Volker Budinger 1 Kommentar

Schilderkampf gegen den Lärm

Hilden. Nagelneue Verkehrszeichen prangen an Hildens Hauptstraßen in der Innenstadt. Nun wird damit etwas umgesetzt, auf das viele Anwohner bereits seit Jahren gewartet haben.

Von Volker Budinger

Unübersehbar, weil noch nagelneu glänzend, sind sie, die »Tempo 30«-Schilder, die nun gefühlt überall an der Eller-, Klotz-, Benrather- und der Richrather Straße aufgestellt wurden. »Das ist eines von insgesamt 90 Schildern, die wir in den letzten Tagen montiert haben«, sagt ein Mitarbeiter von Straßen NRW, der gerade auf der Richrather Straße akrobatisch auf der Ladefläche seines Lasters steht, um eines der Schilder an einem Laternenpfahl zu montieren.

Weitere Schilder sollen folgen

Diese Schilder, denen in nächster Zeit nach und nach weitere unter anderem an der Gerresheimer-, Hochdahler-, Kirchhof- und Walder Straße folgen werden, sind Teil des »Lärm-aktionsplans« für Hilden. Die Geschwindigkeitsbegrenzung gilt nachts zwischen 22 und 6 Uhr und dient eben – so steht es ebenfalls auf den Schildern, dem »Lärmschutz«.

»Damit setzen wir die Vorgaben aus dem Bundesimmisionsschutzgesetz um«, erklärt Harald Mittmann, Leiter des Tief- und Grünflächenamts, mit zuständig für die Umsetzung. Bereist im Jahr 2012 war erhoben worden, wo in der Stadt der Verkehrslärm besonders hoch ist, erklärt der Amtsleiter. »An den genannten Straßen gibt es eine Überschreitung des Schwellenwertes«, sagt er. Dieser liegt bei 8.200 Fahrzeugen pro Tag. »Im Jahr 2016 ist dann im Rat beschlossen worden, für den Lärmschutz Geschwindigkeitsbegrenzungen zu erlassen. Mit dem Tempo nimmt auch das Abrollgeräusch der Reifen ab«, erklärt Mittmann.

Zwei Jahre nach dem Ratsbeschluss

Dass erst jetzt – rund zwei Jahre nach dem Ratsbeschluss großflächig Schilder aufgehangen würden, läge daran, dass zwar die  Stadt den Beschluss fassen könne, die Beschilderung an den  Hauptverkehrsstraßen, die zum Teil Landesstraßen sind, in die Zuständigkeit von StraßenNRW, dem Landes-Straßenbetrieb, falle. Dessen Mitarbeiter zeichnen dann jetzt auch verantwortlich für die neu aufgestellten Schilder.

Das Echo aus der Bevölkerung ist unterdessen gemischt. Im sozialen Netzwerk Facebook etwa gibt es grundsätzlich Zustimmung – wohl von vielen der über 1.300 unmittelbar betroffenen Anwohner. Einige dagegen wähnen dahinter eine »reine Abzocke« und fürchten, dass bald dort geblitzt werden soll.

Anwohner sind noch skeptsich

»Es wäre schön, wenn sich die Leute auch daran halten würden«, bringt es ein Passant und Anwohner der Benrather Straße, der nicht genannt werden möchte, auf den Punkt. »Das ist hier vor allem nachts die reinste Rennstrecke, auch von Motorrädern. Ich fürchte, dass sich an die 30 dann eh keiner hält«, sagt er. »Wir werden sehen. Aber schön für die Anwohner wäre das«, meint er.

Lärmaktionsplan. Die »Hotspots« in der Stadt

  • Laut der Lärmkarte, die die Stadt im Rahmen des Lärmaktionsplans im Jahr 2012 erstellt hat, sind in Hilden an mehreren Straßen insgesamt über 1.075 Personen in ihren Wohnungen mehr als 70 Dezibel tagsüber und rund 1.372 Menschen zwischen 22 und 6 Uhr mehr als 60 Dezibel Lärm ausgesetzt.
  • Hotspots sind die Richrather, Ecke Baustraße (L404), die Klotz- (L404), die Eller (L85), die Gerresheimer, Hochdahler, Benrather (B228), Kirchhof- (L403) und Walder Straße (L85).

Artikel kommentieren

Kommentar von Hinzpeter
Dann wäre es schön, wenn im Gegenzug einige Kleinere Kreuzung en die Ampeln ausgeschaltet würden. Sonst bringt das ganze Konzept nicht s.