Projekt: Mit Musik geht auch Inklusion viel besser

Hilden. Unter dem Namen »Rock‘n Rolli« startet jetzt ein inklusives Musikprojekt, bei dem behinderte und nicht-behinderte gemeinsam eine Band gründen. Musikschule, Rotarier, Graf Recke-Stiftung und die Freizeitgemeinschaft arbeiten dafür zusammen.

Von Volker Budinger

Die Initiatoren des Projekts mimen fürs Foto schon mal die Band – die eigentlichen »Stars« müssen sich aber erst noch zusammenfinden. Unter dem bisherigen Arbeitsnamen »Rock‘n Rolli« soll sich eine Band gründen, die aus behinderten und nicht-behinderten jungen Musikern  besteht – ein inklusives Musikprojekt mit professioneller Förderung.

Musikschüler bilden den Kern der Band

Für die Profession hinsichtlich der musikalischen Seite zeichnet die Musikschule Hilden verantwortlich. »Musikschule ist ja heute mehr als einfach ein Instrument zu lernen. Wir wollen wirklich allen das Musizieren ermöglichen«, sagt Musikschul-Leiterin Eva Dämmer. Bislang sei Inklusion aber in der Musikschule noch nicht so präsent. »Wir befinden uns da auf einem Weg«, sagt sie – weshalb man nun auch gerne das Projekt unterstütze.

Einige interessierte Schüler der Musikschule sollen später den Kern der  noch zu gründenden Band bilden – und mit ihrem Können auch die noch Hinzukommenden anleiten.

Geprobt werden soll zukünftig außer in der Musikschule auch alle 14  Tage im Wohnhaus der Graf-Recke-Stiftung an der Hochdahler Straße. »Unsere Bewohner mit körperlichen  oder geistigen Behinderungen sollen Teilhaben am Leben, so normal wie es irgend geht«, sagt Christoph Schluckebier, Bereichsleiter für Sozialpyschiatrie und Heilpädagogik der Stiftung. Da gehöre auch diese Musikprojekt mit dazu.

Proben im Haus der Graf-Recke-Stiftung

In dem Haus der Stiftung sollen auch die Instrumente gelagert werden können. »Wir könnten allerdings noch gespendete Instrumente gebrauchen«, sagt Dämmer. Wer etwa Schlagzeug, E-Gitarre oder Keyboard auf dem Dachboden oder im Keller herumliegen habe und es für das Projekt spenden wolle, könne sich gerne mit der Musikschule in Verbindung setzen, sagt sie.

Was nicht gespendet wird, soll angeschafft werden. Auch dafür könne ein Teil von 3.500 Euro Fördersumme im Jahr, die für zwei Jahre bewilligt wurden, verwendet werden. Geldgeber ist die Rotary-Stiftung Hilden-Haan, die  in diesem und im kommenden Jahr insgesamt 17 gemeinnützige Projekte in der Region mit gesamt 80.000 Euro unterstützt. Das Musikprojekt ist eines davon. »Wir wollen ja nachhaltig fördern und geben nicht nur Geld sondern begleiten die Projekte dann auch«, sagt Jürgen Schmidt, Vorstand der Stiftung. Vielleicht, so sagt er, können die Band dann ja auch mal bei einem Fest der Rotarier spielen.

»Oder bei einem Fest etwa auf dem Abenteuerspielplatz«, sagt Bodo Seume, Geschäftsführer der Freizeitgemeinschaft Behinderter und Nichtbehinderter Hilden. Von der Gemeinschaft stammt die ursprüngliche Idee des Projekts. »Unser Herz schlägt für Inklusion«, sagt Seume. Und nachdem ein Vorläufer-Projekt der Gemeinschaft mit der Musikschule im Jahr 2016, das »Orchester der Vielfalt« bereits gut funktioniert habe, habe man den Gedanken nun fortsetzen wollen.

Spenden

  • Instrumentenspenden können an die Musikschule gerichtet werden, Kontakt über die Leiterin Eva Dämmer per E-Mail unter eva.daemmer@hilden.de
  • Wer das Projekt finanziell unterstützen möchte, kann auf der Internetseite der Rotary-Stiftung Hilden-Haan, www.rshh.org, auf den »Spendenknopf« des Projekts Rock‘n Rolli drücken.

 

 

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