Strom sparen: Das kann helfen, die Stromrechnung effizient zu reduzieren

Der Faktor Strom bildet zumeist einen relativ großen Anteil der gesamten Nebenkosten im Haushalt. Obwohl Geräte wie Fernseher und Waschmaschine zunehmend weniger Strom benötigen, ist die Rechnung für Elektrizität oftmals am Ende des Monats doch höher als erwartet. Grund dafür ist allerdings oft nicht nur der Verbrauch, sondern auch die gestiegenen Kosten pro Kilowattstunde. Wie man trotzdem Strom spart und für einen möglichst geringen Preis pro Kilowatt Strom konsumiert, sollte deswegen in den Fokus gestellt werden.

Hohe Unterschiede zwischen Stromanbietern

Zwar steigt der Preis pro Kilowattstunde im Durchschnitt signifikant, die Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern ist trotzdem für den Kunden spürbar. Besonders vorsichtig sollte man dabei mit Lockangeboten sein, bei denen ein unterdurchschnittlicher Preis angeboten wird. Das niedrige Niveau gilt zumeist nur in den ersten Monaten oder im ersten Jahr. Deshalb sollte nach einer Preisgarantie verlangt werden, die sicherstellt, dass man den günstigen, angebotenen Preis auch tatsächlich zumindest für die ersten 12 Monaten erhält.

Wie lässt sich die Qualität der Angebote verschiedener Stromanbieter am besten vergleichen? Eine Möglichkeit ist der Service von stromvergleich.de. Hier können Angebote und Preise übersichtlich verglichen werden. Dabei können auch Zusatzwünsche, etwa Ökostrom oder eine eigene, kostenlose Hotline, berücksichtigt werden.

Zusatzbelastung durch EEG-Umlage

Im Durchschnitt kostet eine Kilowattstunde für einen privaten Haushalt in Deutschland 29,16 Cent brutto. Rund 23 Prozent des Brutto-Strompreises in Deutschland 2017 verbraucht dabei die EEG-Umlage. Konkret heißt die zusätzliche Abgabe ‚Erneuerbare Energien Gesetz‘-Umlage. Durch die Abgabe können Ökostromerzeugern feste Einspeisevergütungen garantiert werden. Mittlerweile werden durch die EEG-Umlage Milliarden Euro vom Staat zusätzlich eingenommen.

Was kann dagegen unternommen werden? Im Prinzip sind die Steuern immer zu bezahlen. Je niedriger jedoch der Stromtarif ist, desto weniger fällt tatsächlich an Abgaben und Gebühren an. Selbst bei günstigen Stromtarifen spürt man die Zusatzbelastung EEG-Umlage trotzdem noch signifikant.

Zusatzkosten auf Rekordniveau

Dass Deutschland ein hohes Preisniveau hat, ist bekannt. Beim durchschnittlichen Strompreis liegt die Nation jedoch weit vor fast allen Konkurrenten. Während der EU-Durchschnitt beim Strompreis bei 20,78 Cent pro Kilowattstunde liegt, ist er in Deutschland bei etwa 29,51 Cent. Nur in Dänemark ist er mit 30,68 Cent pro Kilowattstunde noch höher. Währenddessen zahlen private Haushalte in Ländern mit einem hohen Lebenskostenniveau wesentlich weniger. In Luxemburg etwa zahlen Privatpersonen für den Haushalt nur durchschnittlich 17,67 Cent pro Kilowattstunde.

Der Preis ist nicht begründet darin, dass die tatsächlichen Stromerzeugungskosten derartig hoch in der Bundesrepublik sind. Vielmehr sind die Nebenkosten der eigentliche Faktor für einen derartig hohen Preis. Insgesamt 55 Prozent des durchschnittlichen Strompreises für private Haushalte in Deutschland bestehend lediglich aus Nebenkosten und Gebühren. Dazu gehört nicht nur die EEG-Umlage, sondern auch Offshore-Abgaben, Stromsteuer und natürlich die Mehrwertsteuer. Besonders häufig wird dabei kritisiert, dass diese auch mit der EEG-Zulage verrechnet wird. Tatsächlich werden im Durchschnitt für die Stromerzeugung selbst nur 5,63 Cent der Gesamtkosten von 29,16 Cent pro Kilowattstunde verrechnet.

