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Von Fledermäusen und kaputten Bänken

Über die Arbeit eines Landschaftswächter

Küppersteg. Christian Claaßen ist seit sechs Jahren ehrenamtlicher Landschaftswächter. Ich treffe ihn auf dem Parkplatz am Wildpark Reuschenberg. Auf einem Spaziergang erklärt er mir, was ein Landschaftswächter zu tun hat.

"Ich betreue einen der schönsten Bezirke", erzählt der 33-Jährige während wir an Friedhof und Wildpark Reuschenberg vorbei, entlang des Mühlengrabens bis hin zum Sportplatz Birkenberg und wieder zurück zum Parkplatz gehen. "Abends kurz vor der Dämmerung fliegen hier die Fledermäuse", schwärmt Claaßen.

In Leverkusen gibt es insgesamt elf Bezirke der Landschaftswacht, die von Ehrenamtlern betreut werden. Diese sind der verlängerte Außendienstarm der Landschaftsbehörde beim Fachbereich Umwelt. Landschaftswächter überprüfen die Wander- und Pferdewege und kontrollieren ob es Veränderungen in der Landschaft, wie zum Beispiel wilden Müll, Baumfällungen oder Einzäunungen gibt. "Wir halten einfach unsere Augen offen", sagt Claaßen und prompt entdeckt er eine kaputte Bank. "Das werde ich der Stadt melden", sagt er.

Darüber hinaus sind Landschaftswächter Ansprechpartner für die Menschen vor Ort. "Da erkläre ich schon mal, warum Hunde anzuleinen sind oder weshalb Gartenabfälle nichts im Wald zu suchen haben", berichtet der gelernte Garten- und Landschaftsbauer. Eigens dafür hat Claaßen einen Dienstausweis von der Stadt, mit dem er sich legitimieren kann.

Landschaftswächter sind oftmals Spaziergänger, die eng mit der Natur verbunden sind. Das trifft auch auf Christian Claaßen zu. "Wenn ich mit meiner Familie unterwegs bin, kann ich das Praktische mit dem Nützlichen verbinden. Es gibt keine Zeitvorgaben oder bürokratische Stundenabrechnungen". Gefragt nach dem schönsten Erlebnis als Landschaftswächter, fällt Claaßen die Geburt eines Rehkitzes ein, die er aus gebürtigem Abstand miterleben durfte.

Alles was ehrenamtliche Landschaftswächter benötigen, ist Interesse an der Natur und keine Kontaktscheu. Fachkenntnisse sind nicht erforderlich. Auf Wunsch bietet der Fachbereich Umwelt die Möglichkeit, einen entsprechenden Lehrgang zu besuchen.

Landschaftswächter werden für jeweils zwei Jahre gewählt. Für ihre Arbeit erhalten sie eine Aufwandsentschädigung von 448 Euro im Jahr. Der nächste Turnus beginnt im Januar 2016. Bei Interesse steht Heike Lützenkirchen von der unteren Landschaftsbehörde für weitere Informationen telefonisch unter 0214-4063251 zur Verfügung.

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