Chiara Delahaye

Bienen brauchen keine Steingärten

Langenfeld. Langenfeld wird grüner für Insekten und Vögel

Es gibt zu wenig Bienen und Vögel in unseren Städten. Da ist auch Langenfeld leider keine Ausnahme. Zu wenig bietet die zugebaute Umgebung den Insekten an Nahrung und Unterkunft. Deswegen hat die Langenfelder Ortsgruppe des BUND jetzt den Anstoß gegeben, kahle Zäune mit entsprechender Bepflanzung umweltfreundlicher zu machen.

Rosen, Wein und Geißblätter


Dafür wurde jetzt der Zaun des Regenrückhaltebeckens in Gieslenberg-Mehlbruch an einer Seite mit fünf Kletterpflanzen bestückt, die vom Umweltschutz- und Verschönerungsverein Langenfeld e.V. (UVL) finanziert wurden. Geplant sind zudem noch vier weitere Stellen:   an den beiden Regenrückhaltebecken an der Wolfhagener und der Elisabeth-Selbert-Straße sowie an den zwei Pumpstationen an der Opladener und Hitdorfer Straße. Sie sollen in den nächsten Wochen folgen.
An der Gieslenberger Straße ist die Wahl auf eine Rambler-Rose, zwei Wilde Wein-Ranken und zwei Geißblätter gefallen. »Das sind alles heimische Pflanzen, denen der Frost nichts anhaben kann«, erklärt Verena Wagner vom Klimaschutz der Stadt Langenfeld. Nur bei längeren Dürreperioden müssten die Pflanzen im ersten Jahr gegossen werden. Wagner sieht in dem Projekt einen Gewinn für die Stadt: »Solche Sachen sind schön, weil sie einen Mehrfachnutzen haben. Einerseits die Ästhetik, aber gleichzeitig auch einen ökologischen.«

Deswegen habe die Stadt diese fünf Stellen als Anregung aufgenommen und wolle die Bepflanzung in Zukunft auch mit eigenen Mitteln ausweiten.


Ingrid Schöbel von der AG der Naturschutzverbände, welche ehrenamtlich die Bepflanzung der Zäune übernimmt, betont, die Pflanzen seien nicht nur für die Honigbienen des Imkers in der Nähe gedacht. »Wir wollen die Wildbienen stärken«, erklärt sie. »Und im Herbst können die Vögel die Früchte fressen.« Einige Meisen hätten schon lebhaft Interesse gezeigt.


Aber das Projekt solle auch zum Umdenken bewegen: »Wir wollen, dass die Leute, die mit ihren Hunden hier vorbeigehen, die Pflanzen sehen und in ihren eigenen Gärten etwas anderes pflanzen als nur Steine«, appelliert Schöbel.

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