Station. Dabei lernten die angehenden Krankenpfleger all das über ihren Beruf, was in Büchern nicht zu finden ist.
Für die zwölf Oberschüler wurde es in der letzten Woche ernst: Jetzt übernahmen sie das Kommando auf einer Station der St. Lukas Klinik. »Zuerst hatte ich Angst vor der großen Verantwortung, denn wenn man im Krankenhaus Fehler macht, sind die Auswirkungen gravierend«, sagt Auszubildende Jasmin Singh, »Wir konnten uns nun nicht mehr auf die Krankenschwestern verlassen und wenig Rücksprache mit ihnen halten.«

Vielfältige Berufspraxis sammeln


Das Ziel des Projektes bestand darin, den Schülerinnen und Schülern einen realistischen Eindruck von den umfangreichen, vielfältigen und verantwortungsvollen Aufgaben auf einer Station zu geben. »Es ist eine hervorragende Vorbereitung auf ihren späteren Beruf. Die Ausbildung umfasst zwar auch einen praktischen Teil, jedoch ist sehr viel Übung nötig«, sagt Sandra Schmidt, Lehrkraft am Katholischen Bildungszentrum Haan. Die duale Ausbildung zum Gesundheits-und Krankenpfleger dauert drei Jahre und umfasst zwei grundsätzliche Stationen: Die theoretische Ausbildung erfolgt an der Krankenpflegeschule und der praktische Teil in den Fachabteilungen des Krankenhauses.

Hohes Maß an Verantwortung

»Es wird ein hohes Maß an Verantwortungsgefühl von den Pflegeschülern verlangt. Sie müssen viel mehr organisatorische Aufgaben übernehmen als nur die Dienstplanung«, sagt Melanie Mehlhorn, stellvertretende Pflegedirektorin. »Sie müssen Lösungen zur Bekämpfung von Krankheiten alleine finden und bekommen sie nicht mehr von der Krankenschwester vorgegeben. Auch mögliche Gruppenkonflikte müssen sie zügig lösen.« Solche Konflikte hat es in der Gruppe glücklicherweise kaum gegeben. »Wir verstehen uns sehr gut und helfen uns gegenseitig. Das hat uns die Arbeit um ein Vielfaches erleichtert«, sagt Jasmin Singh. Die Stationsleitung ist mit den Leistungen der Pflegeschüler sehr zufrieden: » Sie haben gezeigt, in welch kurzer Zeit sie eigenverantwortlich die Station leiten können. Nach nur wenigen Tagen hatten sie alles im Griff.
Auch die Schichtleitung, für die immer täglich jemand anderes eingeteilt war, funktionierte problemlos. Und letztlich hat es uns allen eine Menge Spaß gemacht«, erklärt Alessandra Meinen. Auch von den 24 Patienten, die sie betreuten, bekamen sie eine positive Resonanz:

Patienten fühlten sich gut versorgt

»Die Patienten sagten uns, dass sie sich bei den Pflegeschülern sicher und gut versorgt fühlten. Man erkannte es auch an den vielen strahlenden Gesichtern«, sagt Cerstin Tschirner, Leiterin der Unternehmenskommunikation der St. Lukas Klinik.

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