OP

Fußballinstitution soll nicht sterben

Langenfeld. Es ist eine Liga für Fußballteams aus Arbeitskollegen und Freunden: Seit Ende der 70er-Jahre bietet der Betriebssport-Kreisverband Langenfeld e.V. den sportlichen Wettbewerb an, bei dem verschiedene Firmen und Gruppen allwöchentlich gegeneinander auf Torejagd gehen. Genau vier Jahrzehnte nach der Gründung könnte nun die letzte Saison auslaufen. Ein Mangel an Mannschaften gefährdet das Weiterbestehen der Runde im kommenden Jahr.

Montagsabends geht auf bestimmten Plätzen in Langenfeld und Umgebung das Licht für Spiele an, deren Akteure in der Regel nur einmal pro Woche den Ball am Fuß haben. Es handelt sich um Begegnungen aus dem Spielbetrieb des BKV Langenfeld. Von der Grundidee her kicken die Aktiven hier unter der Flagge ihres Arbeitgebers. Um fernab von Büros oder Werkstätten gemeinsam Sport zu machen. "Längst sind es aber nicht nur Mannschaften von Unternehmen, die bei uns spielen", erklärt BKV-Sportwart Stefan Gebhardt. "Der Großteil der aktuellen Teams besteht aus Freunden, die in ihrer Jugend in Vereinen gespielt und sich irgendwann zu Hobbymannschaften zusammengeschlossen haben." Gebhardt selbst ist Mitglied der Richrather Schützenfußballer, die ebenfalls Teil dieser "Bunten Liga" sind.

In den vergangenen Jahren hat sich das Feld der Konkurrenten gelichtet. Wo einst ein lebendiger Wettbewerb mit bis zu zwölf Teams herrschte, treten heute nur noch sechs Mannschaften in der Meisterschaft an; zusammen mit einer weiteren absolviert man den angeschlossenen Pokalwettbewerb. "In diesem Jahr ist der Spielbetrieb folglich so abwechslungsarm wie noch nie", berichtet Björn Boron, BKV-Kassenwart und Spieler des "Bayer Dream Team". Da man bei der Jahresplanung trotz Mangel an Teams die Anzahl der Spieltage nicht reduzieren wollte, stehe man in relativ kurzen Abständen immer wieder denselben Gegnern gegenüber. Hinzu komme laut des 38-Jährigen, dass oft Spiele ausfallen, weil es für einige Mannschaften kaum möglich ist, mindestens elf Spieler aufzustellen.

Liga soll belebt werden

"Allgemein sieht es nicht gut aus", verdeutlicht Stefan Gebhardt, der sich um die Organisation der Plätze und Schiedsrichter kümmert. Vor allem, da zwei der verbliebenen sechs Teams bereits angekündigt haben, nach dem Saisonende im November auszuscheiden. "Das würde bedeuten, dass wir 2019 keine Liga mehr organisiert bekämen", so der 37-Jährige.

"Es wäre sehr schade, wenn dieses Sportangebot wegbrechen würde", findet David Posor, der beim BKV das Amt des Schriftführers innehat und zur Hobbymannschaft "AC Inter Isso-Isechtso" gehört. "Zum einen ist da die lange Tradition und zum anderen macht es viel Spaß, wenn sich Teams gegenüberstehen, die zwar gewinnen wollen, das Ganze aber nicht zu ernst nehmen." Er persönlich vermutet, dass ein Problem in der zu geringen Bekanntheit des BKV liegt. "Wir sind doch eine Fußballnation", sagt der 30-Jährige, "da sollte es in Langenfeld und angrenzenden Städten grundsätzlich genügend Männer geben, die einmal pro Woche Spaß am Kicken hätten."

Der Vorstand des BKV lädt alle Betriebe, Gewerbeparks und Freundegruppen ein, sich bei Interesse zu melden. "Vielleicht können wir so vier bis fünf Mannschaften gewinnen, mit denen im kommenden Jahr ein spannender Wettbewerb stattfinden kann!", so Stefan Gebhardt. Sollte dies nicht funktionieren, wäre Langenfeld bald um ein Angebot ärmer, von dem gerade Firmen in Sachen Mitarbeiterfitness und Teambuilding profitieren können.

KONTAKT

Interessierte können den BKV Langenfeld per E-Mail an davidposor@t-online.de kontaktieren. Weitere Informationen unter www.bkvlangenfeld.de.

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.