Volker Budinger

Hier hat Billiard überhaupt nichts mit Kneipe zu tun

Der Billiard-Club Hilden 1935 e.V. spielt erfolgreich Karambolage. Nachwuchs wird allerdings dringend gesucht.

Hilden. Der Billiard-Club Hilden 1935 e.V. ist in dem Sport in Deutschland ganz vorne mit dabei. Neben erfolgreichen Erwachsenenmannschaften gibt es auch eine Jugendmannschaft, die in ihrer Liga jetzt auf dem zweiten Platz die Saison beendet hat. Wer bei Billiard hier allerdings an schummrige Kneipen denkt, liegt vollkommen falsch.

Von Volker Budinger

»Nein, das ist kein Kneipensport«, sagt Annika Schramm lachend. Die Frage hört die 20-Jährige häufiger, wenn sie von ihrer Leidenschaft, dem Billiard, erzählt. »Die meisten denken da an Pool-Billiard, das Spiel mit den Löchern. Die sind dann immer ganz verblüfft, wenn ich sage, dass es beim Karambolage nur drei Bälle und gar keine Löcher gibt«, erzählt sie.

Darin läge aber auch die besondere Faszination dieses Leistungssports. Beim Karambolage gibt es eine weiße eine gelbe und einen roten Ball. Ziel ist es, durch Anstoßen des Spielballs diesen so zu  steuern, dass er die beiden anderen Bälle berührt. Dafür gibt es dann einen Punkt.
»Es gibt dabei mehrere Varianten, etwa, dass der Ball über eine oder mehrere Banden gespielt werden muss«, erklärt Schramm.

Zum Billiard ist sie bereits mit zehn Jahren gekommen. Ihr Bruder hatte damals einen Aushang im Helmholtz-Gymnasium gesehen. Seitdem ist sie regelmäßig im Vereinsheim des Billiard-Clubs (BC) Hilden 1935 e.V., auf dem Schulhof der Astrid-Lindgren-Schule, Richrather Straße 186. Jeden Freitagabend ab 17 Uhr trainiert dort die Jugendmannschaft. Und das sehr erfolgreich. Die sechs Spieler zwischen zwölf und 20 Jahren belegten zum Abschluss der Saison den zweiten Platz in der Jugendliga NRW mit insgesamt sechs Mannschaften im Wettbewerb.

"Schöner Sport und gutes Vereinsleben"

»Außer, dass der Sport einfach viel Spaß macht, ist auch unser Verein einfach toll«, sagt Robin Scheuering, mit 23 Jahren gerade frisch zum Jugendwart des Vereins gewählt. Es gebe einen guten Zusammenhalt unter den rund 60 Mitgliedern. »Dabei ist auch das Alter egal. Unser  Jüngster ist zwölf Jahre alt und der älteste aktive ist über  80 Jahre alt. Das älteste Vereinsmitglied ist sogar 90«, sagt er.
Dabei stehe zwar der Sport im Vordergrund, aber der BC Hilden habe auch ein gutes Vereinsleben. »Wir machen auch mal Ausflüge oder einfach mal einen Spieleabend«, erzählt Schramm.

Schön wäre es, sagen beide, wenn es mehr Nachwuchs im Verein gebe. »Wir sind mit im Schnitt 53 Jahren zwar einer der jüngsten in Deutschland, aber mehr ganz junge Spieler wären natürlich gut, damit dieser Sport weiterlebt«, sagt Scheuering. Dabei fördere das Karambolage die Konzentration. »Und eigentlich kann jeder damit anfangen. Man  muss sich nicht erst in Geometrie auskennen, um Karambolage-Billiard spielen  zu können. Alles kann man sich dabei antraininieren und erarbeiten.« Allerdings brauche es Geduld. »Am Anfang wird noch nicht alles klappen, aber das kommt dann schnell«, sagt er.

»Und so ein Spiel kann ganzen schön anstrengend sein. Schon alleine vor lauter Konzentration kommt man dabei  schon mal ganz schön ins Schwitzen«, sagt Schramm. Schön, meint sie, wäre es auch, wenn mehr Mädchen in den Verein kämen. »Ich bin nämlich nur eine von drei weiblichen Spielern hier«, sagt sie lachend.

Außerdem gäbe es noch einen schönen Nebeneffekt, wenn man gut Karambolage spielen könne. »Im Pool-Billiard, dann mal ab und zu doch in der Kneipe, ist man dann nämlich auch gut«, sagt Scheuering und schmunzelt.

Kontakt

 

Die Jugendabteilung des Billiard-Club Hilden 1935 e.V.  trifft sich jeden Freitag ab 17 Uhr im Vereinsheim auf dekm Schulhof der Astrid-Lindgren-Schule, Richrather Straße 186.. Weitere Informationen gibt es  im Internet unter www.bc-hilden.de oder unter Telefon 02103/80811.

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