Handysüchtig: Ab wann ist es soweit?

Die Handysucht ist in aller Munde - kein Wunder, denn schließlich sind Smartphones mittlerweile zu unabdinglichen Begleitern des modernen Lebens mutiert. Zahllose Apps sollen dem Nutzer den Alltag erleichtern und fesseln ihn gleichzeitig an das Gerät. Dabei macht es keinen Unterschied, ob User stundenlang chatten oder Games wie Spielautomaten oder Candy Crush auf ihrem Handy spielen - wenn sie es einmal in die Hand nehmen, legen sie es in der Regel nicht wieder so schnell weg. Das gilt auch für Schüler, die unter anderem dem Unterricht weniger aufmerksam beiwohnen, wenn sie ihren kleinen Taschencomputer davor nicht abgeben müssen. Doch ab wann besteht eine handfeste Handysucht? Und wie geht überhaupt ein verantwortlicher Umgang mit dem Smartphone? Dieser Artikel klärt auf. 

Warum macht ein Handy süchtig?

Im Gehirn des Nutzers wird Dopamin freigesetzt wenn dieser ein Like für sein kürzlich hochgeladenes Foto erhält oder jemand auf seine neueste Insta-Story kommentiert. Deshalb ist er auch so schnell zur Stelle, wenn auf dem Bildschirm eine neue Benachrichtigung aufleuchtet. Nüchtern betrachtet ist der Großteil dieser Meldungen zwar kaum der Rede wert - doch der Nutzer hängt noch diesem einen Mal nach, als sein Schwarm ihm eine Privatnachricht geschrieben oder sein Idol seinen Tweet geretweetet hat. Im Prinzip besteht die Sucht also aus einer Jagd nach einem ständigen Hochgefühl. Besonders gefährdet sind Kinder und Teenager, in deren Alltag die neue Technologie besonders stark verankert ist und die möglicherweise ihre Nutzung noch nicht so stark reflektieren. 

Anzeichen für eine Handysucht

Woran kann ein Nutzer nun bei sich oder gegebenenfalls seinen Kindern feststellen, ob eine Handysucht besteht? Es gibt einige Anzeichen. Wer seine Nutzung nicht mehr ganz unter Kontrolle hat, lügt beispielsweise darüber, wie lange er pro Tag mit dem Handy verbringt. Auch wenn ein User plötzlich weniger Zeit mit seinen Freunden im echten Leben zusammen ist - Chats und Skype-Gespräche zählen nicht! - ist das bedenklich. Das gilt auch, wenn andere Freizeitaktivitäten vernachlässigt werden. Schließlich kann jeder Nutzer auch einen leichten Selbsttest durchführen: Zückt er das Handy auch in unangemessenen Situationen, zum Beispiel gleich nach dem Sex? Wie fühlt er sich, wenn er das Handy mal einen Tag zu Hause lässt? Insbesondere wenn ihm letzerer Versuch große Probleme bereitet, sollte er darüber nachdenken, seine Handynutzung zurückzuschrauben. Wenn bereits eine handfeste Sucht besteht, ist das manchmal alleine allerdings nicht mehr möglich. Der Nutzer sollte dann professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, um wieder zu einem verantwortungsbewussten Konsum zurückzufinden. 

Wie sieht verantwortungsbewusster Umgang mit dem Smartphone aus?

Doch wie geht das überhaupt? Ein grundlegendes Prinzip ist schon mal, die Nutzung zeitlich einzuschränken. So sollten User nie länger als eine Stunde am Stück mit ihrem Smartphone verbringen und sich nach Ablauf dieser Stunde bewusst anderen Aktivitäten - zum Beispiel Sport oder einem Treffen mit Freunden - zuwenden. Um auch im Job oder beim Lernen nicht ständig abgelenkt zu werden, sollten User sich designierte Zeiträume für die Handynutzung schaffen - und auch wirklich nur dann WhatsApp checken, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Die Kontakte werden es aushalten, mal eine Stunde oder dreißig Minuten auf eine Antwort warten zu müssen. Schließlich gilt: Eine Stunde vor dem Zubettgehen gehört das Handy aus der Hand! Nur so ist für einen gesunden Schlaf gesorgt. 

Fazit: So praktisch ein Smartphone auch ist, es birgt durchaus Gefahren. Wer diese umschiffen kann, hat auf lange Sicht viel mehr Freude daran. 

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