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Wie normal sind Doktorspiele?

Neues sexualpädagogisches Konzept der AWO

Opladen. Wenn Kindergartenkinder Doktorspiele spielen oder gemeinsam auf die Toilette gehen, um zu schauen, wo das Pipi bei wem rauskommt, dann kann schon mal ein Aufschrei durch die Elternschaft gehen. Hier setzt das neue Konzept der AWO-Fachstelle für sexualisierte Gewalt an Mädchen und Jungen an. "Es ist über mehrere Jahre in enger Zusammenarbeit mit den Fragestellungen, die sich aus dem Kindergartenalltag ergeben haben, entstanden", erzählt Herausgeberin Astrid Peter.

Die Frage "Ist das noch normal?" hat die Sozialtherapeutin  immer wieder gehört und daraus ein Konzept entwickelt, das Erzieherinnen und Erziehern helfen soll, Situationen besser einschätzen zu können. Denn es gibt einen Unterschied zwischen normaler kindlicher Neugier und dem nicht mehr normalen Drängen und Druckausüben, um an sein Ziel zu gelangen. Und sollten Auffälligkeiten festgestellt werden, erfordert es besonderes Fingerspitzengefühl, sowohl dem Kind, als auch den Eltern gegenüber.

Hierfür bietet das neue Konzept, das an alle städtischen Kitas in Leverkusen ausgegeben wurde, Hintergrundwissen, Tipps zur Vorgehensweise aber auch beispielsweise Beobachtungsbögen, um Auffälligkeiten besser belegen zu können. Gerade in Bezug auf die Elternarbeit ist es dabei immer wieder wichtig auf die zwangsläufig verschiedenen Sichtweisen von Kindern und Erwachsenen hinzuweisen. "Die Eltern- und die Kinderbrille verdeutlichen diesen Aspekt auf Elternabenden besonders schön", erklärt Astrid Peter. "Denn die Brillen zeigen, wann es um elterliche Angst und wann um die Frage eines Kindes geht". Die Ideen des Konzepts kommen gut an. Mittlerweile gibt es schon Anfragen dazu von Grundschulen, Offenen Ganztagseinrichtungen aber auch aus Vereinen.

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