Volker Budinger

Schule im Weltall: "Hilden – Stratosphäre – Sauerland"

Hilden. Mit großem Enthusiasmus haben die Schüler des Helmholtz-Gymnasiums am Freitag eine Forschungs-Sonde an den Rand zum Weltall gebracht. Vom Start bis zur Landung des Experiments fieberten alle mit.

Von Volker Budinger

»Jetzt sind es nur noch wenige Meter bis zur Landung«, schallt die Stimme aus dem Lautsprecher in der gut gefüllten Aula des Helmholtz-Gymnasiums. Jubel und Beifall brandet dann um kurz nach 12 am Freitagmittag auf, als die Forschungs-Sonde des HGH wieder auf der Erde angekommen ist – in rund zehn Meter Höhe zwar, im Geäst einer sauerländischen Fichte, aber insgesamt recht wohlbehalten wieder unten.

Einen weiten Weg hat sie zuvor zurückgelegt, 39.000 Meter in die Höhe und wieder herab sowie rund 150 Kilometer Luftlinie von Hilden bis ins sauerländische Stormbruch, wo sie in einem Waldgebiet niederging. Keinen Moment aus den Augen gelassen dabei allerdings von den Schülern im Kontrollraum der Mission, in der Aula des HGH.

Eingebettet war die »Mission Stratosphäre« in das Apfelfest der Schule. Dementsprechend viele Zuschauer gab es dann auch bereits zum Start um kurz nach 8 Uhr, als der Heliumballon mit der Forschungssonde und wissenschaftlichen Experimenten daran langsam in den sonnigen blauen Himmel stieg.

Schüler führten das Projket selbstständig durch

»Die haben soviel gelernt bei diesem Projekt«, zeigt sich Schulleiterin Barbara Krieger stolz. Die  Schüler hätten dabei das meiste allein durchgeführt, von der Planung des Sondenstarts und der an Bord befindlichen Experimente über etliche Versuche im Vorfeld bis hin zu Wetterprognose,

Handytechnik für einen Video-Livestream und GPS-Ortung sowie die Koordination der Bergungsteams
»Seit den Osterferien waren viele Schüler mit den Vorbereitungen beschäftigt«, erklärt der 14-jährige Fin. »Wir sind eigentlich ganz zufrieden mit dem ganzen Projekt«, ergänzt der gleichaltrige Yanic. Zwar habe es nicht ganz geklappt, Livebilder von der Landung zu senden, aber das sei nicht so schlimm.

Im Vorfeld hatte man dafür bei Vodafon eigens im Labor erforscht, welche Belastungen das Handy aushält, das die Bilder aus der Sonde übertrug. »Das war eine ganz neue und schöne Erfahrung, mal so engagierte Schüler als Forscher im Labor zu haben«, sagt Roland Schmitz vom Vodafone Innovationpark. Und im Baum hängend sendete die Sonde dann auch wieder Bilder. – vom Waldboden »Bis in 600 Meter Höhe hatten wir Empfang«, sagt einer der Schüler im Kontrollzentrum. Anschließend wurde aufgezeichnet.

"Ehrgeiziges Projekt, dass sich gelohnt hat"

»Es war toll, dass so eine große Zahl von Schülern an dem Projekt beteiligt war«, sagt Bernhard Osterwind, Lehrer, Projektleiter und Leiter der AG Naturwissenschaft am HGH. Es habe sich jedenfalls gelohnt, ein solch ehrgeiziges Projekt auf die Beine zu stellen.

In den kommenden Tagen werden die Experimentel, die der Helium gefüllte Ballon bis an den rand der Stratosphäre getrane hat, ausgewertet. Dabei unter anderem ein Röhrchen mit Bakterien, die nun bei Qiagen darauf untersucht werden, ob sie die Strahlung und Kälte in 39 Kilometern Höhe überstanden haben.

Die Schule

  • Das Helmholtz-Gymnasium am Holterhöfchen hat eine lange Geschichte im Bereich forschender Schüler. So wurde die Schule bereits für ihr »besonderes Engagement« bei Jugend forscht ausgezeichnet und gewann mehrere Schulpreise.

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