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Höhenflug und frostige Momente

Testen bei den Besten... der Werkself

Küppersteg. Besondere Einblicke in betriebliche Gesundheitsvorsorge gewährte Fußballbundesligist Bayer 04 kürzlich auf Anregung der pronova BKK. "Wir haben unsere Kunden in die BayArena eingeladen, um zu zeigen was alles möglich ist", erklärt Ulrich Rosendahl von der pronova. Ganz praktisch konnten die Teilnehmer in den Trainings- und Reharäumen der Werkself, der sogenannten werkstatt, ausprobieren, wie die Profis trainieren. WochenPost-Reporterin Sandra Beierlein trainierte mit:

Als erstes ging es rauf auf etwa 2850 Meter, beziehungsweise rein in den Hypoxie-Raum. Dort wird das Höhentraining simuliert. Die Luft war ziemlich dünn, was Dr. Karl-Heinrich Dittmar, der Leiter der medizinischen Abteilung, mit einem erhöhten Stickstoffanteil in der Luft erklärte. Während ich auf dem Ergometer in Fahrt kam, wurde meine Sauerstoffsättigung im Blut mit Hilfe eines Fingerclips gemessen. Als wir nach knapp zehn Minuten stoppten, lag mein Wert bei 85 Prozent. Normal sind etwa 95 Prozent.

Anschließend ging es auf den Speedcourt. Das ist ein Trainingsfeld, mit verschiedenen Markierungen, dass zur Verbesserung der Reaktionsschnelligkeit genutzt wird aber auch beim Trainingsaufbau nach Verletzungen. Es galt 30 Sekunden lang so schnell wie möglich die Felder, die ein Monitor anzeigte, zu erreichen und zum Ausgangsfeld zurückkehren. 30 Sekunden können ganz schön lang sein. Nach 15 Kontakten war Schluss für mich.

Noch etwas verschwitzt stand als nächstes die Kältekammer auf dem Programm. Das Icelab hilft den Spielern bei der Regeneration. Nachdem ich Mütze, Handschuhe und Mundschutz angelegt hatte - das ist Pflicht - ging es durch die Schleusen. Von minus 11 Grad Celsius in der ersten Kammer lief ich direkt durch in die zweite mit minus 56 Grad Celcius. Dann kam der Therapiebereich mit minus 112,1 Grad
Celsius. Brr! Etwa drei Minuten galt es in dem kleinen Raum ruhig zu atmen und langsam im Kreis zu gehen. Die Kälte reduziert Entzündungsreaktionen, die gerade bei hoher Belastung, wie in den  englischen Wochen mit mehreren Spielen kurz hintereinander, oft vorkommen.

An der letzten Station ging es um die Sprungkraft. Auf einer Kraftmessplatte brachte ich es beim Counter Movement Jump auf errechnete 25,1 Zentimeter. "Die Profis schaffen hier etwa 52 Zentimeter", erzählte mir Florian vom werkstatt-Team.

Es war ein spannender Einblick in die Möglichkeiten von Training und Reha. Nicht umsonst hat die Werkself im Vergleich aller Champions League-Teilnehmer in Europa die niedrigste Muskelverletzungsrate.

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