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Als in Langenfeld der Mob auf Menschenjagd ging

Langenfeld. Vor 80 Jahren brannten in Deutschland die Synagogen - auch in Langenfeld kam es am 9. November 1938 zum vorläufigen Höhepunkt der Judenverfolgung.

Auch in Langenfeld tobte in der Reichspogromnacht in den Straßen der Mob, bedrohten fanatische Nationalsozialisten Leib und Leben ihrer jüdischen Nachbarn, zerstörten und schändeten Synagoge und Friedhof und plünderten ihre Geschäfte und Wohnungen. Die letzten noch lebenden jüdischen Einwohner wurden im sogenannten »Judenhaus« in der Ganspohler Straße untergebracht. Von 15 deportierten Mitbürgern überlebte nur einer. 
Die VHS Langenfeld bietet aus diesem Anlass zwei Veranstaltungen an. Am Mittwoch, den 7. November, findet von 19 Uhr bis circa 20.30 Uhr im Kulturzentrum, Hauptstraße 133, ein Vortrag mit dem Titel: »Vor 80 Jahren: Reichspogromnacht« statt
Der bebilderte Vortrag im Flügelsaal des Kulturzentrums stützt sich dabei im Wesentlichen auf Prozessakten aus dem Jahr 1948. Heute schwer vorstellbar, ging es beim Prozess damals tatsächlich um die Frage, ob das Pogrom nicht lediglich Ausdruck eines gerechten Volkszorns auf jüdische Mitbürger entsprochen hätten. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

 

Der restaurierte Friedhof steht heute auf der Denkmalliste

 

Der jüdische Friedhof in Richrath wurde 1945 auf Befehl der britischen Militärregierung notdürftig wiederhergestellt. In den 60er Jahren wurde er restauriert. Die Ruhestäte mit den 51 Grabstellen - 22 davon aus dem 19. Jahrhundert - steht seit 1995 in der Denkmalliste der Stadt.  Am Samstag, 10. November, gibt es von 14 bis 16 Uhr eine Führung über den jüdischen Friedhof in Richrath. Dort gibt es die letzten sichtbaren Überreste jüdischer Kultur in Langenfeld. Eine Führung über den Friedhof gibt es am Samstag, 10. November, von 14 bis 16 Uhr. Teilnehmer erhalten dabei auch allgemeine Informationen zur jüdischen Friedhofs- und Grabsteinkultur. Natürlich gibt es auch interessante Einblicke in das Leben der dort beigesetzten Menschen und in die Geschichte des Friedhofs. Eine Anmeldung ist unter Kurs-Nr. G1304 erforderlich. Die Teilnahmegebühr beträgt sechs Euro.
Durch beide Veranstaltungen führt Günter Schmitz. Forschungsschwerpunkt des Historikers und Leiters des VHS-Arbeitskreises Geschichte ist das Leben der Langenfelder Juden.
 Inzwischen sind zahlreiche Bände der »Langenfelder Chronik« erschienen, die die Gemeinde Richrath-Reusrath beleuchten. Für seine besonderen Verdienste hat Günter Schmitz 2018 den Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes  erhalten.

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