Vielfalt in ihrer vollen (Musik)-Bandbreite in Hilden

Hilden. Das neue Projekt der Musikschule soll wirklich »alle und jeden« abholen und zu einem harmonischen Ganzen vereinen. Für das »Orchester VIELfaltKLANG« werden Mitspieler aller Art gesucht – auch völlig ohne Musikerfahrung.

Von Volker Budinger

Hilden. »Es geht nicht um  Perfektion. Es geht darum, dass wirklich jeder mitmachen kann und gemeinsam Spaß an der Musik hat« – so bringt Frank Lescher das nächste große Projekt der Musikschule auf den Punkt. Der Dozent ist Projektleiter des Orchesters »VIELfaltKLANG«, das jetzt erst noch entstehen soll.

Jeden da abholen, wo er steht

»Wirklich jeder« ist dabei auch genau so gemeint.  Das inklusive Musikprojekt soll Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Behinderung ansprechen, die entweder ein Instrument spielen können – oder auch noch gar nicht oder  nur wenig. »Es kann wirklich jeder seinen Beitrag leisten, alles lässt sich harmonisch zu einem Orchester fügen. Es gibt da keine ‚falschen‘ Töne«, sagt Lescher.
»Die Idee für ein solches großes Inklusionsorchester für alle hatte ich bereits eine ganz Weile«, sagt Eva Dämmer, die Leiterin der Musikschule. »Wir können da wirklich jeden abholen wo er steht – das geht gerade mit Musik ganz hervorragend«, sagt sie
Mit dem Projekt hat man sich nun erfolgreich für eine Förderung beim Land NRW beworben, die auch gewährt wurde. Bis Ende des Jahres stehen 5.345 Euro für das Projekt zur Verfügung. »Deshalb wird es auch keinen Teilnehmerbeitrag geben«, sagt Dämmer.
Mit einer »Kennenlernprobe« am 6. April von 14 bis 15.30 Uhr im Heinrich-Strangmeier-Saal der Musikschule, Gerresheimer Straße 20,  will man nun zunächst sichten, welche unterschiedlichen Talente, Instrumente und Könnens-Stufen sich für das Unternehmen zusammenfinden. »Wer vielleicht als Kind mal ein Instrument gespielt hat oder das erst seit kurzem tut, ist genau so willkommen wie semiprofessionelle oder profesionelle Musiker, die Spaß an dem inklusiven Projekt haben«, sagt Dämmer.

Kennenlernprobe am 6. April

Vorhandene Instrumente dürften gerne mitgebracht werden. »Die können dann auch von den Experten mal durchgesehen werden.« Aber Instrumente könnten auch für die Proben kostenlos gestellt oder zum mit nach Hause nehmen gegen Leihgebühr ausgeliehen werden .
Angesprochen sind auch aktuelle oder ehemalige Schüler der Musikschule sowie Teilnehmer der verschiedenen Projekte der Musikschule. Denn mit inklusiven Angeboten  hat die Einrichtung viel Erfahrung – etwa mit dem  Bandprojekt für und mit Bewohnern eines Wohnheims für Menschen mit Behinderung.
Auch das »All inclusive« Orchester der Vielfalt, das sich recht kurzfristig zum Inklusionstag 2016 aus vielen Einzelprojekten zusammensetzte und sogar spontan Leute aus dem Publikum einflocht, war so ein erfolgreiches Projekt.
»Wir sind froh, das wir dieses Projekt nun sogar noch wesentlich erweitern konnten – nicht nur im Namen«, sagt auch Hildens Kulturdezernent Sönke Eichner, der 2016 ebenfalls spontan ein Instrument in die Hand gedrückt bekam.
»Jetzt sind wir erstmal gespannt, wer alles zu der Kennenlernprobe kommt«, sagt Dämmer. Darauf werde man dann aufbauen und nach einer zweiten Kennenlernprobe voraussichtlich alle zwei Wochen, wahrscheinlich freitags oder samstags, Proben ansetzen. Mit Lescher zusammen werden noch drei weitere Musikschullehrer in Teilgruppen und gemeinsam die Musizierenden anleiten. »Ziel ist es, dass das große Hildener Inklusionsorchester VIELfaltKLANG dann auch bald Auftritte bestreiten soll«, sagt Dämmer. Vielleicht schaffe man das ja sogar bis zum   »Hildener Sommer« in den Sommerferien.

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