Online-Spielbanken vergleichen: Daran lassen sich seriöse Anbieter erkennen

Das Glückspiel hat in der ganzen Welt eine lange Tradition. Die ersten Würfelspiele können bis zu 5000 Jahre in der Geschichte der Menschheit zurückverfolgt werden. Von den ersten Kartenspielen zeugen schon Belege aus dem 14. Jahrhundert und auch so etwas wie Lotterien können bis ins 14. Jahrhundert zurückdatiert werden. 

Das Image des Glücksspiels hat seit dieser Zeit viele Höhen und Tiefen durchlaufen. Auf eine Blütezeit im 18. Jahrhundert folgte Mitte des 19. Jahrhunderts das Glücksspielverbot, das erst nach dem Zweiten Weltkrieg nachhaltig wieder aufgehoben wurde. Mit dem Glücksspielstaatsvertrag trat am 1. Januar 2008 erstmals eine rechtsverbindliche Regelung in Kraft, die das Glücksspiel in den legalen Raum zurückholt und Betreibern und Nutzern gleichermaßen Sicherheit bieten soll. Nach dem Glücksspielstaatsvertrag ist das Glücksspielwesen zwar Ländersache, wird aber unter eine einheitliche Rahmenvereinbarung gefasst, denen sich alle 16 Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland angeschlossen haben. 2012 wurde die ursprüngliche Fassung durch den ersten Glücksspieländerungsstaatsvertrag ersetzt. Die für 2018 geplante neuerliche Ratifizierung blieb bisher allerdings aufgrund einer einheitlichen Gestaltung in allen Bundesländern erfolglos. 

Auch auf der Ebene der Europäischen Union gibt es Rahmenbedingungen, die das Glücksspiel und das Betreiben von Spielbanken und Casinos rechtlich regeln. Die Forschungsstelle Glücksspiel der der Universität Hohenheim hat auf ihrer Internetseite umfangreiche Informationen zur gesetzlichen Regelung des Glücksspiels auf deutscher und europäischer Ebene zusammengestellt, die Verbrauchern als Orientierungshilfe dienen können. Vor allem mit dem vermehrten Aufkommen der Online-Casinos ist es zunehmend schwerer geworden, einen gesetzlichen Rahmen zu schaffen, der sich konsequent kontrollieren lässt. Deshalb sind Verbraucher zu ihrem eigenen Schutz dazu angehalten, Angebote im Bereich Online-Casinos kritisch zu prüfen und Anbieter zu wählen, die im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrages agieren. Vor allem Verbraucher, die beabsichtigen, echtes Geld ins Spiel zu investieren, sollten sich im Vorfeld die Zeit nehmen, um ihren Anbieter genau unter die Lupe zu nehmen. Zwar ist das Angebot im Bereich Online-Casinos in den letzten Jahren nahezu unüberschaubar geworden, es gibt jedoch Kriterien, an denen sich seriöse Veranstalter von Online-Glücksspielen von den vereinzelten schwarzen Schafen der Branche unterscheiden lassen: 

1. Die Glücksspiellizenz überprüfen

Zur Sicherung der Kontrolle über den gewerblichen Betrieb von Spielbanken und Online-Casinos vergibt die Europäische Union so genannte Glücksspiellizenzen an seriöse Anbieter. Die Lizenzen können von verschiedenen Ländern vergeben werden. Die Richtlinien zur Vergabe einer Glücksspiellizenz sind Ländersache. Eine vollständig einheitliche Lösung gibt es hierzu noch nicht. Die 28 Mitgliedstaaten der EU arbeiten allerdings an einer gemeinschaftlichen rechtlichen Vorgabe. Eine wesentliche Voraussetzung für die Erteilung einer Glücksspiellizenz ist allerdings die Verwalter der Spielergelder. Casinos sind dazu verpflichtet, alle Gelder von Spielern getrennt von sonstigen geschäftlichen Aktivitäten zu verwalten. Dies stellt einen besonderen Schutz des Verbrauchers dar und soll sicherstellen, dass erzielte Gewinne auch tatsächlich jederzeit ausbezahlt werden können. 

Grundsätzlich sollten seriöse Anbieter von Glücksspielen auf ihrer Homepage deutlich auf ihre Glücksspiellizenz hinweisen und dem Kunden eine Kontaktmöglichkeit anbieten, die ihn an die zuständige Regulierungsbehörde verweist. Mit der auf der Homepage des Anbieters hinterlegten Lizenznummer sind Verbraucher so in der Lage, zu verifizieren, ob die Lizenz tatsächlich bei der Regulierungsbehörde gelistet ist. Wer ganz sicher gehen möchte, an einen seriösen Anbieter zu geraten, ist mit diesem kleinen Umweg gut beraten. Tatsächlich gibt es auch einige unseriöse Anbieter, die eine gefälschte Lizenz auf ihrer Homepage ausweisen. Eine kurze Überprüfung bei der zuständigen Regulierungsbehörde schafft Klarheit. 

Bei Anbietern, die auf ihrer Internetseite keinen Hinweis auf ihre Glücksspiellizenz geben, ist grundsätzlich eher zur Vorsicht geraten. 

2. Transparenz bei Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzrichtlinien

Ebenso wie die Glücksspiellizenz sollten auch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und die Hinweise zu den Datenschutzrichtlinien auf der Homepage eines Anbieters gut sichtbar ausgewiesen sein. Verbraucher sollten ohne großen Suchaufwand in der Lage sein, sämtliche rechtlichen Grundlagen einer potentiellen Zusammenarbeit einzusehen und zu überprüfen. Die meisten seriösen Anbieter integrieren bereits auf ihrer Startseite einen gut sichtbaren Link zu ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen und ihren Datenschutzrichtlinien. 

