Volker Budinger

Hildener Jazztage: »Groove bedeutet, dass alles passt«

Hilden. Im Interview: Peter Baumgärtner ist Initiator der Hildener Jazztage, die vom 18. bis 24. Juni zum 24. Mal stattfinden.

von Volker Budinger

Die Hildener Jazztage, genauer gesagt, die Hildener »International« Jazztage, sind nach 23 Jahren eine Institution. Wir sprachen mit dem Initiator, dem Jazzdrummer Peter Baumgärtner, über die Idee, Höhepunkte und die Zukunft.

»Groovin’ High« ist das Motto der diesjährigen 24. Auflage der Hildener Jazztage vom 18. bis 23. Juni. Welche Idee steckt dahinter?


Peter Baumgärtner: Ich suche als Motto immer den Titel eines Jazz-Standards – wie im vergangenen Jahr »The Water ist wide«. Dieses Jahr hat es sich so ergeben, weil ja auch etwa Wolfgang Hafner kommt – der ist schon sehr groove-orientiert.

Und »Groove« bedeutet ja nicht nur, dass man in den Club geht und »abzappelt«. Groove bedeutet ja auch, dass alles zusammen passt, dass Musik Gefühl vermittelt und dass es einfach rund ist.

Worauf freuen Sie sich in diesem Jahr besonders bei den vielen Höhepunkten im Programm?

Baumgärtner:
Also etwa auf den Wolfgang Haffner. Der hat hier gespielt im dritten Jahr der Jazztage, da war er noch der Schlagzeuger von Klaus Doldingers »Passport«. Seitdem hat er ja eine unfassbare Karriere gemacht – das ist einer der ganz angesagten und natürlich ein toller Kollege.

Und dann gehe ich ja immer gerne auf Entdeckungsreise. Ich war mit einer Bekannten in Köln und habe im »Salon de Jazz« das NAU-Trio gehört. Da war ich so fasziniert, dass ich die angesprochen habe: ‚Das nächste Festival, da seid ihr dabei, da seid ihr der Opener!‘, hab ich gesagt. Und die haben sich total gefreut.

Auch auf Seba Kaapstad freue ich mich. Die werden noch richtig Furore machen.
Aber eigentlich freut man sich ja auf alle Künstler.

Wo stehen die Hildener Jazztage nach 23 Jahren in der Jazzszene mittlerweile?

Baumgärtner: Also wir sind sozusagen mittendrin. In einer großen Festival-Beilage vor Kurzem wurde groß über die Hildener Jazztage berichtet, nicht über die Jazzralley in Düsseldorf oder Moers oder Leverkusen, sondern über Hilden – zwischen Ruhrfestspielen und anderen großen Festivals. Also wir sind etabliert als anerkanntes internationales Festival. Nicht nur die Musiker wissen, wo Hilden liegt.

Ich hab gesehen, ein Immobilienportal im Internet führt ganz groß unter »Kultur in Hilden« die  »international bekannten Jazztage« auf.

Wir bekommen ja auch eine Förderung vom Land als Kulturveranstaltung mittlerweile. Trotzdem muss man sich natürlich immer bewähren und ums Budget kämpfen. Ich kann natürlich trotzdem nicht alle Künstler einladen, die ich möchte. Sonst wäre für einige Honorare die Hälfte meines Budgets direkt weg.

Mehr Geld wäre natürlich da immer gut – ich weiß aber gerade gar nicht, wen ich noch als Sponsor gewinnen könnte, es machen schon viele hier mit.

In ihrer Vita heißt es, sie hätten vor 23 Jahren die Idee gehabt, jährlich Jazztage in Hilden zu veranstalten. Wie kam es dazu? Und warum in Hilden?

Baumgärtner: Ich habe damals in der ITS Jazz Band  mit Rolf Koenzen gespielt – und der hat immer von Hilden geschwärmt.

Da gab es auch Ralf G. Kraemer, der heute beim Stadtmarketing ist, der hat damals in dem ehemaligen Autohaus Kesting, das er geleitet hat, immer Jazz-Veranstaltungen gemacht, der hat das gefördert.

Das ergab sich so nach und nach. Dann gab es den Kontakt mit der früheren Kulturamtsleiterin Monika Doerr und dem damaligen Beigeordneten Harald Birkenkamp. Der sagte schließlich: »Ich trau euch das zu«. Und dann war das soweit. Ja und jetzt sind wir im 24. Jahr.

Im kommenden Jahr steht das Jubiläum an, die 25. Auflage. Wie besonders soll es dann werden?

