Christian P. Seibel

»Langenfelder aus Leidenschaft«

Langenfeld. Manfred Stuckmann ist jetzt 80 Jahre alt.

Manfred Stuckmann vorzustellen ist eigentlich unnötig. Politiker, Autor, Liedermacher, Karnevalist, Ehrenamtler, Heimatkundler – seine vielseitigen Fähigkeiten setzt er immer für das Wohl der Stadt Langenfeld ein. Am vergangenen Samstag vollendete er sein 80. Lebensjahr.


Angefangen hatte seine politische Karriere 1961. Die Arbeit des Stadtrates und Kreistagsmitglieds Peter Eich beeindruckte ihn. Hans Litterscheid hatte für ihn Vorbildfunktion. Da lag es nahe, für Litterscheid in den Wahlkampf zu ziehen. Dem Eintritt in die CDU folgte dann auch 1969 der Einzug in den Rat der Stadt Langenfeld, dem er rund 40 Jahre angehörte. Er war Vorsitzender in verschiedenen Ausschüssen (Verkehr, Sport, Krankenhaus) und Begründer und Vorsitzender des Ausländerbeirates. Gründungen scheinen sowieso eine Vorliebe von Stuckmann zu sein: Begründer der KG Prinzengarde und der IG Stadtfest, und bei der Gründung des Festkomitees Langenfelder Karneval gehörte er auch dazu. Die Liste lässt sich noch um viele Präsidenten- und Vorsitzenden-Posten erweitern. Man fragt sich fast, wo der gelernte Maschinenschlosser und Großhandelskaufmann die Zeit für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten und das Schreiben von Büchern, Liedern und Theaterstücken hernimmt.

Langenfelder aus Leidenschaft

 

»Ich bin Langenfelder aus Leidenschaft«, sagt Stuckmann. Schließlich sei Langenfeld seine Heimatstadt. Das sei seine Motivation. (Auch wenn er gebürtiger Immigrather ist – die Stadt ist seitdem zusammengewachsen.) »Wer nicht weiß, woher er kommt, weiß auch nicht, wohin er geht.« ist seine Devise. Langenfeld ist für ihn »der Nabel der Welt. Ein liebenswertes Kaff«, so Stuckmann. Ein Kaff, das sich vor allem in der jüngeren Vergangenheit zu einem tollen Mittelzentrum entwickelt habe, auf das die umliegenden Städte inzwischen mit Respekt gucken.


In der Politik lassen sich die Geschicke einer Stadt am besten beeinflussen. Manfred Stuckmann war in seiner Ratszeit bekannt für eine eigene Meinung. Auch als Ansprechpartner für den politischen »Gegner« wurde er geschätzt. Denn Politik ist nicht so einfach, wie viele es gerne hätten. Seine Motivation war immer der Satz: »Der Mensch sieht ein, und das ist wichtig, nichts ist ganz falsch und nichts ganz richtig«. Der heutzutage in der Politik anzutreffende Egoismus ist da nicht sein Ding. Der Jugend rät er: »Seid offen für eure Nachbarn und eure Nächsten! Interessiert euch für andere! Und denkt an das Gemeinwesen.« Sonst hätte man nie geschafft, Langenfeld zu dem zu machen, was es heute ist. Wäre er gerne selber Bürgermeister geworden? Darauf sagt Stuckmann: »Ehrenamtlicher Bürgermeister war ich ja. Aber als hauptamtlicher Bürgermeister sollte man schon vom Fach sein und die Verwaltungsarbeit kennen. Dafür habe ich nicht die Voraussetzungen. Man muss auch seine Grenzen kennen!«

Beliebte Verzällchen-Tour

 

Keine Grenzen kennt aber seine Heimat-Begeisterung. Seine Verzällchen-Touren macht er weiterhin, allerdings nur noch auf Anfrage. Bei den Touren, die ursprünglich mal unter dem Motto »Wenn Steine reden könnten« standen, geht es nicht um Nostalgie, sondern um tiefgehende Informationen und Anekdoten. Vermisst er alte Plätze in Langenfeld? Das Gelände rund um das alte Rathaus an der Hauptstraße zum Beispiel. »Man muss nicht immer alles Alte abreißen, wenn es noch gut ist. Es reicht doch, es mit Neuem zu verbinden. Einen alten Baum reißt man ja auch nicht einfach aus, wenn er nicht krank ist«, so Stuckmann.


Anekdote zum Schluss: Seine in der Eifel lebenden Vorfahren mütterlicherseits waren Hugenotten und trugen den Familiennamen »Longchamps«, übersetzt »Langes Feld«. Das sagt ja eigentlich schon alles…

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