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Chinesen in der Bahnstadt

Internat Leverkusen hilft chinesischen Jugendlichen in Deutschland Fuß zu fassen

Opladen. Sie kommen vornehmlich aus den großen Städten, die 24 chinesischen Schüler, die seit vergangenem Jahr in der neuen Bahnstadt wohnen. Ihre Unterkunft ist das Internat Leverkusen in der Bahnstadtchaussee 31. Dort werden sie auf ihre Zeit an deutschen Schulen vorbereitet.

Die 14- bis 18-Jährigen leben ein Jahr im Internat und lernen neben der deutschen Sprache auch die deutschen Gepflogenheiten. In Zusammenarbeit mit der AERY GmbH und ihrem Inhaber Jing Ma ist das Internat Leverkusen entstanden. Er selbst kam mit 20 Jahren nach Deutschland und hat mit der AERY GmbH den Bildungs- und Wirtschaftsaustausch zwischen China und Deutschland im Blick.

Internatsleiter Paul Reuter erklärt: "Es gibt viele Unterschiede in den Schulsystemen". In der Volksrepublik geht die Schule zumeist von 7 bis 21 Uhr. Dann müssen noch Hausaufgaben gemacht werden. "Insbesondere die Selbstverantwortung muss geübt werden", sagt Reuter. Internatslehrerin Ulrike Groß fügt hinzu: "Kreative Gruppenarbeit ist in Chinas Schulen nicht üblich". Auch deshalb ist die einjährige Vorbereitungszeit nötig und sinnvoll.

"Heimweh, ja das habe ich", erzählt Huikun. "Aber die Schule in China ist sehr stressig, in Deutschland ist das entspannter" so die 14-Jährige. Und der 17jährige Bowei ergänzt: "Im Internat ist es besser als zu Hause. Da wäre ich immer nur allein". Auch Liang Yuan Hao wohnt im Internat. Der 17-Jährige hat genaue Vorstellungen von seiner Zukunft. "Ich bin in Deutschland, um mir meinen Traum zu erfüllen". Er will Kulturmanagement studieren und in einem Orchester arbeiten.

Am Freitag, 8. April lädt das Internat Leverkusen zu einem Tag der offenen Tür  ein. Von 15 bis 22 Uhr können die Räume besichtigt werden. An der Kletterwand, beim Frisbee oder Tischtennis-Spiel können Bekanntschaften geschlossen werden. Es wird eine kleine Einführung in die chinesische Sprache geben. Die Schüler werden eine Unterrichtssequenz zeigen. Und Huikun wird einen chinesischen Kaligrafie-Kurs anbieten. "Wir wollen das Internat bekannter machen und Kontakte zur Nachbarschaft und den umliegenden Vereinen und Kulturinstitutionen knüpfen", sagt Internatsleiter Paul Reuter und lädt ganz besonders Jugendliche aus der Umgebung herzlich ein.

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