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Helfen mit Hand, Fuß und Herz

Die Flüchtlingsarbeit der Arbeiterwohlfahrt

Opladen. Ob Nähen, Reparieren, Malern, Gärtnern oder Deutschlernen - die Angebote der Arbeiterwohlfahrt (AWO) für Flüchtlinge sind vielfältig. Zur Zeit engagieren sich 19 Freiwillige in der Flüchtlingsarbeit im Familienseminar am Berliner Platz. Hinzu kommen 14 Ehrenamtler, die in der Flüchtlingsunterkunft in der Görresstraße helfen.

Die AWO hat mittlerweile einen eigenen Fachbereich Flüchtlingsarbeit geschaffen. Dort koordiniert Diplom-Sozialpädagogin Carola Pfeuffer die Ehrenamtler. Gleichzeitig arbeitet sie strategisch. Untersucht was wie gut läuft und wo welcher Bedarf besteht. Ermöglicht wurde die Schaffung des Fachbereichs durch unterstützende Mittel der Glückspirale. "Damit ist die Arbeit zunächst für die kommenden drei Jahre gesichert", erklärt AWO-Vorstand Manfred Hans.

70 bis 80 Flüchtlinge machen wöchentlich von den AWO-Angeboten Gebrauch. "Vieles läuft dabei über Hand, Fuß und Herz", erzählt Carola Pfeuffer. Eine Ehrenamtlerin unterrichtet Flüchtlingskinder, die aufgrund des ungeklärten Status nicht schulpflichtig sind, dreimal die Woche in der Görresstraße. Das "Café mondial" will die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft und die umliegenden Nachbarn zusammenbringen. Leider wird dies noch nicht so gut angenommen.

Am Berliner Platz schwingen Flüchtlingsfrauen im Näh-Café Nadel und Faden. Die Männer reparieren Fahrräder oder beteiligen sich an einer Malergruppe. Einige Flüchtlinge betätigen sich alle zwei Wochen im Garten. Auch Sprachförderung wird in der AWO-Flüchtlingsarbeit großgeschrieben. Insbesondere die Alltagskonversation, wie beim Einkaufen oder beim Vereinbaren eines Arzttermins, werden nachgefragt. Und die Mütter unter den Flüchtlingsfrauen treffen sich zur Mutter-Kind-Gruppe.

"Das Handwerkliche wollen wir in Zukunft weiter ausbauen", so Carola Pfeuffer. Die Hilfe zur Selbsthilfe soll dann im Vordergrund stehen. So wird eine Ausleihe von Werkzeugkoffern organisiert. Damit können sich Flüchtlingsfamilien bei Umzügen unterstützen, können die Malerarbeiten, den Aufbau von Möbeln und kleinere Reparaturen selbst übernehmen. "Wünschenswert wäre außerdem ein Fitnessangebot für Flüchtlinge, gern auch gemeinsam mit Einheimischen", so Pfeuffer.

Die AWO ist eine von vielen Organisationen, die mit Hilfe von Ehrenamtlern ein umfangreiches Programm für Flüchtlinge ins Leben gerufen hat. Die Politik ist gefragt, wenn es um die langfristige Integration der Flüchtlinge in der Gesellschaft geht.

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