Ideen für die Zukunft von Alt-Berghausen

Langenfeld. Alt-Berghausen soll städtebaulich aufgewertet werden. Für eine Rhamenplanung hatte die Stadt Langenfeld die Anwohner zum Dialog eingeladen.

»Dass die Beamten mal aus ihren kleinen Büros kommen, und so viele Leute hier sind ist doch toll. Das muss man doch mal positiv sehen. Berghausener, liefert Ideen!« So brachte der Berghausener Johannes Sühs die Veranstaltung im Pfarrheim St. Paulus an der Treibstraße auf den Punkt. Die Stadt hatte die Bürger eingeladen, sich an der städtebaulichen Rahmenplanung für Alt-Berghausen zu beteiligen und der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Stadtplanungs-Referatsleiter Stephan Anhalt beruhigte die Besucher gleich zu Anfang. »Es gibt noch keine fertigen Planungen. Eine städtebauliche Rahmenplanung ist ein informelles Planungsinstrument, um Entwicklungspotenziale und Chancen eines Ortsteils herauszustellen, aber auch eventuelle Defizite und Probleme aufzuzeigen. Auf dieser Grundlage sollen dann Ziele und Leitlinien für die Zukunft erarbeitet werden.« Im Prinzip gehe es erst einmal darum zu sehen, ob und wo überhaupt ein Handlungsbedarf  bestehe. Dazu habe die Verwaltung einige Punkte zusammengetragen, die nun mit den »Experten vor Ort«, also den Bürgern, diskutiert werden sollten.

Dörflichen Charme erhalten


Die Bürger waren sich überwiegend einig, dass der dörfliche Charakter Berghausens auf jeden Fall erhalten werden sollte. Da störe auch ein uneinheitliches Erscheinungsbild nicht, wie es der stellvertretende Referatsleiter Tobias Rasch bei seinen Rundgängen als Kritikpunkt bemängelt hatte. Größten Handlungsbedarf sehen die Anwesenden bei der Verkehrs- und Lärmsituation. Eingekesselt von Autobahn, Landstraße und S-Bahnlinie ist der Lärm sehr stark. Für die A59 ist eine Fahrbahnsanierung geplant, aber einen Termin gibt es noch nicht. Auf einen Lärmschutz an der Bahnlinie hofft man durch den Lärmaktionsplan Schienenverkehr der Bahn, der einen Schutz zwar schon einplant, aber keinen Zeitpunkt nennt. Nötig wäre es, zumal der Rhein-Ruhr-Express (RRX) demnächst im 20-Minuten-Takt an Berghausen vorbeirauschen soll.

Verkehrslage muss verbessert werden


Der Autoverkehr in Berghausen ist gerade im Bereich Mühlenweg/ Baumberger Straße/ Heckenstraße Anlass für Kritik. An das vorgeschriebene Tempo 30 halte sich kaum jemand, »Ampelsparer« nutzen die dörflichen Wege als Abkürzung und ortsfremde S-Bahnfahrer parken zum Teil recht abenteuerlich. Das Abbiegen vom Mühlenweg auf die Berghausener Straße sei vor allem im Berufsverkehr besonders schwierig. Ulrich Beul, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, konnte in diesem Punkt teilweise Hoffnung auf Besserung machen. Der Landesbetrieb Straßenbau habe eine Ampelanlage in Planung. Nur ein Datum für die Umsetzung stehe noch nicht fest. Den Hinweis, dass die Straßenbeleuchtung gerade für Fußgänger unzureichend sei, nahm er dankend auf und versprach eine zeitnahe Lösung. Für die kleine Autobahnbrücke an der Baumberger Straße  solle man auch eine bessere Lösung finden. Der Fußgängerweg sei zu schmal und der Verkehr zu schnell. Hier wurde entweder eine Ampel angeregt, wie sie an der Unterführung zur L‘Osteria zu finden ist, oder sogar eine Schranke, die nur von Busfahrern zu öffnen sei. Außerdem wäre eine Verengung auf eine Spur sinnvoll, damit im Gegenzug der Fußgängerweg breiter gemacht werden könne. Auch die Fußgängerwegführung am Mühlenweg wurde als »blödsinnig« kritisiert.


Weitere Vorschläge waren zum Beispiel eine Bürgerhalle oder ein städtisches Zentrum mit Bücherei als Treffpunkt. Oder auch die Neugestaltung des Platzes am Kriegerdenkmal durch Absenkung auf Straßenniveau und die Neugestaltung von Spielplätzen, die auch Verweilmöglichkeiten für Ältere bieten. Die Anregung, Einbahnstraßen für Radfahrer zu öffnen, wird schneller umgesetzt als von manchen erwartet: Laut Ulrich Beul sei der Auftrag dafür schon raus.


»Wir stehen erst am Anfang des Prozesses und sammeln Fakten für weitere Überlegungen«, betonte Beul. Ideen dafür hatten die Berghausener auf jeden Fall geliefert.



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