IF

Vom Zauber der Natur und selbstgemachtem Essen

Monheim am Rhein. Wie spannend die Natur und gemeinsam getragene Verantwortung sein kann, lernen gerade Kinder der Hermann-Gmeiner-Schule.

 Am Haus Bürgel wird gekocht. Voll konzentriert sitzen rund zehn Kids der Hermann-Gmeiner-Schule neben dem Teich am Haus Bürgel an Tischen, schälen und schneiden Kartoffeln und putzen Gemüse. Im Hintergrund lodert bereits ein kleines Feuer (natürlich bewacht) und wartet, darauf, die Leckereien zu garen. Auf dem Menüplan  stehen: Gemüsepfanne mit Mangold und Auberginen, selbstgemachte Pommes, Stachelbeerquark und frischer Minztee. Stolz sind sie, denn das Gemüse wurde nicht im Supermarkt gekauft. Sie haben es in insgesamt zwölf Hochbeeten im Schulgarten selbst angebaut.

Viele kannten keine Himbeeren

Unter dem Titel »Natur für alle« wird das Projekt vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) gefördert. Die Kosten für die Hochbeete übernahm die Stadt Monheim. Die Biologische Station Haus Bürgel begleitet das Ganze fachlich. Schülerinnen und Schüler der Klassen 2-4 konnten sich freiwillig zur Teilnahme melden. Am Ende wollten mehr Kinder dabei sein, als Plätze zur Verfügung standen.
Dr. Norbert Tenten begleitet das Projekt seitens der Biologischen Station. »Ich war doch überrascht. Ein Großteil der Kinder hatte noch nie Himbeeren oder Johannisbeeren gesehen. Viele von ihnen kommen aus Familien, die nicht viel Geld haben. Da ist so etwas einfach nicht drin«, sagt der Biologe. Er stand den Kindern mit Rat und Tat zur Seite und wusste ihnen auf jede Frage eine Anwort zu geben.
»Die Kids sind total neugierig. Für sie ist das ein ganz neuer Lehrraum. Sie können natürliche Prozesse beobachten. Da ergeben sich ganz andere Fragen als wenn sie das alles nur aus Büchern lernen würden«, erzählt Florian Reiche, Sozialpädagoge der Hermann-Gmeiner-Schule.
»Man muss früh anfangen, postive Signale zu setzen. Hier begleiten die Kinder einen Entstehungsprozess, lernen Respekt vor der Natur und Verantwortung«, erklärt Elke Löpke, wissenschaftliche Leiterin der Biologischen Station Haus Bürgel. Aber die Grundschüler lernen nicht nur für sie neue Beeren- und Gemüsearten kennen, ihnen wird auch klar, dass diese, genau wie ihre Mitschüler aus den unterschiedlichsten Ländern kommen.
Auch Susanne Hensch, stellvertretende Direktorin der Hermann-Gmeiner-Schule, zeigt sich begeistert: »Dieses Projekt ist etwas ganz Besonderes. Viele der Kinder kommen kaum aus dem Berliner Viertel raus. Hier lernen sie nun einen neuen Wortschatz und die Natur kennen.«

Gemeinsam etwas entstehen lassen

»Für die Kinder ist das ‚ihr‘ Projekt und ‚ihr‘ Garten. Immer wieder erzählen sie auch ihren Mitschülern davon, was sich gerade so in den Hochbeeten tut. Insbesondere während der Hitzeperiode waren sie besorgt und haben, sehr verantwortungsbewusst, gegossen. Eines Morgens kamen sie in die Schule und sahen, dass Vandalen Kohlrabi und Mais herausgezogen und sich damit wohl eine Schlacht geliefert hatten. Da waren sie am Boden zerstört. Zum Glück ist aber nicht viel passiert«, erzählt Reiche.
Nun sind alle am Haus Bürgel versammelt. Auch die kleine Anisa hat fleißig geschnibbelt. Sie ist eine der wenigen, für die Kochen nicht fremd ist. »Ich helfe auch meiner Mama manchmal. Am liebsten mag ich Paprika und Nudeln«, sagt sie.
Nun wird das Essen serviert. Alle beißen direkt ganz gespannt in ihre selbstgemachten Pommes und wieder, und wieder... Auch beim Gemüse wird kräftig zugelangt. »Das haben wir gemacht«, hört man einige tuscheln.

