Volker Budinger

Holterhöfchen in Hilden: Ein Schauder der Vergangenheit

Hilden. Neue Serie: Mit den »Unheimlichen Orten« wollen wir Ihnen ein wenig das Fürchten lehren und Plätze der Region mit gruseliger Geschichte vorstellen. Den Anfang macht das Holterhöfchen in Hilden.

Von Volker Budinger

Unter hohen alten Eichen  knackt es im Unterholz. Die alten von dichtem Efeu überwucherten Steinmauern ragen urplötzlich aus dem Halbschatten auf. War da nicht gerade eine Gestalt? Eine Reiterin mit einem weiten flatternden Gewand? Und da, das Klappern von Hufen im Wald? – Ein Schauder mag einem da über den Rücken rinnen, wenn man sich in die Situation etwa eines Bauernjungen im 19 Jahrhundert versetzt, der im düsteren Wald des Holterhöfchens, damals noch beiund nicht in Hilden, nach Brennholz suchte.

Unheimliche Spukgestalten

»Zahlreiche Legenden ranken sich um den Park, der heute im Herzen Hildens liegt«, erzählt Bernd Gemeiner vom Heimatverein »Unser Hilden«. Heute freilich steht der Erholungsfaktor des Parks mit nur noch wenigen, nicht so dicht stehenden alten Bäumen mehr im Vordergrund als das Unheimliche. Tagsüber dringen die Stimmen der Schüler der direkt angrenzenden Schulen oder der Besucher des Freizeitbades Hildorado hinüber zu den geschichtsträchtigen Steinen und den Hügeln des Parks.

»Die Hügel sind eine Ringwallanlage aus dem 8. Jahrhundert«, erklärt Gemeiner.. Einst dienten sie dazu, die von Norden eindringenden Wikinger mit einer hier stationierten sächsischen Garnison aufzuhalten. Heute sind sie ein Bodendenkmal. Die Steinmauern sind dagegen alles, was vom namensgebenden befestigten Hof Holte vom Ende des 18. Jahrhunderts übrig blieb.

Verwunderlich ist vielleicht, dass sich in den Park tagsüber kaum jemand verirrt und auch die Schülerscharen vor dem niedrigen Zaun bleiben. Anscheinend haftet dem Ort doch noch etwas an von der Zeit als er als spukverseucht galt und gemieden wurde.  

Außer einer Geschichte um die unheimliche Spukgestalt der »Reiterin mit weit nachfliegendem Gewande« hat so etwa Otto Schell 1897 in den Bergischen Sagen noch zu erzählen, dass »die Jagd des ewigen Jägers dort deutlich zu hören gewesen sei« und »ein feuriger Kettenmann, der seinen Kopf unter dem Arm trug, ängstigte den nächtlichen Wanderer«.

Auch eine »Frau in langem Gewand« gehört zu den überlieferten Geistern des Holterhöfchens. »Und nicht zu vergessen die Geschichte vom geheimnisvollen Gang, der sich noch heute unter der Erde befinden soll«, sagt Gemeiner. Einst habe dieser einer Legende nach zwei dort gefangenen Rittern zur Flucht verholfen.

Und wer sich heutzutage gegen Abend auf die efeuumrankten Mauern setzt und die Augen schließt, den mag es dort auch jetzt noch vielleicht ein wenig schaudern.

Park und Bodendenkmal

  • Lage: Zwischen dem Berufskolleg, dem Helmholtz-Gymnasium, dem Freizeitbad Hildorado , der Marie-Colinet-Sekundarschule und dem St. Josef -Krankenhaus liegt die öffentliche Grünanlage Holterhöfchen mitten in Hilden. Ein Zaun mit mehreren freien Zugängen umschließt die Parkanlage.
  • Das Areal gilt als Bodendenkmal mit einer dreifachen Ringwallanlage aus dem 8. bis 10. Jahrhundert und jüngeren Steinruinen. eines ehemals befestigten Hofes.

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