Volker Budinger

Telefonaktion: »Streichelmassagen« gegen geschwollene Beine

Hilden. Am Telefon in der Wochenpost-Redaktion beantwortete Oberärztin Elisabeth Langer von der Capio Klinik im Park viele Fragen rund um das Thema Lymphödem. Viele Patienten fühlen sich mit der Diagnose oft allein gelassen, sagt sie.

Von Volker Budinger

Das Telefon stand nicht still als Oberärztin Dr. Elisabeth Langer in der Wochenpost-Redaktion Fragen zum Thema Lymphödem beantwortete. Von den Schwellungen, die besonders an Armen und Beinen aber auch an Gesicht, Hals, Rumpf oder Genitalien auftreten können, sind sowohl Frauen als auch Männer betroffen.

Entstehung oft nach Operationen

»Besonders in Folge etwa einer Operation oder einer Verletzung, bei der die Lymphbahnen  beschädigt wurden, kann es allmählich zu einem Lymphödem kommen«, erklärt die Ärztin.
Dabei sammelt sich die Lymphe, die sogenannte Gewebsflüssigkeit, im Zellzwischenraum an und kann nicht mehr richtig abtransportiert werden.

»Besonders schlimme Fälle gibt es etwa bei Brustkrebspatientinnen, die nach der Operation geschwollene Arme haben«, sagt die Ärztin.

Auch aus dem Bereich gab es eine Nachfrage bei der Telefonaktion, nämlich, wie effektiv ein sogenannter Lymphknotentransfer sei. »Das ist eine der letzten Optionen, die man zieht«, erklärte Langer.

Dabei werden Lymphknoten in den betroffenen  Bereich transplantiert. »Das kann eine deutliche Verbesserung bewirken, denn die Lymphknoten wirken wie kleine Pumpen für die Lymphe«, sagt die Ärztin. Bevor man jedoch so einen doch drastischeren Eingriff unternehme, stünde an erster Stelle die genaue Diagnose.

Mittels Ultraschall werde überprüft, ob nicht auch andere Ursachen für die Schwellung vorliegen, wie etwa eine Thrombose, also ein Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Gerinsel. Die Anzeichen dafür können ähnlich sein. In der Lymphsprechstunde der Capio Klinik etwa könne das genau geklärt werden.

Entstauung des Lymphsystems

Zur Behandlung eines Lymphödems werde dann die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie angewendet. Das sei wie eine Art Streichelmassage, bei der nicht nur die betroffene Region, sondern das gesamte Lymphatische System angeregt werde.

Dass müsse unbedingt von eigens geschulten Physiotherapeuten gemacht werden – und vor allem Thrombosen müssten ausgeschlossen werden. Thrombosen könnten durch eine solche Massage gelöst werden und lebensbedrohliche Lungenembolien oder Schlaganfälle auslösen, erklärt die Ärztin und rät damit auch von Hausmitteln und eigenem »Herumdoktern« ab.

»Leider werden diese Entstauungen von den Kassen nicht in angemessener Weise honoriert.
Außerdem sei es wichtig, dass die Entstauung mit dem Tragen von Kompressionsstrümpfen kombiniert werde. »Nur so lässt sich ein langanhaltender Effekt erreichen«, erklärt Langer.

Manche Ärzte scheuen die ausführliche Behandlung und die Patienten bleiben mit dem Problem allein«, sagt Langer, die zusammen mit Dr. Horst Peter Steffen, Chefarzt der Capio Klinik im Park, ein »Lymph-Netzwerk« von spezialisierten Ärzten und weiteren Fachgruppen gegründet hat.
Unter www.lymphnetz-rheinland.de gibt es Infos und Adressen von Ärzten.

Weitere Informationen gibt es im Internet-Auftritt der Capio Klinik unter www.klinik-im-park.de.

Termine können unter Telefon 02103/896-0 vereinbart werden.

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