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Erhellender Perspektivenwechsel

Umweltwoche: Planspiel versetzt Schüler in die Rolle afrikanischer Kommunalpolitiker

Rheinisch Bergischer Kreis. (IT). »Südsicht« lautet der Name eines Planspiels der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW e.V. (LAG 21 NRW), das Burscheider Schüler am vergangenen Donnerstag kurzzeitig in die Rollen von Kommunalpolitikern schlüpfen ließ.

Wir befinden uns im fiktiven Land Ghanesien, irgendwo in Afrika. Das Entwicklungsland ist seit rund 60 Jahren vom Joch der britischen Kolonialherrschaft befreit und versucht, nach den üblichen anfänglichen politischen Wirren, einigermaßen auf die Füße zu kommen. Das Problem: Dank des Klimawandels ist die Region rund um die Stadt Cape Shore großen Niederschlagsschwankungen ausgesetzt, die schon mal zu heftigen Überschwemmungen führen können. Zahlreiche Menschen wurden schon durch die Wassermassen getötet. Nun soll der Stadtrat über geeignete Hochwasser-Präventionsmaßnahmen entscheiden.

Die Zehntklässler der Ev. Realschule Burscheid finden sich unmittelbar im Zentrum einer parlamentarischen Debatte im Rathaus Cape Shores wieder. Zuvor müssen sie zentrale Ämter wie das des Bürgermeisters und der Fraktionsvorsitzenden wählen. Anschließend geht es darum, zwei mögliche Vorschläge der Problembewältigung zu diskutieren - und zwar aus der Perspektive der Menschen aus Cape Shore. Sollen Überflutungsflächen (sog. Retentionsflächen) angelegt oder ein Schutzwall errichtet werden? Welche Auswirkungen hat die jeweilige Maßnahme auf die Menschen, die in den betreffenden Gebieten leben? Werden heilige Stätten angetastet? Was bedeuten die Maßnahmen für die Anbau- und Weideflächen der Kleinbauern? Welche Auswirkungen haben sie auf den Tourismus? Muss man ausländische Hilfe für die Realisierung in Anspruch nehmen? Welche Fördergelder kann man von den Ländern beantragen, die für den Klimawandel ursächlich verantwortlich sind?

Die Jugendlichen wirken konzentriert. Manche müssen zunächst damit klarkommen, dass sie in einer anderen Haut stecken. Einige hängen natürlich auch gelangweilt auf ihren Stühlen (auch das kennt man aus »echten« politischen Debatten), doch die meisten diskutieren das Thema engagiert. Im Laufe der Zeit fällt auf, dass sie die Ungerechtigkeit realisieren, die mit vielen der Probleme zusammenhängen. »Schaut man sich ein paar einfache Zahlen an, dann wird schnell klar, wo das Problem liegt«, sagt Julia Steffen von LAG 21 NRW, die das Spiel betreut. Jeder Deutsche verursacht durchschnittlich zehn Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr. In Mosambik sind es gerade mal 0,3 Tonnen. Unsere ständige Benutzung von Smartphones, das Zurücklegen jedes noch so kleinen Weges mit dem Auto oder der ungeheure Fleischkonsum in unserer Gesellschaft tragen dazu bei, dass diese Werte erzielt werden und machen uns mit verantwortlich für die daraus resultierenden Naturkatastrophen.«

Dass sich dieser Fakt nachhaltig in den Köpfen der Schüler festsetzt, darauf hofft nicht nur Julia Steffen, die über das Spiel sagt: »Wir setzen ja nur Impulse und regen zum Nachdenken und zum Perspektivwechsel an.« Lehrerin Anne Elsweiler glaubt: »Die Kinder fahren ihre Antennen aus. Einige werden sich sicherlich in Zukunft Gedanken um Schwellenländer, Fleischkonsum und unser Klima machen - und darum geht‘s doch.«

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Kreispolizei sucht Kooperationspartner

Rheinisch Bergischer Kreis. Auch wenn es das aktuelle Wetter kaum glauben lässt, hat für die Polizei im Kreis Mettmann die Motorradsaison 2019 aktuell begonnen. Bereits Mitte Februar, als Meteorologen für das folgende Wochenende erstes schönes Frühlingswetter mit reichlich Sonnenschein und wärmeren Außentemperaturen bis im zweistelligen Celsius-Bereich voraussagten, warnte die Kreispolizei vor den besonderen Unfallgefahren beim "Frühlingserwachen der Motorräder". Die Meteorologen sollten Recht behalten, die Polizei leider auch. Denn tatsächlich gab es in diesen ersten warmen Tagen des Jahres auch schon wieder die ersten schweren Verkehrsunfälle, an denen Motorradfahrer beteiligt waren. Diese Unfälle setzen einen Trend fort, der nach aktueller Unfalljahresstatistik schon im Jahr 2018 eine höhere Unfallbeteiligung von Motorrädern (und dabei sind nicht Mofas, Mopeds und Kleinkrafträder erfasst), als in den Vorjahren erkennen ließ. Gegen diesen Trend will die Polizei im Kreis Mettmann in diesem Jahr verstärkt und gezielt vorgehen. Im beabsichtigten Maßnahmenspektrum wird auf verstärkte Prävention und Repression gesetzt. Oft drohen schwere Verletzungen Unfallauswertungen der vergangenen Jahre zeigen aber auch, dass in vielen Fällen gerade nicht die hochmotorisierten Zweiradfahrer die Verursacher der Unfallgeschehen, sondern oft vielmehr nur die besonders betroffenen Opfer sind, weil ihnen bei einer Unfallbeteiligung wegen fehlender "Knautschzonen" immer wieder schwere bis mitunter lebensgefährliche Verletzungen drohen. Aufgrund ihrer Erkenntnisse zielen die polizeilichen Maßnahmen in der nun aktuell begonnenen Motorradsaison 2019 nicht nur auf Motorradfahrerinnen und -fahrer, sondern gerade auch auf alle anderen motorisierten Verkehrsteilnehmer, welche die schmale Silhouette von Motorrädern im Straßenverkehr nicht selten übersehen. Polizeiliche Überwachungsmaßnahmen, dabei zum Beispiel auch der Einsatz des zivilen Video-Motorrads (ProViDa) der Kreispolizeibehörde, werden deshalb sowohl Verstöße von, aber auch zum Nachteil von Motorrädern verfolgen. Präventivaktionen richten sich ebenfalls sowohl an alle Bikerinnen und Biker, aber gerade auch an PKW-, LKW- oder Busfahrerinnen und -fahrer. Im Zusammenhang mit den in der ganzen Saison 2019 beabsichtigten Präventionsmaßnahmen, ist die Polizei im Kreis Mettmann aktuell noch auf der Suche nach interessierten und geeigneten Kooperationspartnern. Veranstalter von Automeilen und Fahrzeugbörsen, Trucker-Treffen oder Kraftfahrerstammtischen, Kfz- und Motorradhändler, die eigene Events planen oder Speditionen und Verkehrsbetriebe, wären hier begehrte Partner der polizeilichen Unfallprävention. Bei Interesse an Sondierungs- und Vorgesprächen dazu, sollten sich mögliche Kooperationspartner bitte mit der Kreispolizeibehörde Mettmann in Verbindung setzen. Auch wenn es das aktuelle Wetter kaum glauben lässt, hat für die Polizei im Kreis Mettmann die Motorradsaison 2019 aktuell begonnen. Bereits Mitte Februar, als Meteorologen für das folgende Wochenende erstes schönes Frühlingswetter mit reichlich…

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