David Posor 1 Kommentar

Dieser Chor bildet eine grenzenlose Gemeinschaft

Der Integrationsgedanke im Fokus: Mit ihrem Projekt vereint eine Langenfelder Musikerin Einheimische und Flüchtlinge

Langenfeld. (DP). Die einen kommen aus Langenfeld, die anderen aus Ländern wie Syrien, Afghanistan und dem Irak. Alle singen gerne – und formen zusammen einen Chor. Den »Chor ohne Grenzen«.

Www.seidwillkommen.de –­ Schon in der Internetadresse des Projekts wird die Herzlichkeit deutlich, mit der Susanne Wagner zum Chor ohne Grenzen einlädt. Wirklich jeder ist hier willkommen, unabhängig von Alter, Geschlecht und Herkunft. Es war der Integrationsgedanke, der die 47-jährige Langenfelderin vergangenes Jahr dazu bewegte, die Sache ins Leben zu rufen. »Mir war es wichtig, ein Angebot zu schaffen, bei dem sich Deutsche und Nicht-Deutsche auf eine angenehme Art und mit viel Spaß kennenlernen«, sagt sie, »ein Angebot für unverkrampfte Begegnungen«.

Lieder verschiedener
Kulturen werden einstudiert


Am 1. März 2016 erfolgte die Premiere der regelmäßigen Treffen im Gemeindezen­trum der Johannes-Kirche. Seit letzter Woche kommt die Gruppe alle 14 Tage im Flügelsaal des Kulturzentrums zusammen. 30 bis 50 Sängerinnen und Sänger sind mittlerweile dabei, wenn sich Susanne Wagner an den Flügel setzt und ihren Chor begleitet. Dann singen Deutsche, die gerne mit Flüchtlingen in Kontakt kommen wollen, und Flüchtlinge, die Teil der Gemeinschaft in ihrer neuen Heimat werden möchten, im Einklang. Es seien bereits Freundschaften entstanden, berichtet die ehrenamtliche Projektleiterin.

Gesungen werden sollten ursprünglich – aus Gründen des Sprachtrainings – nur deutsche Lieder. »Da es ein Anliegen der Flüchtlinge war, auch ihre Kultur zu zeigen, haben wir jetzt aber auch arabische, persische und kurdische Lieder im Repertoire«, so die Musikerin. Um den einheimischen Langenfeldern ihr Liedgut nahezubringen, tragen die Flüchtlinge die Stücke aus ihren Herkunftsländern zunächst vor. »Wir schreiben uns dann die Texte in Lautschrift auf und machen Sprechübungen«, erklärt Susanne Wagner. »Das Ganze ist sehr schön, weil es den Flüchtlingen auch eine Plattform gibt.« Diese wurde kürzlich zum Beispiel von einem Afghanen genutzt, der vor den Chor trat und ein Lied solo vortrug. »Auf einmal sind dann alle anderen, die persisch sprechen, aufgestanden, nach vorne gegangen und haben mitgesungen«, erzählt die Chorleiterin. »Das war sehr emotional.« Auch der jugendliche Rapper Mohamad, über den wir in der vergangenen Woche berichteten, hin und wieder gern vor der Gruppe.

Nicht nur Musik,
sondern auch Austausch


Nach einer gemeinsamen Singstunde kommt man immer für eine weitere Stunde zum Tratschen zusammen. Hier stehen die Mitglieder nicht nebeneinander, sondern sie sitzen sich gegenüber. Bei Keksen und Tee werden dann Gespräche geführt, in denen man die persönliche Ebene vertieft. »Das ist der fast noch wichtigere Teil«, sagt Susanne­ Wagner, die von dem Syrer Mohamad Mostafa und dem Iraner Hamid Yousefi unterstützt wird und viel Wert auf die Lockerheit der Treffen legt. »Wir sagen nicht: "Ihr müsst kommen". Es soll ein Ort der Begegnung sein, zu dem man ganz ohne Zwang kommen kann, wann man will.«

Die nächste Probe findet am kommenden Dienstag, dem 14. Februar, statt. Los geht es an der Haupt­straße 133 um 19.15 Uhr.

