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Unbekannter Tierhasser schießt auf Katze

Langenfeld. In Richrath ist der Albtraum eines jeden Haustierhalters wahr geworden. Ein unbekannter Täter schießt auf Tiere. Einer Katze musste deswegen jetzt ein Bein amputiert werden.

Ulrich Hoeck

Am Nachmittag hatte Sylvia W. (Name von der Redaktion unkenntlich gemacht) ihre Katze Gabi vor die Tür gelassen. Als sie sie wieder hereinlassen will, zieht die ihr linkes Vorderbein nach. „Ich war total geschockt, dachte sie wäre angefahren worden.“ Doch nach dem Röntgen beim Tierarzt bestätigt sich ein noch schlimmerer Verdacht. Ein Unbekannter hat auf das Tier geschossen. Der Oberschenkelknochen ist total zertrümmert, das Projektil steckt noch. Das Bein muss bis zur Schulter amputiert werden.


Was die Sache für Sylvia W. noch schlimmer macht. Jemand muss die extreme Zutraulichkeit ihrer Katze ausgenutzt haben. „Der Arzt hat gesagt, dass jemand aus kürzester Entfernung mit einer Luftdruckwaffe auf den Oberschenkel geschossen hat.“ Und da Gabi nach Aussage ihrer Besitzerin nur einen kleinen Radius von vielleicht zwei Straßen hat, ist es nicht mal unwahrscheinlich, dass der unbekannte Täter ein Nachbar von Sylvia W. ist, dem sie vielleicht täglich über den Weg läuft. „Man kann das gar nicht fassen“, sagt sie. „Ich weiß nicht, wer es war, aber ich weiß, dass es ein Psychopath ist.“ 

"Kranke Geister gibt es immer"


Für Thomas Mielke vom Hildener Tierschutzheim, das auch für Langenfeld zuständig ist, ist das Täterfeld nicht so klar umrissen. „Das kann auch ein Kleingärtner gewesen sein, der nicht will, dass eine Katze durch sein Rosenbeet schleicht. Aber kranke Geister gibt es immer“, sagt er.
Beim Tierschutz ist jedenfalls niemand verwundert. „Es kommt oft vor, dass jemand mit irgendwelchen Hilfsmitteln Tiere quält“, sagt er. Früher oder später landen die verletzten Tiere dann bei ihm im Tierheim.
Irgendwelche Hilfsmittel, das sind seiner Erfahrung nach Luftgewehre, aber auch Pfeil und Bogen oder Strangulationsschlingen. „Vor zwei Jahren hat jemand in Langenfeld sogar die in Deutschland streng verbotenen Tellereisen ausgelegt“, sagt er. Mehrere Tiere verendeten, die Eisen hätten aber auch bei Menschen zu schlimmsten Verletzungen führen können. „Das Einzige, was dagegen hilft, ist dass die Menschen die Augen offenhalten und sensibler durch die Welt gehen“, sagt Mielke resigniert.

Noch ist unklar ist, ob die Katze ihr Vertrauen zu den Menschen verloren hat


Die Amputation hat Gabi gut überstanden, aber die Katze leidet. Sie hat Schmerzen, versteckt sich unter dem Bett ihrer Besitzerin. „Ich weiß noch nicht, ob sie ihr Zutrauen zum Menschen verloren hat“, sagt Sylvia W. Egal, ob der unbekannte Täter, gegen den sie Strafanzeige gestellt hat, gefasst wird, oder nicht. Ihre Katze wird sie in Zukunft nicht mehr frei herumlaufen lassen.  Deshalb wird Garten jetzt ausbruchsicher umzäunt, damit die freiheitsliebende Gabi in Zukunft nicht vollständig zum Stubentiger werden muss.

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