Volker Budinger

Vorsicht dreiste Trickbetrüger!

Hilden. Erneut wurde eine Hildener Seniorin Opfer dreister Diebe, die sie mit einem Trick ablenkten. Kriminelle, die am Telefon oder an der Haustür besonders Ältere überlisten, hätten derzeit im Kreis Hochkonjunktur, heißt es von der Polizei.

Von Volker Budinger

An einem späten Mittwochnachmittag geht die 82 Jahre alte Hildenerin Erna P. (Name von der Redaktion geändert) vom Einkaufen nach Hause. Kurz vor ihrer Haustüre, den Schlüssel bereits in der Hand, wird die Seniorin von drei Frauen höflich angesprochen. Sie hätten einen Nachbarin besuchen wollen und ob sie vielleicht einen Stift und Papier haben könnten, um einen Nachricht hinterlassen zu können, erzählen die drei Frauen, an die sich Erna P. später als »so nette Damen« erinnern wird.

Die betagte Dame lässt das Trio hilfsbereit in ihre Wohnung und sucht nach Stift und Papier – als die Frauen schließlich fort sind, beschleicht sie doch plötzlich ein ungutes Gefühl. Zu Recht – ihr Schmuck und Bargeld, was sie in einer Schublade aufbewahrte, sind verschwunden. Passiert ist das so erst vor wenigen Tagen.

»Es gibt Fälle, wo Senioren durch solche Trickbetrüger mittellos geworden sind. Dann war das ganze Geld fürs Alter plötzlich weg«, erzählt Kriminalhauptkommissar Udo Wilke vom Kommissariat Kriminalprävention und Opferschutz der Polizei im Kreis Mettmann. »Und Betrug ist nicht versicherbar«, sagt er.

Zwar gebe es – anders als bei Einbrüchen etwa, die besonders in der dunkeln Jahreszeit zunehmen – keine besondere Saison für Trickbetrüger. »Die gibt es das ganze Jahr, aber sie schlagen immer regional zeitlich gehäuft zu«, sagt Wilke. Aktuell gebe es im ganzen Kreis Mettmann eine deutliche Zunahme von Taten, die unter die Schema Zettel-, Enkel- oder falsche Amstträger-Trick fielen. Zu den bekannten käme noch eine hohe Dunkelziffer, wenn sich die Opfer aus Scham nicht an die Polizei wendeten.

»Falscher Polizisten«-Trick hat Hochkonjunktur


»Aktuell gibt es auch besonders viele Fälle von ‚Falschen Polizisten‘«, erklärt der Experte. Dabei ruft angeblich ein Polizist besonders bei Menschen mit »alt« klingenden Namen an. Den potenziellen Opfern wird dann erklärt, es gebe Hinweise, dass etwa Einbrecher es auf ihre Wertsachen abgesehen hätten. Es käme jetzt ein Polizist vorbei, dem sie »sicherheitshalber« all ihre Wertsachen geben sollten. »Und wenn das nicht funktioniert, rufen die Täter oft sogar noch mehrfach an und machen Druck. Gerne dann auch als angeblich höhere Stelle wie dem Landeskriminalamt. Da werden gezielt Ängste geschürt«, sagt Wilke.

Die Täter – dahinter steckten zum Teil regelrechte Call-Center aus dem Ausland – nutzten dabei Hilfsbereitschaft und auch Obrigkeitshörigkeit besonders älterer Menschen aus. »Dagegen hilft nur ein gesundes Misstrauen. Egal ob an der Haustür oder am Telefon, die Täter sind darauf geschult, nett und freundlich zu wirken. Ein nettes Gesicht ist da keine Garantie für nette Absichten«, sagt der Polizist. Niemals sollte man Geld oder Schmuck an Unbekannte herausgeben. »Und die echte Polizei nimmt keine Wertsachen in ‚Schutzverwahrung‘«, sagt Wilke.

Besonders die Älteren könne man nur ausdrücklich vor den Maschen der Trickbetrüger und -dieben warnen.

Das rät die Polizei

  • Seien Sie am Telefon aufmerksam
  • Lassen Sie Unbekannte nicht unkontrolliert in die Wohnung. Lassen sie sich entsprechende Ausweise zeigen
  • Geben Sie keine Details zu  familären oder finanziellen Verhältnissen am Telefon preis.
  • Rufen Sie im Zweifel den Notruf 110 der Polizei.
  • Rat zur Vorbeugung und für Opfer gibt es bei der Beratunsgstelle Kriminalprävention der Polzei im Kreis Mettmann unter Telefon 02104/9827777.

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