 

AUF DER BÜHNE

Der Chor ohne Grenzen wird ein Konzert auf dem 35. Internationalen Kinder- und Familienfest geben, das am letzten Mai-Wochenende in den Freizeitpark Langfort lockt. Mit einem anderen Veranstalter ist Susanne Wagner noch im Gespräch. In Planung ist ebenfalls ein choreigenes Musical, das die Fluchtgeschichten einzelner Mitglieder erzählt. Weitere ­Infos sollen schon sehr bald folgen.

 

 

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Kommentar von Steffi Lieske
Vielen Dank für diesen sehr guten Bericht!

Kanu-Jugend auf Wildwasser-Fahrt durch Frankreichs Süden

Langenfeld. Gutes Wetter ist nicht gleich »gutes Wetter«. Diese Erfahrung hat die Jugendabteilung des Langenfelder Kanu-Clubs gerade gemacht. Traditionell wird im Frühjahr auf Flüssen im In- und Ausland gepaddelt. Das Ziel in diesem Jahr war das Städtchen Bobbio in Norditalien. Aber dort war das Wetter für die Jahreszeit zu gut. Folge: zu wenig Wasser in den Flüssen, keine Chance auf einen gelungenen Paddelurlaub.  Nach kurzer Suche stand mit der Ardèche ein richtiges Traumziel für Kanuten fest. Weiterer Vorteil: Auf dem Fluss im Süden Frankreichs herrschen im Frühjahr hervorragende Wasserstände und trotzdem bereits traumhaftes Wetter. Zwölf Stunden nach der Abfahrt in Langenfeld konnten sich die 21 Teilnehmer der Kanu-Freizeit davon selbst überzeugen. Südfrankreich steht häufig synonym für Jetset, Reichtum, und Glamour. Auf das Luxusleben haben die Langenfelder Kanuten verzichtet. Stattdessen wurde gemeinsam gekocht, die Mahlzeiten im Aufenthaltszelt zu sich genommen. Geschlafen haben die Jugendlichen zusammen im großen Gemeinschaftszelt, die Betreuer hingegen hatten immerhin den relativen Luxus von halbwegs festen Wänden und Decken um sich herum – in Wohnwagen und -mobil.   Im Gegensatz zum Sommer geht es zu Ostern auf der noch sehr beschaulich zu. Die großen Touristenströme haben noch nicht eingesetzt, und auf den Fluss, der jetzt noch wesentlich mehr Wasser führt, wagen sich nur Wildwasserpaddler mit entsprechender Ausrüstung. So konnten sich die Neulinge unter den Kanuten an den neuralgischen Stellen wie »Charlemagne« oder »Hackmesser« beweisen. Den Erfahreneren unter ihnen kam hier die Aufgabe zu, Mensch und Material zu bergen, wenn etwas mal nicht so klappte. Neben den Paddeltouren auf der Ardèche und angrenzenden Flüssen gab es auch einen Wandertag als Ausgleich.  Klares Highlight war aber die Befahrung der berühmten Ardèche -Schlucht. 32 KM durch die Ardèche-Schlucht Auf der Strecke von 32 Kilometern Länge ging es unter anderem unter der atemberaubenden »Pont d‘Arc« hindurch, einer natürlichen Steinbogenbrücke..Wie bei Asterix und Obelix markiert das traditionelle gemeinsame Abschlussessen markierte das Ende des Abenteuers. Doch im Sommer wartet schon das nächste Abenteuer auf die Gruppe. Dann geht es nach Österreich. Gutes Wetter ist nicht gleich »gutes Wetter«. Diese Erfahrung hat die Jugendabteilung des Langenfelder Kanu-Clubs gerade gemacht. Traditionell wird im Frühjahr auf Flüssen im In- und Ausland gepaddelt. Das Ziel in diesem Jahr war das Städtchen Bobbio…

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