Volker Budinger

Hildens verborgene Schätze werden verkauft

Hilden. Rund zehn Jahre staubte die Sammlung der verstorbenen Hildener Galeristin Helma Köster verlassen vor sich hin. Nun sollen die rund 700 Kunstwerke zu Gunsten der Rotarier-Stiftung zu Geld werden.

Von Volker Budinger

»Als wir in die Ladenräume kamen, waren wir wohl nach zehn Jahren  die ersten, die dort wieder waren. Alles lag noch so, wie wohl die Galeristin es zurück gelassen hatte«, erzählt Jürgen Schmidt, Vorstand der Rotary-Stiftung Hilden-Haan. Die ein oder andere Staubschicht habe man dann schon entfernen müssen.

Von Dänemark bis Asien

Im vergangenen Jahr ist  die frühere Galeristin Helma Köster 91-jährig verstorben – und bereits zuvor hatte sie aus Altersgründen ihre Galerie an der Schulstraße nicht mehr geführt. »Das war ein bisschen wie das Entdecken verborgener Schätze«, beschreibt Schmidt.

Über 700 Kunstwerke hatte die Hildenerin zusammengetragen. »Darunter sind Werke dänischer und norddeutscher Künstler, etwa mit Bildern von der Küste und dem Meer.« Aber auch osteuropäische und asiatische Künstler hat Köster gesammelt. »Aber es gibt auch sehr viele Bilder hier aus der Umgebung, etwa Tuschezeichnungen aus Düsseldorf ungefähr aus den 50er-Jahren. Und viele weitere lokale Künstler von hier«, sagt er.

»Ein paar Sachen   vor allem aus Asien sind aber  auch sehr skurril. Die wollen wir dann eher nicht ausstellen«, sagt Schmidt.

Denn die gesamte Sammlung Köster wurde den Rotarieren von den Erben der Verstorbenen als Schenkung übergeben. Nun sollen die Bilder und  Objekte an mehreren Tagen ausgestellt und dabei auch zum Festpreis verkauft werden.

»Wir haben dafür von Karlernst Braun den Kunstraum Gewerbepark Süd an der Hofstraße zur Verfügung gestellt bekommen«, sagt der Stiftungs-Vorstand. An fünf Terminen bis Mitte Dezember (siehe Kasten) kann jeder die Schätze sehen und sie   für Preise von fünf bis etwa 1.000 Euro erstehen.

Älteste Bilder von 1910

»Die Galeristin hatte alle Bilder ausgepreist. Wir haben die Preise dann noch etwas nach unten angepasst«, sagt Schmidt. Dabei könnten sich wahre Schätze unter den Werken verbergen. Zwar habe man keine bekannten Künstler auf den ersten Blick ausgemacht, – »aber wir sind ja auch keine Kunstexperten«, sagt Schmidt. Man habe sich bewusst entschieden, die Kunstwerke nicht von Experten begutachten zu lassen und  sie nun für den guten Zweck für jedermann zu verkaufen. Nicht zuletzt seien die meisten Bilder auch mit schönen Rahmen versehen – und die ältesten Bilder aus dem Jahr 1910.

»Da könnten dann durchaus an die 60.000 Euro erlöst werden, sagt er. Die sollen vollständig zu Gunsten der 17 lokalen und nachhaltigen Projekte  gehen, die derzeit von der Rotary-Stiftung Hilden-Haan in Hilden, Haan und Erkrath gefördert werden.  »Alle Projekte sind dabei zum Wohle von jungen oder älteren Menschen, Migranten oder Kranken«, erklärt er.

Die aktuellen Projekte, darunter etwa eine integrative Rockband oder das generationenübergreifende Projekt »Jung trifft Alt«  finden sich im Internet-Auftritt der Stiftung unter www.rotary-stiftung-hilden-haan.de

»Dort werden wir auch nach dem letzten Austellungstermin die eventuell übrig gebliebenen Kunstwerke noch online verkaufen«, sagt Schmidt.

Kunstverkauf für den guten Zweck

  • Die »Sammlung Köster« wird an mehreren Tagen im Kunstraum Gewerbepark Süd an der  Hofstraße 64 ausgestellt und auch verkauft.
  • Nach einer Vernissage für geladene Gäste sind die Kunstwerke von Samstag, 8. Dezember, bis MIttwoch, 12. Dezember, für jedermann zu sehen und zu erwerben. Am Wochenende ist dann von 10 bis 16 Uhr geöffnet, Montag und Dienstag von 17 bis 19 Uhr und Mittwoch von 17 bis 20 Uhr.
  • Ab dem 13. Dezember stehen die übrig gebliebenen Werke online zum Verkauf im Internetauftritt der Rotarier-Stiftung unter www.rotary-stiftung-hilden-haan.de.
  • Der direkte Pfad zum Online-Verkaufskatalog lautet: https://rotarc.fmi.filemaker-cloud.com/fmi/webd/GalKos Dort trägt man sich dann mit dem Nutzernamen »hildenhilft« und dem Passwort »rotary« ein.

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