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Heilsame Pflanzen für den Hausgebrauch

Im Garten, auf dem Fensterbrett, in der Küche

Die Kraft der Pflanzen kann sich jeder in seinem Heim zunutze machen. Ob als feiner Tee oder als heilsames Öl, als Duftspender oder einfach als Zutat für ein schmackhaftes Essen, wer sich einen kleinen Kräutergarten zulegt, hat immer die passende Pflanze für die Stärkung des Immunsystems, die Linderung von Beschwerden oder einfach für das persönliche Wohlgefühl. Manche dieser Pflanzen lassen sich im Zimmer aufziehen, andere brauchen mindestens einen Platz auf dem Balkon. Wer selbst Pflanzen nachziehen will, sollte samenfeste Sorten kaufen. Hybride Pflanzen sind unfruchtbar.

Die besten Heilpflanzen für Haus und Garten

Die Kamille ist eine der ältesten und bekanntesten Heilpflanzen in unseren Breitengraden. Viele erinnern sich an den typischen Geschmack, der sie durch die Kindheit begleitet hat. Die Kamille hat starke heilende Kräfte und kann als Tee getrunken aber auch zu Cremes verarbeitet werden. Natürlich kann man mit den getrockneten Blüten auch inhalieren.

Die Kamille wächst nicht gern in der Wohnung sondern braucht mindestens einen reichlich großen Topf auf dem Balkon. Die Samen sind sehr fein und empfindlich, darum sät man sie an Ort und Stelle aus. Nach der Blüte werden die Pflanzenteile getrocknet (Blüten und Blätter) und dunkel aufbewahrt. Das meist einjährige Kraut kann durch die Samen aus den Blüten weiter vermehrt werden.

Hanf ist eine der ältesten Kulturpflanzen und überzeugt durch vielerlei mögliche Anwendungen. Mit hochwertigen Hanfsamen kann man zum Beispiel leckere Gerichte zubereiten, die zugleich eine heilsame Wirkung auf den Körper haben. Sie beruhigen den Magen und den Darm, enthalten alle Aminosäuren, die der Körper braucht und sind voller Proteine und guter Fette. Sie wirken gegen Stress, unterstützen Sportler, indem sie den Stoffwechsel optimieren und helfen Frauen gegen PMS. Kurzum, die Wirkung von Hanfsamen ist unvergleichlich. Natürlich kann man die Samen auch zu Pflanzen züchten und dann zum Beispiel eine heilende Salbe aus den Blüten und Blättern herstellen. Nicht zuletzt kann Hanf auch geraucht werden und wirkt dabei entspannend und stimmungsaufhellend. Es sollte jedoch möglichst nicht mit gesundheitsschädlichem Tabak vermischt werden.

Der gute Salbei ist ein echtes Allheilmittel und wächst sowohl draußen im Beet als auch auf dem Balkon oder – in einem großzügigen Topf – auf dem Fensterbrett. Nicht nur in der Erkältungszeit kann dieses Kraut seine Kraft entfalten. Einerseits kann man einen Tee daraus kochen, der Erkältungsbeschwerden lindert und den Körper aufbaut. Dann kann man mit einer Tinktur aus Salbei gurgeln und lästige Halsschmerzen loswerden. Wer Salbei zu einem Fußbad hinzufügt, der wird seinen Fußpilz wieder los, und als Kompresse wirkt der Salbei desinfizierend auf Wunden. Das ist besonders praktisch, wenn man draußen unterwegs ist und keine Wunddesinfektion zur Hand hat. Nicht zuletzt hilft Salbei auch gegen die typischen Beschwerden in den Wechseljahren. Dafür sollte der Tee regelmäßig getrunken werden, um Hitzewallungen und andere unangenehme Erscheinungen lindern zu können. 

Der aromatische Beifuß ist ein wärmendes Frauenkraut und gilt als Mutter aller Kräuter. Sein unscheinbares Aussehen sorgt dafür, dass er oft übersehen wird, obwohl er bis zu zwei Meter groß werden kann. Er wächst auf Brachen, zwischen Geröll und an kargen Stellen im Garten, jedoch nie in der Wohnung. Die meisten kennen ihn als Beigabe zu fettem Essen wie der Weihnachtsgans, doch er kann viel mehr.

Der rote Streifen an seinem Stengel weist darauf hin, dass es sich um ein Frauenkraut handelt. Als Tee treibt er eine schwache Periode voran und hilft gegen Krämpfe. Er wärmt, regt die Verdauung an und wirkt anregend auf Beine und Füße (daher sein Name). Wanderer legten sich etwas Beifuß in den Schuh, um fit zu bleiben. Man kann mit dem getrockneten Beifuß auch räuchern und so die Atmosphäre eines Raumes verbessern.

Die Anwendung von Lavendel bewegt sich zum größten Teil im Bereich der Aromatherapie, und hier kann das violette Kraut eine Menge leisten. Lavendel hellt die Stimmung auf, wirkt gegen Ängste und Verspannungen und stärkt die Nerven. Angewendet wird er als Lavendelkissen, im Potpourri, als Tee, Öl oder Creme. Lavendel wächst sowohl im Garten als auch im Topf, in der Wohnung wird man mit der Anzucht jedoch kein Glück haben. Die getrockneten Stängel lassen sich jedoch schön in einer Vase drapieren und halten dort sehr lange, sodass sich der feine Duft auch direkt am gewünschten Ort verbreiten kann. 

Pflanzenteile ernten und trocknen

Manche Pflanzen können nicht gut getrocknet werden, weil sie dann an Aroma verlieren. Das gilt zum Beispiel für das beliebte Basilikum. Diese Kräuter friert man einfach ein, wo sie sich viele Monate halten. Die anderen werden geschnitten, in Bündeln zusammengebunden und an der Luft oder in einem Dörrautomaten getrocknet. Sie sollten dabei nicht der Sonne ausgesetzt sein. Wenn sie getrocknet sind, gibt man sie im Ganzen in ein verschließbares Gefäß und lagert sie im Dunkeln. Erst wenn sie verwendet werden, zerkleinert man sie. So bleiben sie aromatisch und können ihre ganze Kraft entfalten. 

Übrigens: Wenn das Basilikum draußen zur Blüte gelangt ist, kann er dennoch verwendet werden. Seine Bläser verlieren kaum an Aroma. Das Gute ist jedoch, dass die Blüten des Basilikums ebenfalls sehr schmackhaft sind. Sie können getrocknet werden und sind eine schöne Ergänzung im grünen Smoothie oder zum Salat. 

Heilpflanzen im Kübel überwintern 

Mehrjährige Pflanzen möchte man natürlich überwintern. Auf dem Balkon oder der Terrasse ist das problemlos möglich, denn hier sind die Pflanzen recht gut vor Frost geschützt. Auf jeden Fall sollten die Töpfe nah ans Haus gerückt werden. Eine Unterlage aus Styropor und das Umhüllen mit einem Kälteschutz, zum Beispiel einer ganz normalen Noppenfolie, schützt auch bei Minusgraden. Das Gießen sollte auch im Winter nicht vergessen werden! Im kommenden Frühjahr kann die Pflanze dann in ein größeres Gefäß umgesetzt werden. Manche bilden Ausläufer oder können durch Stecklinge oder Samen vermehrt werden. So kann man seinen Bestand an nützlichen Pflanzen ständig erweitern. Selbst gezogene Pflanzen oder eine selbst gemachte, heilende Creme sind sehr schön, persönliche Geschenke.