Christian P. Seibel

Essen auf Rädern der AWO Langenfeld wird 50

Langenfeld. Der Lieferdienst mit sozialem Gewissen.

Der »Fahrbare Mittagstisch« der AWO Langenfeld ist 50 Jahre alt geworden. In der Zeit hat sich einiges verändert. Geblieben ist die Versorgung derer, die es nicht mehr selber können.

Die Idee des Essens auf Rädern entstand in den 40er Jahren in Großbritannien. Von dort kam das Konzept in den 60er Jahren nach Deutschland. Seit 1969 bietet die AWO Langenfeld den Service nun schon an. Ziel ist es, ältere und bedürftige Menschen zuhause mit Mahlzeiten zu versorgen.


Angefangen hatte es mit 15 bis 20 Essen. »Damals wurde noch in der Landesklinik gekocht«, erinnert sich der ehemalige AWO-Vorsitzende Lothar Witzleb. Sein Vor-Vorgänger im Amt, Andreas Kiss, hatte die Idee, den fahrbaren Mittagstisch in Langenfeld einzuführen. Inzwischen sind die Essenszahlen gestiegen. Täglich werden run 200 Essen ausgeliefert. Elf Fahrer sorgen in drei Touren mit ihren mit Öfen und Kühlschränken ausgestatteten Wagen dafür, dass das Essen bei den Kunden auch immer frisch ankommt. Seit drei Jahren werden auch Menschen in Monheim beliefert.


Die Gerichte kommen von einem großen Menüservice, der täglich rund 20.000 Menüs zubereitet. Nach dem »Cook & Chill«-Verfahren werden die Mahlzeiten vor der Auslieferung »regeneriert«. Werktags kann zwischen sechs verschiedenen Gerichten gewählt werden, darunter auch vegetarische oder diabetikergeeignete Kost. Am Wochenende stehen immer noch vier Menüs zur Wahl. Der Nachtisch gehört bei allen dazu. »Bei uns hat man keinen festen Vertrag. Jeder kann entscheiden, an welchem Tag er etwas bestellen möchte. Sogar kurzfristige Umbestellungen sind meistens noch möglich«, sagt Klaus Böntgen, Fahrer und Bürokaft beim Mittagstisch.


Alle Fahrer sind natürlich in Hygiene und im Umgang mit z.B. Demenzpatienten geschult und müssen ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. »Wir sind ja nicht nur Essenlieferant. Als Wohlfahrtsverband sehen wir auch immer nach, wie es den Leuten geht und verständigen im Notfall auch Angehörige oder den Rettungsdienst, wenn etwas nicht stimmt«, sagt Marion Fuhrmann, die die Einsätze koordiniert.


Beliefert werden Menschen über 75 Jahre, körperlich Eingeschränkte und betreute Personen. Aber auch bei akuten Krankheiten springt der »Fahrbare Mittagstisch« ein. »In den meisten Fällen zahlt das sogar die Versicherung«, sagt Fuhrmann. »Das Besondere an unserem Dienst ist, dass wir 365 Tage im Jahr liefern. Und wir kümmern uns um unsere Kunden«, ergänzt Böntgen.


Info:

  • AWO, Solinger Straße 103, Langenfeld
  • Ansprechpartner: Marion Fuhrmann, Marion Gansel und Klaus Böntgen
  • Telefon: 02173 / 24306
  • E-Mail: fahrbarermittagstisch@awo-langenfeld.de
  • Bürozeiten: Mo-Fr 9-13 Uhr



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