Verbraucher sind angehalten, von der Bereitstellung der rechtlichen Hinweise Gebrauch zu machen und diese vor dem ersten Einsatz von Bargeld oder einer Registrierung sorgfältig durchzulesen. Vor allem die Richtlinien im Hinblick auf Ein- und Auszahlungen sind hier von Relevanz. 

3. Startguthaben und Boni werden sofort gutgeschrieben

Vor allem Online-Casinos und Anbieter von Sportwetten garantieren Neukunden inzwischen gerne gewisse Boni wie zum Beispiel ein Startguthaben. Seriöse Anbieter schreiben ein Startguthaben gleich bei der Registrierung oder spätestens mit der ersten eigenen Einzahlung dem Kundenkonto gut. Vorsicht ist dagegen geboten, wenn die versprochenen Boni oder ein Startguthaben erst nach einem gewissen Mindestumsatz gewährt werden. 

4. Eine sichere Verbindung für den Zahlungsverkehr

Der Zahlungsverkehr im Internet ist eine heikle Angelegenheit. Das Bundeskriminalamt warnt im Bereich Internetkriminalität vor allem vor Identitätsdiebstahl und Phishing. Damit persönliche Zahlungsdaten nicht von Hackern gestohlen werden können, sollten Verbraucher deshalb immer darauf achten, Zahlungen nur über eine spezielle gesicherte Verbindung durchzuführen. 

Seriöse Online-Casinos bieten ihren Kunden für den Zahlungsverkehr einen so genannten SSL-Server an. Erkennbar ist eine so gesicherte Internetverbindung an einem kleinen Schlosssymbol und der Bezeichnung https in der Adresszeile. Nutzer von Online-Casinos sollten jegliche Zahlungsaktivitäten ausschließlich über verschlüsselte SSV-Server vornehmen. 

Ein weiterer Hinweis auf die Seriosität eines Anbieters sind die Zahlungsmethoden, die dem Nutzer angeboten werden. Besonders sicher sind Zahlungen über PayPal oder Paydirekt. Auch Zahlungen über eine registrierte Kreditkarte sind relativ sicher, allerdings sind grundsätzlich Zahlungsmethoden zu bevorzugen, bei denen keinerlei Preisgabe von persönlichen Bankdaten erforderlich wird. Wer im Hinblick auf den Zahlungsverkehr ganz auf Nummer sicher gehen möchte, sollte Anbieter wählen, die an der Börse notiert sind. Diese sind garantiert seriös und bieten häufig Zahlungsmethoden wie PayPal oder Paydirekt an. 

5. Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 

Der schlechte Ruf, der dem Glücksspiel lange Zeit anhaftete, hängt vor allem mit der Gefahr der Glücksspielsucht zusammen. Heute beschäftigt sich die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eingehend mit dieser Thematik und warnt Verbraucher vor den Gefahren, die das Glücksspiel in dieser Hinsicht bergen kann. Auf der Internetseite www.spielen-mit-verantwortung.de informiert die BZgA ausführlich über Signale und Auswirkungen der Glücksspielsucht und vermittelte Kontakte zu Beratungsstellen und verschiedenen Hilfsangeboten. 

Seriöse Casino-Betreiber kooperieren mit der BZgA, indem sie beispielsweise auf ihrer Internetseite selbst noch einmal ausdrücklich auf die Gefahren der Glücksspielsucht hinweisen und ihren Nutzern Informationen zu den Angeboten der BZgA zur Verfügung stellen. Idealerweise sind die Hinweise zum Thema Glücksspielsucht bereits auf der Startseite eines Online-Casinos ausgewiesen oder können zumindest über einen direkten Link ohne großen Suchaufwand eingesehen werden. 

6. Umfangreiche Kontaktmöglichkeiten und Kundendienst

Seriöse Online-Casinos legen Wert darauf, ihren Kunden hochwertige Dienstleistungen anzubieten. Deshalb erkennt man seriöse Anbieter unter anderem auch daran, wie gut ihr Kundendienst ausgebaut ist und welche Kontaktmöglichkeiten sie ihren Nutzern bieten. Sind die Betreiber eines Online-Casinos zum Beispiel zu regelmäßigen Bürozeiten auch telefonisch zu erreichen oder gibt es leicht zugängliche Kontaktformulare oder ein Forum zum Austausch, ist dies ein gutes Zeichen. Viele seriöse Anbieter haben auch eine separate Beschwerdestelle oder eine gesonderte Abteilung zu allen Fragen zum Zahlungsverkehr eingerichtet. Auch ein in Deutschland ansässiger Firmensitz oder zumindest eine Zweigstelle, die im Problemfall auch postalisch erreicht werden kann, zeugt von einem vertrauenswürdigen Anbieter. 

Die Kontaktmöglichkeiten sollten Nutzern offensichtlich auf der Internetseite zugänglich gemacht werden. Wurde eine Telefonzentrale für Nutzeranfragen eingerichtet, ist es wichtig, dass dort kompetentes Personal eingesetzt wird, das auskunftberechtigt ist und gegebenenfalls an zuständige Stellen weitervermitteln kann. 

Sind Anbieter dagegen nur auf elektronischem Wege erreichbar und ist keine konkrete Anschrift oder Telefonnummer hinterlegt, sollten Verbraucher vorsichtig sein. Hier kann es sich um eine Scheinfirma handeln, die im Falle einer rechtlichen Auseinandersetzung nicht in ausreichendem Maße greifbar ist. 

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