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Stadt bietet Chance auf ein Eigenheim

Albert-Schweitzer-Gelände: Erste Grundstücke im Angebot

Hilden. (ak). Auf dem Grundstück der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule lässt die Stadt Hilden eine neue Siedlung aus Reihen- und Mehrfamilienhäusern mit zwei bis drei Geschossen im Passivhausstandard (die WochenPost berichtete) errichten. Für die ersten sieben von 40 Flächen an der Lindenstraße beginnt nun das öffentliche Bewerbungs- und Auswahlverfahren.

Künftig sollen auf dem Gelände zwischen Am Wiedenhof und Kunibertstraße Familien, Paare und Singles, Jung und Alt in exquisiter Lage gemeinsam wohnen. Die Stadt Hilden schreibt die Grundstücke im Süden in vier Phasen aus. Teil 1 ist nun auf der städtischen Internetseite unter www.hilden.de/grundstuecke gestartet.

Statt das Wohngebiet nach Höchstpreisgebot an den Meistbietenden zu verkaufen, hat der Stadtrat beschlossen, das 15.500 Quadratmeter große Gelände nicht einem Bauträger zu veräußern, sondern die Straße und Kanäle zu errichten und die Baugrundstücke selbst zu vermarkten. Peter Stuhlträger, Leiter des Planungs- und Vermessungsamts, erklärt: »Wir wollen der breiten Bevölkerung den Erwerb von Eigentum ermöglichen.« Weiterhin überträgt die Stadt ein Baugrundstück für zwei Mehrfamilienhäuser an den städtischen Immobiliendienstleister WGH für den öffentlich geförderten Wohnungsbau.

Vermarktungs-, Abriss- und Erschließungsarbeiten sind mit Verwaltungsaufwand und Kosten verbunden: Den geschätzten Kosten von insgesamt 5.687.000 Euro stehen durch den Verkauf der Baugrundstücke voraussichtlich Einnahmen von rund 5,2 Millionen Euro gegenüber sowie eine Stammkapitalerhöhung in Höhe von 540.000 Euro bei der städtischen Tochtergesellschaft WGH, insgesamt also rund 5,7 Millionen Euro. Darüber hinaus gibt es Grundstücke, die zur Zeit nicht veräußert werden können – dort stehen das Vereinsheim des TuS 96 Hilden e.V. und drei stadtbildprägende Bäume.

Zielgruppen sind unter anderem Hildener Familien und Lebensgemeinschaften sowie Gruppen und Investoren, die Gebäude für innovative Wohnformen errichten wollen. »Bewerben kann sich allerdings nur, wer bisher kein mit einem Einfamilienhaus bebautes oder bebaubares Grundstück besitzt«, stellt Annette Vogels klar. Die Leiterin des Sachgebiets Vermessung und Liegenschaften erläutert die Voraussetzungen für eine Bewerbung: Der Interessent muss zum Beispiel durch eine Bankbestätigung nachweisen, dass er den Kauf des Grundstücks und den Bau des Gebäudes finanzieren kann. Er verpflichtet sich, nach Vertragsschluss innerhalb von einem Jahr mit dem Hausbau zu beginnen, das Objekt spätestens nach drei Jahren zu beziehen und es innerhalb der ersten 15 Jahre selbst zubewohnen. Er legt sich außerdem fest, einer Bauherrengemeinschaft beizutreten, um den Rohbau der Reihenhausgruppe gemeinsam mit seinen künftigen Nachbarn zu errichten. Darüber hinaus sind die Gestaltungsvorgaben und sonstigen Festsetzungen des Bebauungsplans Nr. 254 für alle Eigentümer bindend.

Der Kaufpreis sei für alle Flächen festgelegt: Grundsätzlich kosten die Baugrundstücke für Reihenhäuser 400 Euro pro Quadratmeter. Nur die Grundstücke 17 bis 27 werden Bewerbern vorbehalten, deren anrechenbares Einkommen die Grenzen des Wohnberechtigungsscheins um maximal 40 Prozent übersteigt. Diese Reihenhausgrundstücke sind für 350 Euro pro Quadratmeter zu erstehen. Die Grundstücke für Patiohäuser werden zu 450 Euro pro Quadratmeter verkauft.

Vergeben werden die Grundstücke über ein durch den Rat der Stadt Hilden beschlossenes Punktesystem. »Die Auswahlkriterien sehen zum Beispiel vor, dass Hildener Ortsansässige begünstigt werden«, erläutert Bürgermeisterin Birgit Alkenings. Ortsansässig sind alle Personen, die in den letzten 15 Jahren für mindestens fünf Jahre in Hilden mit ihrem Hauptwohnsitz gemeldet waren. Aber auch das Engagement in Vereinen, Kirche oder Feuerwehr seien schützenswert. Diese örtlichen Sozialstrukturen, die auf Freiwilligkeit basieren, werden angesichts des demographischen Wandels immer wichtiger. Außerdem erhalten Menschen den Vorzug, die ihren Arbeitsplatz in Hilden haben oder über einen Wohnberechtigungsschein verfügen. Eine Sonderstellung haben nicht zuletzt Familien beziehungsweise eingetragene Lebensgemeinschaften. Bonuspunkte gebe es zum Beispiel, wenn Verwandte in Hilden wohnen. Nur bei Punktgleichstand wird per Losverfahren entschieden.

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