Christian P. Seibel

Regionalität mit Brief und Siegel

Langenfeld. Das »Neanderland« ist die Marke des Kreises Mettmann, mit der der Kreis touristisch auf sich aufmerksam machen möchte. Um die Besonderheiten der Region herausstellen zu können, gibt es das Siegel »TYPISCH neanderland«.

Angefangen hatte es bei Heike Hungenberg und Dagmar Tiedeck mit ein paar Gläsern Marmelade, die sie mit Obst aus dem Garten selber herstellten. Freunde und Bekannte waren so begeistert, dass inzwischen der Laden »FruchtNatur« daraus entstanden ist. Und der Spaß an nach alten Rezepten selbstgemachten Fruchtaufstrichen ohne Zusatzstoffe ist geblieben. Rund 1.000 Kilogramm Obst verarbeiten sie (mit Hilfe ihrer Männer) inzwischen im Jahr. Darunter auch unüblichere Sorten wie Aronia (Apfelbeere) oder Quitte. Viele Sorten kommen aus dem eigenen Garten, aber die beiden Damen holen auch schon mal aus fremden Gärten etwas ab. Das freut vor allem Ältere, die zwar viele Obstbäume im Garten haben, diese aber nicht mehr ohne weiteres selber ernten können. Das mitgenommene Obst wird dann in Naturalien, also Marmelade, bezahlt. Eine gute Sache für beide Seiten.


Obst aus Langenfeld und Umgebung, Herstellung in einer Gastronomieküche in Monheim und Verkauf auch in Hilden – so viel Regionalität ist prädestiniert für das Siegel »TYPISCH neanderland«. Damit können sich in drei Kategorien Hersteller, Gastronomiebetriebe und Anbieter von »Landerlebnissen« auszeichnen lassen.

 

Regionales Siegel

»Typisch neanderland«


Der Kreis Mettmann vergibt dieses Siegel nur an ausgesuchte Unternehmen. Zurzeit sind es 27 Betriebe, darunter zum Beispiel auch die Biologische Station Haus Bürgel in Monheim, das Gut Ellscheid in Haan oder die Landmetzgerei Hanten in Erkrath. Allen Siegelträgern ist gemein, dass sie Produkte oder Dienstleistungen anbieten, die sich auf den Kreis Mettmann, also das Neanderland, beziehen. Seien es heimische Obst, Gemüse- oder Kartoffelsortensorten, regionaltypische Getränke oder Gerichte, oder Angebote, die die Natur und Kulturlandschaft erlebbar machen, wie Hofbesichtigungen, spezielle Kochkurse oder Führungen durch Naturschutzgebiete.


Kurze Transportwege, heimische Rohstoffe und Herstellung in der Region sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sie treffen auch den Zeitgeist, der nach ursprünglichen und einzigartigen Produkten verlangt. »Und es geht weiter«, sagt Landrat Thomas Hendele, der überzeugt ist, dass die Zahl der Siegelträger weiter steigt. Und so übergab er jetzt Urkunden an drei weitere Betriebe, die die Familie der regionalen Anbieter erweitern: FruchtNatur aus Langenfeld, die Bioland-Schäferei Lamberti aus Wülfrath und die Brasserie La Pieve in Mettmann.


Begleitet werden alle  Betriebe durch das Team der Neanderland Touristik.


Info:

- 27 Betriebe im Kreis Mettmann sind bisher zertifiziert.
- Informationen zum Siegel gibt es unter www.typisch-neanderland.de.
- Das Projekt wird gefördert aus Regional-Entwicklungsmitteln der Europäischen Union und des Landes Nordrhein-Westfalen.


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