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PFT: Gartenbrunnen im Hildener Westen verboten

Hilden. An der Stadtgrenze zu Düsseldorf ist das Grundwasser mit Perfluorierten Tensiden belastet

PFT – diese Abkürzung macht derzeit den Hildenern an der Stadtgrenze zu Düsseldorf  Sorgen. In den vergangenen Tagen fanden alle, die im Gebiet zwischen der Horster Allee und der westlichen Stadtgrenze sowie auch einige Anwohner, die nördlich der Düsseldorfer Straße wohnen, Postwurfsendungen in den Briefkästen, in denen sie die Untere Bodenschutzbehörde des Kreises Mettmann darüber informierte, dass das Grundwasser unter ihren Grundstücken mit PFT, also »Perfluorierten Tensiden« belastet ist.

»Das Trinkwasser ist von der Verunreinigung nicht betroffen und kann bedenkenlos genutzt werden«, heißt es von Seiten des Kreises. Wer jedoch etwa einen eigenen Brunnen besitzt, für den gilt die  nun erlassenen »Allgemeinverfügung« des Kreises, die in den betroffenen Bereichen »die Nutzung von Grundwasser aus Gartenbrunnen und dem ebenfalls verunreinigten Schlupkothensee für Bewässerungszwecke« untersagt. Wer seinen  Garten nicht mit dem Wasser aus der Leitung gießen möchte, für den empfiehlt das Umweltamt Regenwasser aus der Tonne, heißt es weiter.

Auch Düsseldorfer Gebiet ist betroffen

Auch Düsseldorfer Gebiet sei mittlerweile betroffen, weshalb voraussichtlich ab 2. Mai auch die Stadt Düsseldorf eine solche Verfügung für das angrenzende Gebiet aussprechen wird.

»Gemeinsam wollen der Kreis Mettmann und die Stadt Düsseldorf weitere Verunreinigungen verhindern und die bereits entstandenen Verunreinigungen effektiv bekämpfen. Das Grundwassernutzungsverbot ist ein erster wichtiger Schritt, denn dadurch wird verhindert, dass verunreinigtes Wasser erneut in den Boden gelangt«, erklärt eine Sprecherin des Kreises.

PFT sind künstlich hergestellte Verbindungen, die biologisch nicht abbaubar sind. Einzelne Verbindungen der Stoffgruppe stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Früher wurden PFT in vielen Bereichen der chemischen Industrie, der Metallverarbeitung und in Feuerlöschschäumen eingesetzt. Mittlerweile sind die Einsatzbereiche stark eingeschränkt worden.

Erstmals war die Verunreinigung 2015 in Düsseldorf aufgefallen. Untersuchungen zur Ursache hätten »einen Sanierungsbedarf für das Grundwasser für ein Industrieunternehmen auf Hildener Stadtgebiet« ergeben, heißt es in dem Schreiben des Kreises.

Laut einer Sprecherin des Kreises sei die Verunreinigung wohl unter anderem bei Löschübungen auf dem Gelände eines großen Hildener Werks vor Jahren entstanden.

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