Klingenmuseum: »Ich möchte wieder mehr Solinger hier sehen«

Solingen. Das Deutsche Klingenmuseum soll ein neues Konzept bekommen. Wir haben uns dazu mit Museumsleiterin Isabel Immel unterhalten.

von Volker Budinger

Das Deutsche Klingenmuseum steht vor  einigen Veränderungen. Derzeit wird an einem neuen Konzept für die Einrichtung gefeilt.

Wir haben Museumsleiterin Isabel Immel dazu  befragt.

Derzeit wird an einem neuen Konzept für das Klingenmuseum gefeilt. Welche Ideen haben Sie denn dafür?


Isabel Immel: Die neue Präsentation soll das gegenwärtige Prinzip einer chronologischen Schausammlung verwerfen. Stattdessen sind in einzelnen Räumen relevante Themen zu bieten, die, über zeitliche und geographische Grenzen hinweg, Inhalte erlebbar machen.

Solche Themen sind z.B.: »Essen & Tafelkultur« , »Fechten & Kampfkunst«, »Solingen & Schmiedehandwerk«, »Klingenkunst & Angewandte Kunst«, »Krieg & Gewalt«, »Kloster & Kirchenschatz«.

Eine moderne Szenographie soll das Publikum zur Interaktion einladen und von aktuellen Formen der Vermittlung Gebrauch machen.
 
Was möchten Sie mit neuen Konzepten in Zukunft erreichen, wen möchten Sie damit ansprechen?

Immel:
Das Deutsche Klingenmuseum Solingen ist mit seiner Sammlung ein kulturhistorisches Spezialmuseum, das gleichzeitig Referenzort für die Geschichte Solingens mit seiner Klingenproduktion und Magnet für ein internationales, klingenbegeistertes Publikum ist.

Aus dieser Kombination erwachsen seine herausragende Bedeutung für die Stadt Solingen und sein Selbstverständnis. Daher möchte ich wieder mehr Solingerinnen und Solinger im Museum sehen, auch stärker wieder Besucherinnen und Besucher aus dem Umland.

Und natürlich soll das Klingenmuseum die Adresse für ein klingeninteressiertes internationales Publikum bleiben. Die Gäste sollen die Möglichkeit erhalten, sich auf unterschiedlichen Wegen nach eigenen Wünschen der Sammlung zu nähern.

Die Ausstellung muss so flexibel konzipiert sein, dass einerseits spezifisch auf unterschiedliche Besuchergruppen eingegangen werden kann und andererseits die Einbringung aktueller Themen immer möglich bleibt.

Was ist nötig, um das Klingenmuseum zukunftsfähig zu machen ?

Immel:
Das Deutsche Klingenmuseum Solingen ist nach 25 Jahren veraltet. In der jetzigen Aufstellung kann es die gestiegenen Erwartungen seiner Zielgruppen nicht mehr erfüllen – in der modernen Museumslandschaft ist das Haus nicht mehr wettbewerbsfähig.

Es ist die grundlegende Neugestaltung des Klingenmuseums, die nötig ist, wenn das Haus nicht in den kommenden Jahren gänzlich an Bedeutung verlieren soll.
 
Wie können diese Ideen konkret werden?
       
Immel: Zunächst ist der Ratsbeschluss Mitte Februar abzuwarten. Nach einem positiven Beschluss werden dann externe Museumsfachleute aufgefordert, die nach unseren Leitideen ein Zukunftskonzept für das Museum entwickeln und im Sommer vorzustellen. Daraus ergeben sich die nächste Schritte. Insgesamt kann man von einem mehrjährigen Prozess ausgehen.
 
Was wären Hindernisse auf dem Weg zur Umsetzung und wie könnte man diese ausräumen?

Immel: Es sind natürlich die finanziellen Herausforderungen, die die Umsetzung des Zukunftskonzeptes betreffen, die eine große Hürde darstellen. Sind allerdings erst einmal die Maßnahmen definiert, können gezielt Fördermittel akquiriert werden.

Das Klingenmuseum

  • Adresse: Klosterhof 4
  • Geöffnet: täglich von 10 bis 17 Uhr,  freitags     14 – 17 Uhr, montags     geschlossen
  • www.klingenmuseum.de

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