Projekt sucht Förderer

Ende des Jahres läuft die Anstoß-Finanzierung des LVR aus. Sowohl Hermann-Gmeiner-Schule wie auch die Biogische Station würden das Projekt aber gerne weiterführen.  Der Förderbedarf liegt bei 2000 Euro pro Jahr. Firmen oder auch Privatleute, die sich vorstellen können »Natur für alle« finanziell zu unterstützen, wenden sich einfach an Elke Löpke, Biologische Station Haus Bürgel, Telefon: 0211 / 996 12 23,
E-Mail: Elke.Loepke@bsdme.de. Sie gibt auch gerne weitere Informationen.

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.

So macht Umwelterziehung richtig Spaß

Monheim am Rhein. Petrus hat es gut gemeint, mit den rund 90 Kindern und deren Eltern, die sich am 16. April bei bestem Wetter zusammengefunden hatten, um die Umgebung rund um die Kita Max und Moritz an der Oranienburger Straße von achtlos weggeworfenem Unrat zu befreien.Umweltschutz beginnt zu HauseZu der Aktion aufgerufen hatte eine Elterninitiative. Wobei, eigentlich ging das Ganze von dem fast vierjährigen Lennard aus. Mit seiner Familie besuchte er kürzlich den Aquazoo in Düsseldorf. Hier fiel dem Jugen vor allem das ausgestellte Skelett eines Pottwals auf. Dort, wo man eigentlich den Magen des Tieres sehen sollte, befand sich jetzt ein schwerer Klumpen Plastikmüll.»Die Installation soll auf die Gefahr von Plastikmüll im Meer für Wale aufmerksam machen. Sie hat bei meinem Sohn großen Eindruck hinterlassen«, erzählt Lennards Mutter Lea.Noch Wochen nach dem Besuch habe der Junge viele Fragen gestellt und wollte den Walen und anderen Tieren, die durch den Plastikmüll im Meer bedroht sind, helfen.»Zunächst hatten wir überlegt, im Urlaub am Strand Müll aufzusammeln«, erzählt Lennards Mutter weiter. Dann aber habe man sich gedacht »Warum bis zum Urlaub warten, wenn man auch vor der eigenen Türe anfangen kann?!«Die Idee für eine Eltern-Kind-Müllsammelaktion war geboren. Untersützung bekamen Lennard und seine Mama von der Abfallberatung der Stadt Monheim und der Kita Max und Moritz.Mit Greifern, Sicherheitshandschuhen, Müllsäcken und Warnwesten ging es am 16. April also los. Die Kinder waren mit Freude und Eifer bei der Sache. Schnell wurden sie auch fündig – drei prallgefüllte Müllsäcke, ein Staubsauger und sogar ein Kinderautositz kamen am Ende zusammen. Für jedes Kind gab es eine persönliche Müllexperten-Medaille und einen Schokoladen-Lutscher als Belohnung, bevor alle gemeinsam auf den Spielplatz gingen und dort ein Picknick veranstalteten.»Müllsammeln macht Spaß! Das müssen wir nochmal machen!«, freut sich Lennard. Seine Mutter ergänzt: »Das positive Feedback der Kinder und Eltern ist ein Ansporn, die Aktion in absehbarer Zeit zu wiederholen!«Petrus hat es gut gemeint, mit den rund 90 Kindern und deren Eltern, die sich am 16. April bei bestem Wetter zusammengefunden hatten, um die Umgebung rund um die Kita Max und Moritz an der Oranienburger Straße von achtlos weggeworfenem Unrat zu…

weiterlesen