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Im Sojus 7 zur Legende werden

Darkness spielen am 8. März nach über 30 Jahren wieder in Monheim

Monheim am Rhein. Sie sind seit mehr als 35 Jahren im Geschäft und können einfach nicht aufhören. Am 8. März spielt die Essener Thrash Metal Legende Darkness im Monheimer Sojus 7. Im Gepäck: Das neue Album »First Class Violence«. Wir plauschten vorab mit Drummer und Gründungsmitglied Andreas »Lacky« Lakaw.

Heavy Metal gilt gemeinhin nicht nur als Musik, sondern viel mehr als Lifestyle. Wie lebt man nach rund 35 Jahren den Heavy Metal noch?

Die Frage ist ganz leicht zu beantworten: Einfach eine 35 Jahre alte Scheibe auflegen und schwups - ist alles wieder da. Diese Musik ist absolut zeitlos, Metallica- oder Slayer-Riffs aus den Achtzigern zum Beispiel haben über Jahrzehnte ihre Power und Aussagekraft beibehalten und ihre Berechtigung wahrscheinlich bis in alle Ewigkeit damit gewährleistet. Das Gefühl, das solche Songs erzeugen, kriegst Du nicht mehr raus. Sicherlich läuft man heutzutage nicht mehr den ganzen Tag mit Lederjacke, Patronengürtel und Kutte durch die Gegend, da muss dann auch mal nur ein entsprechendes Shirt reichen. Aber der Trend geht bei jungen Fans tatsächlich wieder in diese Richtung, und das ist gut so!

Euer neues Album lehnt sich optisch stark an die Klassiker aus den 80'ern an. Seid Ihr Nostalgiker?

Nun ja, optisch ist das sicherlich richtig, war ja auch so gewollt, weil es einfach eine geile Form von Kunst war und ist. Soundmäßig knallt das Album aber schon recht ordentlich in die Gehörgänge, man hört deutlich, dass die Scheibe nicht nur mit einem Kassettenrecorder aufgenommen wurde, haha.

Die Rhein-Ruhr-Region gilt als Keimzelle des  deutschen Thrash Metal. Kreator, Sodom, Assassin, Deathrow, Darkness und viele mehr sind seinerzeit hier entstanden. Was macht die Region so empfänglich für diese Art von Musik?

Die Wut, die Arbeit und die Umgebung! In dieser Region war vieles »Schlechte« komprimiert vorhanden! Extreme Umweltverschmutzung, schlechte/gefährliche/schmutzige Jobs, gelangweilte Politiker die sich nur nach der Wirtschaft gerichtet haben, extrem Reiche Industriebonzen, die mit Rücksichtslosigkeit mehr Geld verdienten als Dagobert Duck, etc.! Alles direkt vor der rußgeschwärzten Haustüre. Da ist es einfach die Fassung zu verlieren.

Was verbindest Du mit Monheim ?

Monheim haben wir ja mit der Band schon in den 80'ern besucht. Muss eine Supersause gewesen sein, ich kann mich nämlich an keine Details mehr erinnern, haha.

Eure Lyrics hatten immer etwas Sozialkritisches, das gerne mit Gewaltmotiven spielte und auch gut zur Punkrockbewegung passte und aus wütenden Teens und Twens heraussprudelte. Wie muss ich Titel wie »Low Velocity Blood Spatter« im Kontext einer Gruppe verstehen, die aus gestandenen Familienvätern um die 50 besteht?

Wenn man ein bisschen mit offenen Augen durch die Welt geht, sieht man noch genug Missstände, die einen anregen, derlei angefressene Texte zu verfassen. Und es sieht nicht so aus, als würden uns in naher Zukunft die Themen ausgehen. Traurig, aber wahr.

Ihr geltet als Legende. Wie geht man mit einem solchen Label um?

Legende ist schon ein sehr mächtiges Wort, so sehe ich uns selbst eigentlich nicht. Aber als wir wieder anfingen, musikalisch in unsere alten Fußstapfen zu treten, waren wir schon sehr überrascht, wieviele Leute uns noch auf dem Schirm hatten. Damit konnten wir nicht rechnen und waren natürlich erfreut, zumal auch junge Fans dabei waren, die uns altersbedingt unmöglich aus den Achtzigern kennen konnten. Aber es wehte schon ein gewisser Kult-Status um unsere alten Songs. Unser Ziel ist es nun, diesen Kultcharakter auch den neuen Songs anzuhängen. Und das läuft ganz gut. Außerdem habe ich gehört, man wird nur zu einer echten Legende, wenn man mal im Sojus 7 gerockt hat. Und das steht ja jetzt kurz bevor.

Info

- Am 8. März spielen Darkness im Sojus 7. Im Vorprogramm: Kill Reflex (Bochum) und Moment of Detonation (Düsseldorf). Beginn: 20 Uhr, Tickets: 10 Euro VVK u.a. bei: www.metaltix.de, 14 Euro AK.

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