Volker Budinger

Trickbetrüger weiten »Falscher Polizist«-Masche massiv aus

Hilden. Einer Seniorin wurde am Telefon massiv gedroht.

Die Welle der Anrufe von dreisten Trickbetrügern im Kreis Mettmann (wir berichteten) hält weiter an. Die Polizei hat jetzt ihre Warnung vor    Anrufen von »Falschen Polizisten« noch einmal aus aktuellem Anlass weiderholt – und vor einer verschärften Form der Masche gewarnt.

So hatte sich alleine an einem Tag in der vergangenen Woche das Auftreten von Anrufen, bei denen sich die Täter als polizeiliche Ermittler ausgeben, um angeblich vor geplanten und unmittelbar bevorstehenden Straftaten von Einbrechern und Räubern zu warnen, nur in Hilden auf mehr als 30 Fälle ausgeweitete, im gesamten Kreis auf mehr als 50.

Die Trickbetrüger rufen dabei laut Polizei bevorzugt ältere Mitbürger an, um diese zu verunsichern und zu erschrecken, damit diese bereit sind, ihre Ersparnisse und Wertgegenstände in die vermeintlich »sichere Verwahrung« der Anrufer zu übergeben.

In keinem angezeigten Fälle seien die angerufenen Senioren auf die Masche der Straftäter eingegangen, so die Polizei.

In einem Fall spricht die Polizei sogar von einer »besonders abscheulichen, skrupelosen und verachtenswerten Eskalation solcher Telefonate«.

Täter drohen mit Axt das Haus zu stürmen

Nachdem eine 64-jährige Seniorin am späten Abend bereits einen Anruf eines »falschen Polizisten« erhalten hatte und nicht darauf eingegangen war, meldete sich nur kurze Zeit später ein weiterer Anrufer. Dieser drohte, dass er die Wohnung der Hildenerin mit einer Axt stürmen würde, wenn sie nicht unverzüglich ihre Wertsachen vor der Haustüre deponieren würde.

Die Frau habe sich aber selbst von dieser massiven Drohung und versuchten Erpressung nicht einschüchtern lassen, das Gespräch beendet und die Polizei verständigt.

Das rät die Polizei:

  • Seien Sie am Telefon aufmerksam!
  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte, Bekannte oder Amtsträger ausgeben, die Sie als solche nicht zweifelsfrei erkennen.
  • Geben Sie keine Details zu ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis. Stellen Sie stattdessen gezielte Fragen, die nur der "richtige Anrufer" beantworten kann.
  • Halten Sie nach finanziellen Forderungen unbedingt Rücksprache mit anderen Familienmitgliedern. Rufen Sie Ihre(n) Verwandte(n), Bekannte(n) oder angeblich beteiligte Ämter und Dienststellen unter der Telefonnummer zurück, die Sie auch bei eigenveranlassten Gesprächen üblicher Weise wählen und besprechen Sie die Angelegenheit noch einmal.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder andere Werte ungeprüft und ohne Zeugen an unbekannte Personen.
  • Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Sie vermuten, dass es ein Telefonbetrüger auf Sie abgesehen hat - Notrufnummer 110.
  • Wenden Sie sich auch an die Polizei, wenn Sie bereits Opfer geworden sind: die Opferschutzbeauftragten vom Kommissariat Vorbeugung helfen Ihnen gerne.
  • Angehörigen älterer Menschen und potentieller Opfer wird empfohlen:
  • Um Ihre älteren Angehörigen zu schützen, sprechen Sie mit ihnen und weisen sie auf die Methoden und verschiedenen Varianten des sog. "Enkeltricks" und "falscher Polizisten" hin.

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