Julia Lippert

»Ohligs braucht mehr Supermärkte!«

Solingen. Edeka hat beim Landgericht Klage gegen den alten und den neuen Investor des ehemaligen Olbo-Geländes eingereicht. Der Konzern will dort endlich eine neue Filiale bauen.

Mit riesigen Kränen rissen die Bauarbeiter innenhalb kürzester Zeit den Großteil des Gebäudekomplexes der ehemaligen Olbofabrik ab und transportieren derzeit die Überreste mit Baggern ab. Damit ist schon bald Platz für die 300 Wohnungen, die der neue deutsch-niederländische Projektentwickler Kondor?Wessels bauen will. Doch nicht nur Wohnraum, sondern auch Platz für einen Vollsortimenter soll geschaffen werden.

Planung zum Supermarkt wurde abgebrochen

Doch die gemeinsame Planung zwischen Investor und dem Konzern Edeka sind nun gewaltig ins Stocken geraten: »Es hat einige gemeinsame Planungsgespräche gegeben, doch als es um die Umsetzung ging, hat Kondor Wessels das Gespräch mit uns abgebrochen«, sagte ein Sprecher von Edeka Rhein-Ruhr auf Nachfrage der Wochenpost-Redaktion. Auf Kontaktversuche habe Kondor Wessels nicht mehr reagiert, sagt der Sprecher.
Nachdem Edeka schon im August damit gedroht hatte, notfalls gegen den alten sowie neuen Besitzer des ehemaligen Olbo-Areals in Ohligs gerichtlich vorgehen zu wollen, macht der Handelsriese jetzt Ernst: Edeka hat beim Landgericht Wuppertal eine Klage gegen die vorherige Eigentümerin, die Gräfin von Thun und Hohenstein Veit sowie gegen den neuen Investor Kondor Wessels eingereicht. Denn der Konzern will dort endlich mit der Planung des Supermarkts vorankommen.
Das Unternehmen hatte vor einigen Jahren einen Mietvertrag mit der vorherigen Eigentümerin der Gräfin von Thun abgeschlossen. Laut diesem stehe Edeka auf dem Olbo-Areal Platz für eine neue Filiale zu. Man ist sich sicher, dass der Vertrag auch für den neuen Eigentümer gültig sei.

Edeka will Mietrecht vor Gericht durchsetzen

»Wenn die 300 Wohnungen fertig sind, werden hunderte von Menschen mehr in Ohligs leben. Da steigt der Bedarf nach einem Lebensmittelhändler in Ohligs noch mehr an. Wir wollen endlich eine Filiale bauen, um diesen Bedarf zu decken«, sagte ein Sprecher von Edeka Rhein-Ruhr. Doch in der aktuellen Bauzeichnung von Kondor?Wessels-Geschäftsführer Leo W. A. de?Man ist kaum noch Platz für Einzelhandel. Auf Anfrage der Redaktion wollte sich Kondor?Wessels nicht zum Konflikt mit der Supermarktkette äußern.

Bürger wünschen sich Lebensmittelhändler

Doch was sagen die Bürger zu den Planungen auf dem Olbo-Gelände? In den letzten Monaten haben sich viele in Form von Bürgerbeteiligungen zu den Bauplänen geäußert und Vorschläge gemacht. Besonders um die Parkplatzsituation sorgen sich viele Bürger. Darunter ist auch das Ehepaar Wolfgang und Hannelore Hein, das auf der Aachenerstraße, direkt neben dem Olbo-Gelände wohnt: »Ein Supermarkt wäre schon immer sinnvoll in Ohligs gewesen. Doch wenn bald über 700 Menschen in die 300 Wohnungen  in Ohligs ziehen, dann brauchen wir auf jeden Fall Läden, um Lebensmittel zu kaufen.« Auch ihr Nachbar Jannis Tranidis, der gerade mit seinem Hund Spike neben der Baustelle spazieren geht, hofft auf eine schnelle Einigung zwischen Investor und Handelsriesen. »Bei so vielen Menschen müssen Parkplatz- und Kaufangebote dringend angepasst werden«, sagt er. Denn in Ohligs gibt es lediglich am anderen Ende der Düsseldorfer Straße einen Supermarkt und auf der Bonnerstraße, doch zu Fuß sei das schon ein gutes Stück entfernt.
Auch von dem alternativen Standort für einen Supermarkt hört man bisher noch nichts: Die Sparkasse möchte einen solchen im Globus-Gebäude bauen. Sie stehe schon seit längerem im Gespräch mit der Stadt Solingen und Supermarkt-Ketten. Ob sie auch mit Edeka im Gespräch stehe, verrät die Sparkasse Solingen bisher nicht.

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