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Monheimer Flüchtlingshilfe: Hier wird jeder gebraucht

Monheim am Rhein. Die Monheimer Flüchtlingshilfe hat in den letzten Monaten eine gravierende Veränderung erfahren. Vor allem Ehrenamtler stehen im Zentrum der Umstrukturierung.

Nein, zurückgegangen sei das Pensum nicht wirklich. Die Tatsache, dass immer noch Menschen aus Krisenregionen nach Monheim kommen und die meisten der bereits hier lebenden Menschen mit Fluchthintergrund weiterhin  betreut werden müssten, sorge nicht für abebbenden, aber sich verändernden Einsatz. »Aufgrund der zunehmenden Individualisierung der Geflüchteten, die ja zum Teil schon seit über zwei Jahren hier sind greift die Flüchtlingsarbeit in Monheim zurzeit eher auf Ehrenamtler zurück und stellt ihr Portfolio von den großen Angeboten auf eher individuelle Betreuung um. Wir brauchen Menschen, die mit Azubis oder Schülern arbeiten oder alleinerziehenden Müttern helfen. Auch für die Fahrradwerkstatt suchen wir noch Verstärkung. Kurz gesagt: Wir sind im Umbruch«, erklärt Johannes Anderski vom SKFM. In diesem Umbruch ist auch die Kürzung des Personals um drei Stellen zu sehen.

Höchststand war lange erreicht 

Stadtsprecher Thomas Spekowius erklärt, warum dies aus städtischer Sicht notwendig ist: »Kurz nachdem wir als Stadt zum Januar 2016 die 13 Stellen eingerichtet hatten, haben wir im März 2016 auch den Höchststand an betreuten Flüchtlingen bei uns im Stadtgebiet erreicht. Da waren es 683 Menschen, die hier Hilfe gesucht haben. Reagiert haben wir damit wohl als eine der schnellsten Kommunen, denn im Januar 2015 waren es mit 280 Hilfesuchenden ja noch nicht einmal halb so viele Menschen.« Im Januarvergleich  stellt sich die Zahl der in Monheim ankommenden Flüchtlinge so dar: 2016: 625; 2017: 533; 2018: 276 und im Januar 2019 sind es aktuell noch rund 250 Menschen. Spekowius: »Wir reagieren hier also personell nicht voreilig. Die Zahl der zu betreuenden Personen ist ja nun schon seit bald drei Jahren rückläufig.« Im Zuge des starken Abflauens der Neuzuweisungen habe sich herausgestellt, dass eine Versorgung in dem vorherigen Umfang nicht mehr erforderlich sei, und im Einvernehmen mit dem SKFM und dem Beratungscentrum wurde festgestellt, dass eine Reduzierung der Kräfte um jeweils drei Stellen möglich sei, ohne eine Qualitätseinbuße in der Versorgung zu erleiden.

Eine langfristige Angelegenheit

Johannes Anderski gibt allerdings zu bedenken, dass Betreuung eine langfristige Angelegenheit sei. »Es sind noch viele Schritte zur Integration zu gehen. Über die von der Stadt genannte Anzahl der Flüchtlinge sind auch noch Menschen zu betreuen, die schon aus dem Asylverfahren heraus sind und arbeiten, eine Ausbildung machen oder die Sprache intensiver lernen müssen. Deren Betreuungsbedarf wird immer geringer, sie freuen sich aber natürlich weiterhin darüber,  vertraute Ansprechpartner zu haben. Daher sind wir auf ehrenamtliche Unterstützung angewiesen.« Die Wichtigkeit ehrenamtlicher Unterstützung wird auch bei der Stadt wahrgenommen. »Es gibt keine wirkliche Alternative, die ebenso viel Erfolg verspricht, wie die persönliche Bindung. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer repräsentieren die Willkommenskultur, für die wir als Stadt Monheim am Rhein stehen. Sie schaffen die Grundlage für die Integration in der Gesellschaft und helfen als Multiplikatoren dabei, Vorurteile abzubauen«, erklärt Monheims Sozialbereichsleiterin Christiane Schärfke.  

Ehrenamtler gesucht

- Ehrenamtler können sich bei der Flüchtlingsbetreuung auf viele Arten einbringen - ob als Hilfe bei Vertragsabschlüssen, Hausaufgabenbetreuer oder Gesprächspartner. Info unter Tel.: 02173/4099287

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