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»Wir erreichen jede Woche rund 352.000 Leser«

WochenPost-Verlagsleiter Karsten Hoyer spricht im Interview über Chancen eines modernen Anzeigenblattes im Jahr 2018

Hilden. Die WochenPost hat in den vergangenen vier Jahren diverse Veränderungen erlebt. Vom Verkauf an die Weiss-Verlag GmbH & Co. KG über den Umzug nach Hilden bis hin zur völligen Umstrukturierung des Verlages durch den neuen Verlagsleiter Karsten Hoyer, den wir anlässlich unseres 36. Geburtstags zum Gespräch baten.

Herr Hoyer, wodurch bleibt eine Anzeigenzeitung im Jahr 2018 relevant?

Im Jahr 2018 sind Anzeigenblätter das einflussreichste lokale Informationsmedium. Unsere Redakteure und Medienberater sind so nah an Lesern und Kunden wie sonst kaum jemand. Im Zeitalter eines digitalen Nachrichtenüberangebots sowie der Zusammenfassung oder Auslagerung traditioneller Tageszeitungsredaktionen kann nur die gut gemachte Anzeigenzeitung die Interessen der lokalen und sublokalen Akteure vertreten. 

Wie wollen Sie dieses Ziel erreichen?

Wir legen bei der WochenPost Wert auf gute Redaktion und Struktur. Unsere Redakteure sind keine Seiteneinsteiger, sondern ausgebildete Fachkräfte, die zudem gut in ihrer Region vernetzt sind und ihren Job im besten Fall nicht nur lieben, sondern leben. Wir erreichen rund 352.000 Leser pro Gesamtausgabe. Das ist unser großes Plus, aber auch eine große Verantwortung, der sich unsere Mitarbeiter Tag für Tag stellen. 

Heißt das, Sie brechen selbst dann noch eine Lanze für die Printmedien, wenn das letzte Blatt durch ein Internet-Portal ersetzt wurde?

Eine Lanze breche ich für das Printmedium Zeitung in jedem Fall, weil es einfach zu unserer Kultur gehört und viel mehr zu bieten hat als lieblos zusammenkopierte Informationen.  Doch natürlich verschlafen wir den digitalen Wandel nicht. Wir entwickeln uns im Online-Sektor immer weiter, forcieren das durch Schulungen und Kampagnen. Alleine innerhalb des letzten Jahres haben sich die User von www.wochenpost.de verdoppelt. Viele neue Zielgruppen wurden erschlossen, die Medien ganz anders konsumieren als das bislang der Fall gewesen ist. Das registrieren wir nicht nur, wir bieten diesen Leuten Inhalte an, die einerseits ihrem gewohnten Mediennutzverhalten entgegenkommen, andererseits aber wieder zum Printmedium führen. Wir spielen in beiden Welten mit.

Dem müssen sich nicht zuletzt Ihre Mitarbeiter anpassen.

Ganz genau. Unsere Verlagsrepräsentanten sind mittlerweile echte Mediaberater. Sie müssen in der Lage sein, den Kunden die vielen technischen Möglichkeiten zu präsentieren, die unsere neuen Kanäle bieten. Das ist spannend, aber gleichzeitig auch fordernd. 

Das trifft wohl auch auf die Verlagsleiter-Position in solch medial bewegten Zeiten zu. Warum wollten Sie sich der WOCHENPOST-Familie anschließen?

Ich war über 25 Jahre in leitender Position in diversen Verlagen tätig, bevor ich für eine kurze Zeit die Deutsche Sportlotterie mit aufgebaut habe. Allerdings ist es in unserer Welt nun einmal so: Einmal Zeitung, immer Zeitung. Als die Anfrage des Weiss-Verlags kam, hat es sofort in den Fingern gejuckt. Mir war aber auch klar: Ein solcher Job lässt sich nur dann gut erledigen, wenn man sich hundertprozentig mit dem Titel identifiziert. Und das tue ich. Nachdem wir uns personell, räumlich und strukturell verändert haben, sind wir auf einem sehr guten Weg. 

Wohin führt dieser Weg?

In Zukunft werden wir optisch noch moderner, inhaltlich noch gehaltvoller und in Sachen digitale Medien noch näher am Zeitgeist sein. Anfang Mai wird unsere Printausgabe nach einem Redesign ein neues Gesicht erhalten.  Mit einer Verteilquote von weit über 90 Prozent haben wir dann alle Weichen gestellt, um auch in den nächsten Jahren als starkes Medium vor Ort für unsere Leser und Kunden da zu sein.

Das Interview führte: Marcus Italiani

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