Baumgärtner: Soll ich das  schon verraten? Also im kommenden Jahr kommt schon mal der bekannte Schauspieler August Zirner als Opener. Der spielt nämlich super Querflöte und hat ein Trio dabei.
Dann erzählt er Jazz-Geschichten und spielt Musik dazu. Das wird ein tolles Event. Und die WDR-Bigband wird auf jeden Fall kommen. Ansonsten hätte ich gerne so ein Art »Best of« mit lauter Musikern, die hier schon mal gespielt haben.

Das weiß ich schon mal, ansonsten weiß ich eigentlich noch nichts. Natürlich werde ich versuchen, noch mehr Gelder zusammen zu bekommen – und vielleicht gibt es auch dann zwei Tage in der Stadthalle oder noch eine neue Location dazu. Aber ich werde das Ganze nicht ganz neu erfinden oder so.

Peter Baumgärtner

  • Geboren am 11. Februar 1958 im »Schwarzwald«
  • Lebt seit über 40 jahren in NRW, heute in Duisburg
  • Studierte nach einer Ausbildung zum Industriekaufmann an der Swiss Jazz School in Bern
  • Arbeitete als Jazzdrummer bereits mit vielen Größen der Szene
  • Ist unter anderem für die Programmgestaltung der Düsseldorfer Jazzschmiede verantwortlich, organisiert verschiedene Events und initierte 1996 die Hildener Jazztage

Das Programm der 24. Hildener Jazztage vom 18. - 24. Juni

  • Dienstag, 18. Juni,
    20 Uhr, Eröffnungskonzert mit dem NAU Trio im Kunstraum Gewerbepark-Süd, Hofstraße 64
  • Mittwoch, 19. Juni,
    19.15 Uhr, Konzert mitTeilnehmern des Jazzworkshops im Heinrich-Strangmeier-Saal der Musikschule, Gerresheimer Straße 20.
    20 Uhr, gleicher Ort, »Der Wald schaut und hört gespannt zu«, Konzertkooperation mit der Konzertreihe »Klang Art im Skulpturenpark« aus Wuppertal, Roman Babik, Mathias Haus, Jan Kazda und die Kammerphilharmonie Wuppertal unter Leitung von Werner Dickel.
  • Donnerstag, 20. Juni,
    15 Uhr, »Jazz im Park« von Haus Horst, Horster Allee 12 – 22, mit  Woodhouse feat. Gaby Goldberg
    16.30 Uhr, Jermaine Landsberger Trio feat. Sandro Roy, gleicher Ort
    18.45 Uhr, Vokalorchester NRW in der Reformationskirche am Markt 18
    20.30 Uhr, MASAA (arabisch: Abenddämmerung) im SIlo der Gottschalksmühle, Mühle 64.
  • Freitag, 21. Juni,
    19.30 Uhr, Frank Wingold Trio - Entangled Music im QQTec, Forststraße 73.
    21 Uhr, Karolina Strassmayer & Drori Mondlak - KLARO, gleicher Ort
    22.45 Uhr, »Blue Note Special« mit Saxofonistin Anna-Lena Schnabel, Drummer Moritz Baumgärtner, Gitarrist Axel Fischbacher und dem Bassisten Stefan Rademacher im Blue Note an der Klotzstraße 22.
  • Samstag, 22. Juni, »International Jazznight«
    19.30 Uhr, Ramon Vallé Trio in der Stadthalle, Fritz Gressard Platz.
    21 Uhr, Wolfgang Haffner und Band, gleicher Ort
    22.30 Uhr, Pimpy Panda, gleicher Ort
  • Sonntag, 23. Juni,
    14 Uhr, Natalia Kiés Trio im Park der Capio Klinik im Park,  Hagelkreuzstraße 37,
    15.30 Uhr, RED feat. Ellister van der Molen, gleicher Ort
    17 Uhr, Seba Kaapstad, gleicher Ort
    18.45 Uhr, Andreas Schickendanz und  Björn Lücker im Wilhelm-Fabry-Museum, Benrather Straße 32 a

  • Tickets: Festivalpass: 45,00 Euro (inklusive VVK), beinhaltet jede Veranstaltung inklusive Button, kein Anrecht auf einen Sitzplatz.

    Nur »International Jazznight«, 22. Juni, 30 Euro (incl. VVK), Abendkasse: 35 Euro oder Festivalpass; beinhaltet nicht den Button; kein Anrecht auf einen Sitzplatz.

    Festivalbutton: 20 Euro, nicht im Vorverkauf erhältlich, gültig für alle Konzerte außer der International  Jazznight

    Donnerstagnachmittag »Haus Horst  Bändchen«, 10 Euro.

  • Alle Tickets und weitere Infos im Inter unter www.hildener-jazztage.de

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