Christian P. Seibel

Auch Langenfeld feiert Internationalen Frauentag

Langenfeld. Am 8. März wird der Internationale Frauentag von Frauenorganisationen weltweit begangen. Ein Tag des Mahnens und Feierns.

Die Gleichberechtigung von Mann und Frau steht im deutschen Grundgesetz. Aber trotzdem sieht es in der Praxis in vielen Bereichen noch anders aus. Unterschiedliche Löhne, ungleiche Verteilung bei der Besetzung von Führungspositionen und häusliche Gewalt gegen Frauen zeigen, dass von Gleichheit noch keine Rede sein kann.


Die Initialzündung zu einem grundsätzlichen Umdenken kam aus den USA. Dort gründete sich 1908 das »Nationale Frauenkomitee«, eine Gruppierung von Frauen der Sozialistischen Partei. Es dauerte nicht lange, bis die Idee nach Europa kam. Die deutsche Sozialistin Clara Zetkin schlug 1910 auf der zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen die Einführung eines internationalen Frauentags vor. Gegen den Willen ihrer männlichen Parteikollegen. Den ersten Frauentag gab es dann am 19. März 1911 in Deutschland, Dänemark, der Schweiz und Österreich-Ungarn. Seit 1921 wird der Tag am 8. März gefeiert.


Selbst über 100 Jahre nach den ersten Aktionen sind heute immer noch Ungleichheiten zu bemängeln: So sitzen in den Vorständen der 100 größten Unternehmen nur 2,2 Prozent Frauen, Deutschland hat europaweit den geringsten Anteil von Frauen mit Kindern in Führungspositionen und die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen liegt bei 21 Prozent. Ein Viertel der Frauen hat mindestens einmal im Leben häusliche Gewalt erlebt. Allein im Kreis Mettmann wurden im Jahr 2017 650 Fälle gemeldet.
Und sogar der Rat der Stadt Langenfeld hat noch Nachholbedarf: Nur zehn von 45 Ratsmitgliedern sind weiblich.

Trotzdem ein Grund zum Feiern


Aber der Internationale Frauentag soll nicht nur auf die Diskriminierungen hinweisen, sondern will auch das bisher Erreichte feiern. Überall gibt es besondere Veranstaltungen und Aktionen.
Wie auch in Langenfeld. »Ich freue mich, auch in diesem Jahr wieder ein unterhaltsames und zugleich informatives Programm rund um den Internationalen Frauentag vorlegen zu können, das neugierig macht und zeigt, welche Themen Frauen bewegen“, sagt Diana Skrotzki, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Langenfeld.

Nicht nur für Frauen


Und dieses Programm ist äußerst vielfältig. Neben Beratungsangeboten zum Thema Existenzgründung, Trennung und Scheidung, sowie zum Umgang mit Online-Partnervermittlungen, einem Selbstverteidigungskurs für Frauen, Netzwerken für Unternehmerinnen und einem Schreibworkshop, stehen auch kulturelle Highlights zur Auswahl: Eine musikalische Soiree, Musik-Kabarett, ein Chanson-Nachmittag, ein Mitsingkonzert, zwei Lesungen und drei Kino-Beiträge. Zudem wird es im Juni eine Ausstellung im Rathaus zu den »Müttern des Grundgesetzes« geben. Und nicht zu vergessen der »Equal Pay Day« am 18. März, der noch einmal explizit die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen aufzeigen will.
Das Programmheft mit allen Angeboten zum Internationalen Frauentag 2019 liegt im Rathaus und weiteren öffentlichen Gebäuden zur Abholung bereit oder ist  online auf www.langenfeld.de zu finden.

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