IF

Stolpersteine in Monheim: »Wehret den Anfängen«

Monheim am Rhein. Mehr als 1.400 Zwangsarbeiter wurden während des Zweiten Weltkriegs auf Monheimer Amtsgebiet ausgebeutet. 32 von ihnen kamen dabei zu Tode. Neue Stolpersteine erinnern an sie.

Am 5. Dezember wird Künstler Gunter Demnig  elf der neuen Stolpersteine auf einem öffentlichen Rundgang selbst verlegen. Begleitet wird er dabei nicht nur von Bürgermeister Daniel Zimmermann und weiteren städtischen Bediensteten, sondern auch von einer achtköpfigen Delegation um Malborks Bürgermeister Marek Charzewski.
Der Besuch aus Monheims polnischer Partnerstadt ist kein Zufall. Die meisten der jetzt neu verlegten Steine erinnern an polnische Opfer. Auch deshalb wird während des Verlege-Rundgangs am Mittwoch eine polnische Übersetzung geben.
Vor dem Rundgang treffen sich alle Interessierten um 9 Uhr im Monheimer Ratssaal, Rathausplatz 2. Einlass ist ab 8.45 Uhr. Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen.
Gegen 9.30 Uhr geht es auf den gemeinsamen Fußweg zu den Verlegeorten. Für Menschen mit Gehbehinderung wird ein Bustransfer angeboten.
Bei der Rückkehr, gegen 13 Uhr, ist für eine kleine Mittagsverpflegung gesorgt.

Gedenkstein

Anschließend, um 14.30 Uhr, wird auf dem katholischen Friedhof an der Friedhofstraße in Kooperation mit der Katholischen Kirchengemeinde St. Gereon und St. Dionysius ein neuer Gedenkstein enthüllt, auf dessen Inschrift an die Zwangsarbeitskräfte erinnert wird, die hier seit fast 80 Jahren begraben liegen.

Neue Broschüre

Die Stadt Monheim am Rhein gibt zu den 30 bis zum 5. Dezember bereits verlegten Stolpersteinen erstmals eine 48-seitige Begleitbroschüre heraus, die mit den geplanten weiteren Stolpersteinverlegungen im Mai 2019 künftig noch um 28 auf dann insgesamt 58 Steine erweitert wird. Bei der Erstellung konnte der Monheimer Autor und Historiker Heinz-Heinz Hennen auch auf viele eigene Quellen und Rechercheergebnisse zurückgreifen.
Die in deutscher und englischer Sprache aufgelegt Broschüre wird ab dem 4. Dezember in vielen städtischen Gebäuden wie im Rathaus, der Volkshochschule und der Bibliothek, ausliegen. In ihr sind neben den 16 in diesem Dezember neu gesetzten Steinen auch die bereits zuvor verlegten 14 Stolpersteine berücksichtigt, die an die 13 Monheimer Opfer jüdischen Glaubens erinnern, die im heutigen Monheim am Rhein geboren wurden, hier gelebt und gearbeitet haben und schließlich von ihren Mitbürgerinnen und Mitbürgern zur Ermordung in Konzentrationslagern preisgegeben wurden.
Ein weiterer Stolperstein ist dem Gedenken an Franz Boehm gewidmet, der als Pfarrer mutig an St. Gereon predigte, im Pfarrhaus wohnte und im Konzentrationslager Dachau starb.
Bürgermeister Daniel Zimmermann betont: »Angesichts dieser großen Zahl von Opfern des nationalsozialistischen Regimes soll die Begleitbroschüre allen Interessierten als Leitfaden dienen.
Darüber hinaus wird auf Orte in unserer Stadt aufmerksam gemacht, die in unmittelbarer Beziehung zu den Opfern standen, etwa Häuser, Wohnungen, Lagerunterkünfte und Arbeitsstätten.
Die Stolpersteine sind im wörtlichen Sinne Wegweiser, die uns durch die Stadt begleiten und zum Nachdenken über die wohl bitterste und schrecklichste Zeit der deutschen, aber auch der Monheimer Geschichte anregen und zugleich mahnen, in der Zukunft den Anfängen zu wehren.«

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.

So macht Umwelterziehung richtig Spaß

Monheim am Rhein. Petrus hat es gut gemeint, mit den rund 90 Kindern und deren Eltern, die sich am 16. April bei bestem Wetter zusammengefunden hatten, um die Umgebung rund um die Kita Max und Moritz an der Oranienburger Straße von achtlos weggeworfenem Unrat zu befreien.Umweltschutz beginnt zu HauseZu der Aktion aufgerufen hatte eine Elterninitiative. Wobei, eigentlich ging das Ganze von dem fast vierjährigen Lennard aus. Mit seiner Familie besuchte er kürzlich den Aquazoo in Düsseldorf. Hier fiel dem Jugen vor allem das ausgestellte Skelett eines Pottwals auf. Dort, wo man eigentlich den Magen des Tieres sehen sollte, befand sich jetzt ein schwerer Klumpen Plastikmüll.»Die Installation soll auf die Gefahr von Plastikmüll im Meer für Wale aufmerksam machen. Sie hat bei meinem Sohn großen Eindruck hinterlassen«, erzählt Lennards Mutter Lea.Noch Wochen nach dem Besuch habe der Junge viele Fragen gestellt und wollte den Walen und anderen Tieren, die durch den Plastikmüll im Meer bedroht sind, helfen.»Zunächst hatten wir überlegt, im Urlaub am Strand Müll aufzusammeln«, erzählt Lennards Mutter weiter. Dann aber habe man sich gedacht »Warum bis zum Urlaub warten, wenn man auch vor der eigenen Türe anfangen kann?!«Die Idee für eine Eltern-Kind-Müllsammelaktion war geboren. Untersützung bekamen Lennard und seine Mama von der Abfallberatung der Stadt Monheim und der Kita Max und Moritz.Mit Greifern, Sicherheitshandschuhen, Müllsäcken und Warnwesten ging es am 16. April also los. Die Kinder waren mit Freude und Eifer bei der Sache. Schnell wurden sie auch fündig – drei prallgefüllte Müllsäcke, ein Staubsauger und sogar ein Kinderautositz kamen am Ende zusammen. Für jedes Kind gab es eine persönliche Müllexperten-Medaille und einen Schokoladen-Lutscher als Belohnung, bevor alle gemeinsam auf den Spielplatz gingen und dort ein Picknick veranstalteten.»Müllsammeln macht Spaß! Das müssen wir nochmal machen!«, freut sich Lennard. Seine Mutter ergänzt: »Das positive Feedback der Kinder und Eltern ist ein Ansporn, die Aktion in absehbarer Zeit zu wiederholen!«Petrus hat es gut gemeint, mit den rund 90 Kindern und deren Eltern, die sich am 16. April bei bestem Wetter zusammengefunden hatten, um die Umgebung rund um die Kita Max und Moritz an der Oranienburger Straße von achtlos weggeworfenem Unrat zu…

weiterlesen