Julia Lippert

Abseits: Randsportarten der Region

Solingen. Es muss nicht immer Fußball sein. In unserer neuen Serie »Abseits« blicken wir hinter die Kulissen von seltenen, lustigen oder skurrilen Sportarten im Umkreis. In der ersten Folge besuchen wir die Solingen Alligators beim Training.

Gigantisch groß erscheint der Baseballpark Weyersberg. Doch schon aus der Entfernung erkenne ich Männer mit grünen Kappen, die kleine Bälle über den Platz schlagen und diese aus riesiger Distanz per Handschuh aufschnappen: Es handelt sich um die 1. Mannschaft der Solingen Alligators.
»In den USA ist Baseball eine der populärsten Sportarten überhaupt. In Deutschland ist es eine  Randsportart. Doch wir haben einige Männer im Team, die bereits international große Erfolge feiern konnten. Nach ihrer großen Karriere kommen sie zu uns nach Solingen«, sagt Peter Niemeyer, erster Vorsitzender des Vereins.

International erfolgreiche Baseballer

So auch Lars Eric Anderson, der in der Major League, der stärksten Profi-Liga der Welt, spielte. »Es ist ein großartiges Gefühl, vor tausenden von Menschen zu stehen, die dich alle anfeuern. Das sind starke Emotionen: Wenn deine Mannschaft gewinnt, ist es unbeschreiblich toll, doch wenn sie verliert, ist es extrem ärgerlich. Dort habe ich nicht nur von Trainern, sondern auch von Mitspielern  viel gelernt. Ich spielte zehn Jahre in Amerika, zeitweise in Japan und Australien. Jetzt bin ich froh, bei so einer netten Truppe in Solingen zu spielen«, sagt Anderson, der nun ganz in der Nähe des Stadions wohnt.

Hier jubeln ihm nicht mal Bruchteile der Menge zu, die er aus der Major League gewohnt war. Erfolgreich sind die Solinger aber ebenfalls. Dabei liegen die Stärken des Teams auf der Hand: »Wir zeichnen uns durch unsere hohe Schlagkraft aus. Spieler wie Wilson Lee oder Dustin Hughes  können  den Ball sehr weit schlagen. Dadurch erzielen wir diverse Homeruns«, sagt Pitcher Niels Hartkopf.
Beim Homerun trifft der Schlagmann den Ball und schafft es, noch während der Ball in der Luft ist, alle vier Bases abzulaufen und die sogenannte Home Plate zu erreichen, bis der Gegner den Ball fängt, erklärt er.

»Das Besondere ist die Vielfältigkeit des Sports. Die einen können schneller laufen, die anderen stärker schlagen oder besser werfen. Für jeden haben wir die passende Position«, sagt Wayne Ough, der früher erfolgreich in der australischen Olympiamannschaft spielte.
Jetzt ist er für die Solingen Alligators als Spieler und Trainer aktiv.
Beim Training teilt er die Mannschaft in drei Teile ein, die in drei Arealen an sich arbeiten: Die erste Gruppe übt das Fangen des Balles, die zweite Truppe das gezielte Werfen über immer größere Distanzen, andere machen Lauftraining. Später steht das Schlagtraining auf dem Programm.

Werfen, schlagen, fangen und rennen

Und dann bin ich selbst an der Reihe: Wayne Ough gibt mir den Schläger in die Hand und zeigt mir die korrekte Armbewegung. Er wirft, ich schlage den Ball. Weit fliegt er nicht, aber der Anfang ist gemacht.

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