Verblüffend ist der Anstieg des Strompreises in Deutschland in den vergangenen Jahren. Während 1998 noch brutto 17 Cent im Durchschnitt gezahlt wurde, waren es 2007 20,64. Erst in den letzten Jahren wurden Zusatzabgaben wie die Offshore- und die AbLa-Umlage eingeführt, die den Preis nachhaltig nach oben brachten. Um wenig für Strom zu zahlen, könnte man deshalb etwa nach Österreich auswandern. Hier ist der Strompreis im Durchschnitt um ein ganzes Drittel günstiger, ohne dass damit Einschränkungen für den Haushalt verbunden wären.

Kostenpunkt Heizen

Heizen ist neben der Warmwasseraufbereitung eine der größten Energieverbraucher überhaupt. Heizt man nicht mit Gas, Kohle, Holz oder Ähnlichem wirkt sich das natürlich auf die Höhe der Stromrechnung aus. Natürlich kann erst einmal die Zimmertemperatur in Betracht gezogen werden – schließlich wirkt sich eine um einen Grad verringerte Zimmertemperatur mit einer Reduktion von 6 Prozent der Heizkosten signifikant auf das Budget aus. Vor allem sollte die Heizung optimal genutzt werden. Möbel und Schränke vor Heizkörpern verhindern etwa, dass sich die Wärme gleichmäßig im Raum verteilt.

Dabei sollte nicht vergessen werden, dass Dämmung dazu beiträgt, mit geringen Heizkosten angenehme Zimmertemperatur konstant in der Wohnung oder Haus zu halten. Es braucht jedoch nicht in allen Fällen eine Komplettdämmung, um die Heizkosten zu senken. Eine Dämmfolie auf die Wand hinter die Heizkörper zu befestigen kann bereits helfen, den Wärmeverlust deutlich zu reduzieren. Besonders bei Altbauwohnung sind jedoch auch die Fenster und Verdichtungen bei den Fenstern heikle Stellen, die leicht durch gut gedämmte Verkittungen und Gläser ausgetauscht werden können und signifikante Unterschiede machen können.

Neukauf von technischen Geräten

Natürlich sollte man sich technische Geräte, die für den Haushalt eingesetzt werden – etwa Staubsauger, Waschmaschine und Co. – nicht kaufen, wenn die älteren Modelle noch reibungslos funktionieren. Beim Neukauf beim Elektrofachgeschäft kann man jedoch durch Achtsamkeit leicht auf Stromsparsamkeit achten. Man findet etwa bei Waschmaschinen, Mikrowellen, Trocknern und anderen stark Strom verbrauchenden Geräten das sogenannte Energie-Pickerl vor. Man sieht anhand der Sticker, wie viel Strom verbraucht wird. Besitzt man nur Geräte mit den besten Klassifizierungen, etwa AA+ und A+, spart man damit im Vergleich zum durchschnittlichen Haushalt in Deutschland viel Strom ein.

Stromfresser Computer und TV

Durch die vielen technischen Annehmlichkeiten für die Unterhaltung zuhause vergisst man leicht, dass die Geräte zumeist 24 Stunden pro Tag Strom verbrauchen. Viele Menschen vergessen den laufenden Fernseher oder Computer im Nebenzimmer und sorgen somit über Stunden für regelmäßige, unnötige Kilowattstunden zusätzlichem Stromverbrauch. Doch selbst, wenn man Laptop bewusst abschaltet, setzt man sie oftmals nur in den Standby-Modus. Über das Jahr gerechnet erhöht sich so durch den nicht notwendigen Standby-Modus, wenn man etwa außer Haus ist, bei allen Unterhaltungsgeräten wie Spielekonsolen, Fernseher und Rechner, die Stromrechnung signifikant.

Was ist die Lösung für die stromfressenden Geräte im Standby-Modus? Natürlich kann jedes Gerät immer einzeln heruntergefahren werden. Um wirklich keinen unnötigen Strom für die technischen Anlagen bei Nichtverwendung zu verschwenden, kann sich jedoch die Verwendung einer Multi-Steckdose lohnen. Dafür steckt man alle technischen Geräte, die man im jeweiligen Raum nur gelegentlich braucht, etwa Fernseher, DVBT-Box und Anderes, an die Multisteckdose. Für das komplette Ausschalten vor dem Schlafengehen, dem Verlassen des Hauses oder einfach nur weil man etwa in die Küche zum Kochen geht, muss dann lediglich der Aus-Ein-Schalter betätigt werden. Sich hier auf dem Laufenden zu halten ist wohl jedoch die wichtigste Maßnahme.


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