Marcus Italiani

Klimarettung auch in Langenfeld

Langenfeld. Fridays for Future in Langenfeld. Die internationale Schüler-Bewegung für ein besseres Klima ruft am 5. April zur Demonstration auf. Auch Bürgermeister Frank Schneider ist ein Anhänger der Aktion.

Ab 11 Uhr trifft man sich auf dem Konrad-Adenauer-Platz und zieht nach Südosten. Entlang der Hauptstraße, Karlstraße, Wilhelmstraße und Richrather Straße geht es schließlich über die Solinger Straße wieder zurück zum Konrad-Adenauer-Platz. »Wir wollen maximale Aufmerksamkeit«, stellt Till Wirtz fest. Er ist einer der Organisatoren in der Langenfelder Stadt-Schülervertretung und unterstreicht, wie ernst es den jungen Leuten mit ihrem Anliegen ist. »Wir wollen die Politik sensibilisieren. Die Menschen müssen im Kleinen anfangen, Dinge zu ändern, bewusster mit Fleischkonsum, Mobilität oder Müllentsorgung umgehen.«


Dem stimmt auch Langenfelds Bürgermeister Frank Schneider zu: »Ich halte es für wichtig, dass Aktionen wie die Demo in Langenfeld überall laufen. Es muss doch darum gehen, konkret etwas vor Ort machen und nicht immer zu betonen, dass man im Kleinen nichts ausrichten kann. Es gibt zum Beispiel die Initiative ‚Langenfeld summt‘ für insektenfreundlichere Grünflächen in der Stadt. Auch dieses Projekt unterstützen die Schüler enorm. Klar ist der Unterrichtsausfall ein ernstes Thema. Aber wenn man die Demos nach der Schule oder am Wochenende durchführen würde, dann würden sie viel weniger Aufmerksamkeit erregen. Natürlich gehen ein paar Schüler mit, die Schule schwänzen wollen, aber der überwiegende Teil nimmt das Thema ernst. Ich werde mir die Demo am Freitag auf jeden Fall auch ansehen«, so das Stadtoberhaupt.

Ein Politikum

 

Die Schüler-Demos sind mittlerweile ein Politikum. Dank der Popularität der Initiatorin Greta Thunberg und dem Gegenwind, der den streikenden Jugendlichen vor allem aus konservativen Kreisen und sozialen Medien entgegenschlägt, hat so ziemlich jeder eine Meinung dazu. »Das ist auch gut so, denn dadurch beschäftigen sich die Menschen mit dem Thema. Aber was mich sehr an der Debatte stört, ist die Tatsache, dass nirgendwo ernsthaft über die Frage diskutiert wird, die wir mit den Aktionen aufwerfen: Was kann man wirklich effektiv gegen den Klimawandel tun?«, sagt Felix Schimmel, Vorsitzender der Langenfelder Schülervertretung. Sein Kollege Till Wirtz fügt hinzu: »Es ist wirklich bezeichnend, dass man sich darüber aufregt, dass wir mal an einem Freitag ein paar Stunden in der Schule fehlen, aber sich niemand dafür interessiert, dass bei mir drei Monate lang der Mathe- und Englischunterricht aufgrund des Lehrermangels ausgefallen ist.«


Die beiden Aktivisten arbeiten neben der Schule ununterbrochen an der Organisation und Umsetzung der Langenfelder Fridays For Future-Demo. »Das ist sicherlich anstrengender als freitags ein paar Stunden in der Schule zu sitzen. Außerdem lernen wir ja auch durch die Beschäftigung mit den Themen rund um den Klimaschutz. Das sollte man nicht unterschätzen«, so Felix Schimmel, der von der Durchschlagskraft der Aktion überzeugt ist und mit mindestens 1.000 Teilnehmern rechnet.

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.