Christian P. Seibel

Lydia Jüschke: »Behaltet die Kinder im Auge!«

Langenfeld. Lydia Jüschke verabschiedet sich von Ihrem Kollegium. Nach 20 Jahren als Schulleiterin der Grundschule am Götscher Weg geht sie nun in den Ruhestand.

In einer kleinen Feierstunde wurde Lydia Jüschke noch einmal richtig gefeiert. Das Kollegium, Wegbegleiter und Vertreter aus der Verwaltung würdigten ihre Verdienste. Und wie es zu ihrem Naturell passt, wurde dabei viel gelacht. Das Kollegium überraschte sie mit einigen umgetexteten Liedern, und ein kleiner Einspielfilm zeigte Schüler, die in »Dingsda«-Manier Begriffe erklärten. So erfuhr die feiernde Gesellschaft, dass eine Schulleiterin »durch alle Klassenräume geht, fleißig am Computer arbeitet, Zettel ausdruckt und Feueralarm auslöst«.


Schulrätin Andrea Terwint übergab ihr dann nach einer unterhaltsamen Würdigung die Entlassungsurkunde, allerdings nicht ohne sich den Empfang quittieren zu lassen. Ordnung muss sein.
»Den Abschied werde ich wohl erst am Donnerstag wirklich realisieren, wenn ich meine letzten Sachen aus dem Büro räume und mich von den Kindern verabschiede«, sagt Lydia Jüschke sichtlich bewegt.

Lehrerin mit Leib und Seele

 

Angefangen hatte die Münsteranerin 1977 an einer Grundschule in Wülfrath, wo sie direkt eine dritte Klasse zugewiesen bekam. Es war ein schöner Einstieg in einen verantwortungsvollen Beruf. 1980 zog es sie nach Monheim an die Wilhelm-Busch-Grundschule. Hier warteten neue Herausforderungen auf sie. Die Klassen waren viel heterogener, als sie es in Wülfrath erlebt hatte. Die Art, Kinder aus bildungsnahen und -fernen Schichten gemeinsam zu unterrichten, war eine große Umstellung. Sie konnte in dieser Zeit viel dazu lernen. Dann bekam Jüschke 1994 eine Stelle als Konrektorin in Baumberg und wechselte Ende 1998 als Schulleiterin nach Langenfeld. Die ersten vier Jahre beschreibt sie als »nicht einfach, aber wichtig«. Die Leitung einer Schule beinhaltet auch das Umsetzen von Konzepten, die durch die jeweilige Landesregierung entwickelt wurden. Hier versuchte sie immer, Anordnungen und Realität in Einklang zu bringen. Themen wie individuelle Förderung, Inklusion, offener Ganztag, Begabtenförderung, Kooperationen mit Kindertageseinrichtungen und nicht zuletzt auch das Internet waren ständige Herausforderungen. Eine große Hilfe waren dabei regelmäßige private Treffen mit den anderen Schulleitern der Stadt. So entstand ein Netzwerk, dass die Langenfelder Schullandschaft effizient macht.

Jetzt geht es in den (Un-)Ruhestand

Ihrem Kollegium gab sie dann noch den Rat mit auf den Weg: »Behaltet die Kinder im Auge! Baut Beziehungen auf! Das ist das, warum wir Lehrer geworden sind.« Die Schulleitung übergibt sie kommissarisch an Konrektorin Karin Diepenbrock, die über viel Erfahrung und einen guten Kontakt zum Kollegium verfügt.


Und jetzt ab in den Ruhestand? Wer Lydia Jüschke kennt, weiß, dass sie dafür nicht gemacht ist. Nach einem Wellness-Urlaub ( endlich einmal außerhalb der Schulferien) wird sie sich überlegen, was sie mit der neuen Freiheit anfängt. Neben Reisen ins In- und Ausland hat sie auch ehrenamtliche Arbeit im Auge. Was sie  genau machen möchte, wird sie sich in Ruhe überlegen.


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