Christian P. Seibel

Optimal leben in Langenfeld

Langenfeld. Seit Mai des vergangenen Jahres gibt es den Arbeitskreis »Leben im Stadtteil«. Er hat sich zum Ziel gesetzt, in den sechs Langenfelder Stadtteilen bestehende Quartiersprozesse gemeinsam weiter zu entwickeln, indem sie sich gegenseitig unbürokratisch unterstützen. Nun wurde ein Aktionsplan für das Jahr 2019 vereinbart.

Der Arbeitskreis »Leben im Stadtteil« entstand aus den Ideen des Langenfelder Zukunftskongress‘ im Jahr 2017. »Wir haben die Bürger gefragt: Wie stellst du dir dein Wohnumfeld vor, um möglichst bis ins hohe Alter dort noch Leben zu können«, erklärt die erste Beigeordnete Marion Prell.  Aus diesen Ideen wurden Quartiersaktionen erdacht, die der Arbeitskreis weiterentwickeln und verstärken will. »‘Quartiersentwicklung‘ ist ein doofer Begriff. Wir haben uns für ‚Leben im Stadtteil‘ entschieden. Denn darum geht es ja«, so Prell. Ziel ist eine offene Bürgerbeteiligung, Schaffung von Anlaufstellen und Treffpunkten und Orten, an denen man sich informieren Kann.


Im Arbeitskreis »Leben im Stadtteil« kooperieren die Langenfelder Seniorenbegegnungsstätten Café am Wald, Siegfried-Dißmann-Haus, DRK-Treffpunkt Lebenslust, Seniorentreff Richrath und die CBT-Begegnungsstätte mit der Stadt Langenfeld und dem AWO Ortsverein Langenfeld. Unterstützt werden sie von den Seniorenpflegeeinrichtungen St. Martinus, HEWAG, dem Karl-Schröder-Haus, ProTalis und dem CBT-Wohnhaus St. Franziskus, den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden und der LVR-Klinik.


Alle gemeinsam unterzeichneten jetzt einen Aktionsplan für 2019, in dem drei Maßnahmen zusammen umgesetzt werden sollen: Das Langenfelder Bonusheft, die Einrichtung von sogenannten »World-Cafés« in den Stadtteilen und den I-Punkten für Senioren.

Bonusheft für Senioren


Das Langenfelder Bonusheft enthält Gutscheine für zum Beispiel Schnupperstunden bei Gymnastikkursen oder auch für Kaffee und Kuchen. Damit sollen unter anderem auch Hemmschwellen abgebaut werden, einmal in die Angebote der Einrichtungen hinein zu gucken und vielleicht so neue soziale Kontakte zu finden. Seit dem 1. März werden sie an alle verschickt, die in diesem Jahr 70  werden. Ob es auch im nächsten Jahr bei dieser Praxis bleibt, steht noch nicht fest. Vielleicht wird die Verteilung dann anders organisiert. Je nachdem, wie das Projekt aufgenommen wird.

Die »World-Cafés«

Die »World-Cafés« sind entgegen des Namens eigentlich nicht global gedacht, sondern sind eher auf den Stadtteil bezogen. (Der Name ist ein Begriff aus dem »Open Space«, einer Methode der Großgruppenmoderation zur Strukturierung von Konferenzen. Wahrscheinlich wird er in Langenfeld einfach in »Stadtteiltreff« umbenannt.) Angesprochen werden sollen Bürgerinnen und Bürger zwischen 55 und 70 Jahren, die von der Stadt Langenfeld eingeladen werden.  Dabei sollen Fragen diskutiert werden, wie: »Wie stellen Sie sich die optimale Lebenssituation im Stadtteil vor?«, »Welche Dinge müssen geändert oder ergänzt werden, damit Sie möglichst lebenslang im Stadtteil leben können?« und »Wie können und möchten Sie sich persönlich in die Stadtteilentwicklung einbringen?«. Dazu gibt es Stadtteilbegehungen.

I-Punkte

Diese Informationspunkte für Senioren gibt es bereits im Siegfried-Dißmann-Haus, der CBT-Begegnungsstätte und im Karl-Schröder-Haus. Sie sollen auch in Reusrath , Richrath, Berghausen und Wiescheid eingerichtet werden. An diesen I-Punkten bieten geschulte Ehrenamtler Beratung, Informationen, gegebenenfalls auch Unterstützung und haben ein offenes Ohr für die Bedarfe der Senioren. Hier erfährt man zum Beispiel, welche Angebote es gibt oder wer in bestimmten Fällen der richtige Ansprechpartner ist. Für die Ausstattung der I-Punkte mit Hinweisschildern und  Broschüren und die Schulung der Mitarbeiter sind rund 15.000 Euro im Jahr 2019 vorgesehen. Den Namen »I-Punkt« hat man dabei (mit freundlicher Genehmigung) von der AWO Langenfeld übernommen.


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