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St. Martin in Hilden in Gefahr - Nord-Zug fällt aus

Hilden. Höhere Kosten, weniger Spenden und kaum noch Ehrenamtliche, die sich engagieren. Der Vorsitzende des St. Martins-Verein Hilden-Süd, der einen der größten Züge der Stadt veranstaltet, sorgt sich um die Zukunft der Tradition. Der Nord-Zug wurde jetzt wegen "Personalmangel" abgesagt

Von Volker Budinger

»Wenn sich nicht bald einige Jüngere finden, die hier in der Leitung mitmachen, wird es in Zukunft schwierig«, sagt Udo Höpfner, erster Vorsitzender des St. Martins-Vereins Hilden-Süd, der auf eine 111-jährige Tradition zurückkblicken kann. Alljährlich stellen sie den wohl größten Hildener Martinszug auf die Beine mit rund 2.000 Teilnehmern, fünf Musikgruppen und sogar drei Reitern.

Zwölf Mitglieder organisieren den gesamten Zug

»Ich bin jetzt 64 Jahre alt und kann das noch ein paar Jahre machen – ich bin ja bereits über 30 Jahre dabei. Aber es wäre gut, allmählich jemand Jüngeres einarbeiten zu können in alles was so getan werden muss«, sagt er. Doch leider kämen keine neuen Mitglieder. Zwölf sind es derzeit – und zu tun gibt es  viel, bis so ein Martinszug losziehen kann.

»Die Arbeite fängt bei uns im September an – und das kann schon mal ein zwölf Stunden Tag werden«, sagt Höpfner. So muss der Termin abgesprochen und Musikgruppen und Reiter organisiert werden. »Auch das Sicherheitskonzept muss man ja mittlerweile ausführlich planen«, erklärt er. Die Polizei stelle mittlerweile nur noch zwei Beamte für den Zug ab. »Das ist viel zu wenig für so einen großen Zug, aber der Landrat, dem die Polizei im Kreis ja untersteht, sagt, es gibt nicht genug Leute und Mittel.«
Also hat man die Verkehrskadetten engagiert, die für die Sicherheit am Zugweg sorgen. Und nicht zuletzt muss auch der Sanitätsdienst geplant werden.

Die Kosten steigen stetig

Das alles kostet Geld »Immer mehr«, sagt der Vorsitzende. Gleichzeitig würden die Leute bei der Spendensammlung, die immer in den vier Wochen vor dem Zug geschieht – natürlich ebenfalls von den Vereinsmitgliedern organisiert – zunehmend weniger geben. »Die Kosten belaufen sich mittlerweile auf rund 8.00O Euro.« Kosten für Musik, Sicherheit und Co., aber auch für die Martinstüten.  

Die füllen wir immer erst am Tag des Zuges«, sagt er.    Dann erst würden unter anderem die Weckmänner geliefert, die da drin auch enthalten sind. Ungefähr plus-minus null käme man mit den Geldern hin. »Wir haben noch ein paar Rücklagen, aber das wird auch immer schwieriger«, sagt Höpfner, auch weil immer weniger Menschen die Karten für die Martinstüten im Vorverkauf für 4,50 Euro kaufen würden. »Dabei ist das, was drin ist sogar um die acht Euro wert.« Nur noch rund 700 Tüten packen die Vereinsmitglieder in diesem Jahr – bei rund 2.000 Teilnehmern am Zug eine schon fast geringe Zahl.

»Man wird ja aber auch belohnt für die ganze Arbeit. Wenn ,man die strahlenden Kinderaugen sieht, wenn sie die Martinstüte bekommen und wenn alles reibungslos geklappt hat, das ist schon fantastisch«, sagt der Vorsitzende.

»Das ist einfach viel Herzblut, was man in die Sache steckt«, sagt er. Und diese Tradition der Martinszüge – gerade erst  für NRW anerkannt als immaterielles Kulturerbe – müsse man doch erhalten.

»Da geht es ja nicht nur um den St. Martin. Das ist ja ein Fest des Teilens und des Helfens.« Diese Werte, die die Kinder dabei lernten seien doch erhaltenswert, meint Höpfner.

Unterdessen gab das St. Martinskomitee Hilden Nord bekannt, dass der für Donnerstag geplante Zug wegen Erkrankungen und Personalmangel leider ausfallen müsse.

Die Martinszüge in Hilden

Stadteilzüge

  • Nord: Der für Donnerstag, 8. November, 17 Uhr, geplante Zug des St. Martinskomitee Hilden Nord, fällt aus
  • West: Freitag, 9. November, 17.45 Uhr, Veranstalter: Bürgerverein Hilden-West und Unterstadt e.V., Start: Walter-Wiederhold-Straße, Ende: Kindergarten Pusteblume
  • Süd: Sonntag, 11. November, 16.30 Uhr, Veranstalter: St. Martins-Verein Hilden-Süd, Start: St.Konrad-Allee, Ende: Schulhof Astrid Lindgren-Schule

Kindergärten

  • Paritätische, Mittwoch, 7. November, 17.30 Uhr, Start/Ende: Kita-Gelände
  • Kunterbunt, Mittwoch, 7. November, 17Uhr, Start/Ende: Kita-Gelände
  • St. Marien, Mittwoch, 7. November, 17.45 Uhr, Start/Ende: Kirchengelände
  • Holterhöfchen, Donnerstag, 8. November, 17.30 Uhr, Start/Ende: Holterhöfchen
  • Die Arche, Donnerstag, 8. November, 16.15 Uhr, Start: Schulstraße, Ende: Südstraße, 2. Zug Start/Ende: Südstraße
  • Johanniter, Donnerstag, 8. November, 17 Uhr, Start: Tucherweg Ende: Kita-Gelände
  • Mühle, Freitag, 9. November, 17 Uhr, Start/Ende: Kita-Gelände
  • AWO, Freitag, 9. November, 16.30 Uhr, Start/Ende: Kita-Gelände

Schulen

  • Schulstraße, Mittwoch, 7. November, 17 Uhr, Start/Ende: Schulhof
  • Im Kalstert, Donnerstag, 8. November, 17 Uhr, Start/Ende: Schulhof Walder Straße
  • Freie Christliche, Donnerstag, 8. November, 17.30 Uhr, Start/Ende: Schulgelände
  • Wilhelm-Hüls, Freitag, 9. November, 16.30 Uhr, Start/Ende: Augustastraße
  • Am Elbsee, Montag, 12. November, 16 Uhr, Start/Ende: Schulhof

Gemeinden

  • St.Jacobus, Samstag, 10. November, 17.30 Uhr, Start/Ende: Kirchengelände

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Kommentar von Monika Brückmann
Warum wird der St. Martinszug der Grundschulen Kalstert und Wälder Str. In Ihrem Bericht nicht erwähnt? Am Donnerstag, den 08:11: ziehen die Schulkinder durch den Hildener Osten.