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Wollen die wirklich nur spielen?

Bienenschwarm legte kurzzeitig das Leben auf der unteren Hauptstraße lahm

Burscheid. (IT). Die Invasion kommt ohne Vorwarnung. Freitagnachmittag, kurz nach 15 Uhr. Urplötzlich wackelt und raschelt es in den Blättern eines Baums in der Kirchenkurve mehr als sonst. Kurz darauf schwillt ein bis dato sanftes Summen zu einem lauten Brummton an. Und nur Sekunden später färbt sich die Luft in der unteren Hauptstraße schwarz.

Ein großer Bienenschwarm sammelt sich buchstäblich in Windeseile und bildet eine schützende Traube, die sich an das Geäst schmiegt und immer weiter anwächst.

Verängstigte Passanten wechseln die Straßenseite, bleiben in den Häusern oder Autos. Schnell wird ein Imker gerufen, der die Tiere fachmännisch einfängt. Der Spuk verschwindet so schnell wie er gekommen ist.

Zurück bleiben Fragen. Ist ein Bienenschwarm gefährlich? Der Internetdienst www.haustiermagazin.com erklärt das Phänomen wie folgt: »Durch einen Bienenschwarm können sich neue Bienenvölker entwickeln. Es ist also ein wichtiger Vorgang für die Vermehrung. Normalerweise besitzt jedes Bienenvolk eine Königin. Schlüpft eine zweite, verlässt die alte Bienenkönigin mit einem Teil ihres Volkes den Bienenstock. Je nach Volkgröße können es 10.000 oder mehr Bienen sein, die sich auf die Suche nach einer neuen Behausung aufmachen. Die Menge kann für jemanden, der noch keinen Bienenschwarm erlebt hat, beängstigend sein.

Mit dieser Angst vor Bienenschwärme spielen gern Horrorfilme á la Killerbienen. Sehr schade, denn Bienenschwärme sind völlig harmlos. Sie haben keinerlei Interesse daran, einen Menschen anzugreifen, sondern wollen nur ihre Königin auf dem Schwarmflug beschützen. Und das machen sie, indem sie sich an einem Baum oder ähnlichem um sie herum versammeln – also eine schützende Traube bilden.«

Simone Neumann vom Bienenzuchtverein Bechem (BZV) ergänzt: »Man sollte vielleicht nicht als Unerfahrener so nah an einen Schwarm wie den im Burscheider Zentrum herangehen. Wahrscheinlich wären die Bienen auf der Suche nach einer Baumhöhle oder ähnlichem aber ohnehin weitergezogen.«

Versuchen Imker eigentlich, diese Völkerwanderungen zu verhindern? Schließlich päppeln sie die Tiere mit viel Liebe auf. Simone Neumann: »Wir Imker kümmern uns um die Schwarmvorbeugung und untersuchen die Völker auf so genannte Schwarmzellen, in denen die Königin heranwächst. Diese Zelle sieht aus wie eine Weintraube und wird entfernt, damit die alte Königin nicht mit einem Schwarm Bienen auszieht.«

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